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„Kraftwerk aus Erz“: Förderband erzeugt Strom

11.11.2008
Automatisierungs- und Antriebslösungen von Siemens machen die Kupfermine Los Pelambres in Chile zu einer der profitabelsten Minen der Welt.

Obwohl 3.200 Meter hoch in den Anden gelegen und oft schwierigen Umweltbedingungen wie z.B. Schnee- und Gerölllawinen ausgesetzt, ist die Anlage in puncto sicherer Materialtransport und Energieeffizienz ein Vorzeigebetrieb.


So erzeugt das 13 Kilometer lange abwärtsfördernde Bandanlagensystem elektrische Energie, die in das Netz eingespeist wird, wie das Forschungsmagazin Pictures of the Future in seiner jüngsten Ausgabe berichtet.

Die von Siemens und ThyssenKrupp konzipierte und gebaute Förderanlage transportiert Kupfererz in die Aufbereitungsanlage auf 1.600 Metern Höhe. Die zehn Siemens-Antriebe der Bandanlage arbeiten ab einer bestimmten Beladung im Generatorbetrieb. Ähnlich wie in einem Wasserkraftwerk wird dann potenzielle Energie des Kupfererzes in elektrische Energie umgewandelt. Bei einer nominalen Beladung erzeugt das Förderband 17 Megawatt. 2007 betrug die so erzeugte Strommenge 90 Millionen Kilowattstunden.

Das Erz wird zunächst im Tagebau gesprengt. Riesige Bagger laden tonnenschwere Brocken auf 320-Tonnen-Trucks. Diese transportieren das Erz zu einem Brecher, der das Material auf eine Korngröße von maximal 300 Millimeter zerkleinert. Von dort wird das Kupfererz mittels Abzugsbänder auf die eigentliche abwärtsfördernde Bandanlage geführt. In der Aufbereitungsanlage wird das Kupfererz in riesigen Erzmühlen zermahlen und für den weiteren Separationsprozess vorbereitet.

Der Clou an den Erzmühlen sind die getriebelosen Ringmotoren, die die Trommeln umschließen. Diese Elektroantriebe haben eine Leistung von je 15 Megawatt und versetzen die Trommel berührungslos durch elektromagnetische Kräfte in Bewegung. Der getriebelose Aufbau der Mühle erhöht die Verfügbarkeit und den Wirkungsgrad, was letztlich den Energieverbrauch verringert.

Neben Kupfer wird in Los Pelambres auch das wertvolle Metall Molybdän gewonnen, das etwa zu 0,02 Prozent in dem Erz vorhanden ist und vor allem in widerstandsfähigen Stahllegierungen verwendet wird. Mit einer neuartigen, von Siemens entwickelten Hybridzelle konnte die Molybdän-Ausbeute deutlich gesteigert werden. Im Vergleich zu konventionellen Zellen verbraucht die Siemens-Hybridzelle bei vergleichbarer Kapazität 70 Prozent weniger Energie und 90 Prozent weniger Stickstoff.´(IN 2008.11.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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