Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Optimierte Stromnetzauslastung durch SmartGrids

10.02.2014
Unsere Stromnetze sind aktuell noch nicht auf wechselhaften Stromverbrauch und eine schwankende Stromerzeugung als Resultat der Energiewende vorbereitet.

SmartGrids, die den Stromverbrauch auf lokaler Ebene intelligent steuern, können helfen, den Transport von Über- und Unterkapazitäten erheblich zu reduzieren. Im Projekt "GreenCom" entwickeln und erproben internationale Partner aus Wissenschaft und Industrie ein solches "Smart Energy Management System". Das System wird auf der CeBIT vom 10.-14. März 2014 vorgestellt. Besuchen Sie uns in Halle 9, Stand E40.

Der Ausbauboom bei der regenerativen Stromerzeugung hat dazu geführt, dass es immer häufiger und insbesondere auch tagsüber zu Zeiten eines Stromüberangebots kommt. Scheint die Sonne, liefern Photovoltaikanlagen oft mehr Strom, als in den regionalen Netzen nachgefragt wird. Mittlerweile gibt es über eine Million Anlagen verteilt über ganz Deutschland. Der Abtransport der Überkapazitäten erfordert einen massiven Ausbau der Stromnetze. Doch eine Kardinalslösung ist dies auch nicht. Oft wird der Strom auch anderswo nicht gebraucht. Genauso problematisch nur umgekehrt sind Spitzenzeiten im Stromverbrauch, die zum Beispiel häufig am frühen Abend auftreten. Etwaige Unterkapazitäten müssen dann ausgeglichen werden. Im schlimmsten Fall kann die erhöhte Nachfrage das Stromnetz überlasten.

Um künftig das Potenzial der umweltfreundlichen und nachhaltigen Stromerzeugung aus Sonnenenergie und Windkraft optimal nutzen zu können, ist es daher erforderlich, Stromangebot und Stromnachfrage besser aufeinander abzustimmen. Je näher Stromverbraucher und Stromerzeuger beieinander liegen, desto weniger Energie muss über weite Strecken im Netz herumtransportiert werden. Je mehr es also gelingt, die witterungsbedingt stark schwankenden Stromerträge insbesondere von Photovoltaikanlagen durch flexible Stromverbraucher in der Nachbarschaft aufzufangen, desto weniger Aufwendungen werden für den Ausbau der Stromnetze benötigt.

Im von der Europäischen Kommission geförderten Projekt GreenCom entwickeln und erproben internationale Partner aus Wissenschaft und Industrie ein solches "Smart Energy Management System" für die Steuerung von Verbrauch und Erzeugung im Stromnetz auf lokaler Ebene. Auf Microgrid-Level werden dazu die Haushalte und Betriebe mit intelligenten Stromzählern sowie zusätzlichen Messsensoren, beispielsweise zur Temperaturmessung, vernetzt. Nahezu in Echtzeit werden so sowohl die Verbrauchsdaten der einzelnen Haushalte als auch der Stromertrag der regenerativen Energieerzeuger in der Nachbarschaft gesammelt, aggregiert und ausgewertet. Anhand dieser Daten ist das Management-System dann in der Lage, kurzfristige Vorhersagen für einen Zeitraum von bis zu vier Stunden über Stromangebot und -nachfrage im lokalen Stromnetz bereitzustellen.

"Außerdem werden die hauptsächlich für den Stromverbrauch der Haushalte verantwortlichen Geräte mit dem System vernetzt, so dass der Einsatz von etwa Wärmepumpen, Kühlgeräten, Waschmaschinen oder auch das Aufladen von Elektrofahrzeugen dem Stromangebot entsprechend gesteuert werden kann", so Daniela Fisseler vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT.

Aktuell realisieren die GreenCom-Partner eine Testumgebung, um ausgewählte Anwendungsfälle zu evaluieren und Daten zur Analyse verschiedener Geschäftsmodelle zu sammeln. Erste Pilotimplementierungen wurden bereits entwickelt und werden schrittweise erweitert. Parallel wird das System zusammen mit dem lokalen Stromnetzbetreiber auch in Haushalten auf der dänischen Insel Fur installiert, um die verschiedenen Lösungsansätze zur lokalen Energiesteuerung unter Alltagsbedingungen im Praxisbetrieb erproben. Voraussichtlich wird diese Installation bis zu 42 reguläre Verbraucher und Energie erzeugende Verbraucher umfassen.

Das GreenCom Projekt wird von der Europäischen Kommission im 7. Rahmenprogramm (FP7 ICT-2011.6.1 Smart Energy Grids) gefördert. Das Konsortium umfasst neben Fraunhofer FIT das Instituto Superiore Mario Boella (Koordinator), Sensing&Control Systems (SCS), In-JeT ApS, Tyndall National Institute – University College Cork, Actua A/S und EnergiMidt A/S. Weitere Informationen: http://www.greencom-project.eu

Das GreenCom Projekt wird vom 10.-14. März 2014 auf dem CeBIT Gemeinschaftstand der Fraunhofer-Gesellschaft in Halle 9, E40 vorgestellt.

Kontakt:
Alex Deeg
pr@fit.fraunhofer.de
Telefon +49 2241 14-2208

Alex Deeg | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.fit.fraunhofer.de
http://www.greencom-project.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen
12.12.2017 | Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES

nachricht Meilenstein in der Kreissägetechnologie
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik