Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kompaktere Generatoren für Offshore-Windparks

14.12.2009
Neue Maschinenkonzepte versprechen leistungsfähigere Turbinen

Offshore-Windparks sind auf dem Vormarsch, doch die mit einer Turbine erzielbare Leistung ist begrenzt. Etwa fünf Megawatt (MW) sind derzeit möglich, so Holger Raffel vom Bremer Centrum für Mechatronik (BCM) der Universität Bremen. "Um neue Leistungsgrößen zu ermöglichen, braucht man auch neue Maschinenkonzepte", betont der Experte im Gespräch mit pressetext.

Ein derartiges Konzept will das von Raffel koordinierte Verbundprojekt Wingy-Pro innerhalb der nächsten vier Jahre perfektionieren. Der Synchrongenerator mit transversaler Flussführung verspricht als kompaktes Leichtgewicht Einsparungen beim Turmbau und stellt einen geringen Wartungsaufwand in Aussicht. Ziel ist es laut Raffel, die Leistungsgrenze für eine Einzelturbine auf etwa zehn MW zu treiben. Das wäre etwa das Vierfache einer Turbine im derzeit größten Offshore-Windpark der Welt (pressetext berichtete: http://www.pressetext.com/news/090917033/).

Kompaktes Leichtgewicht

Ein Vorteil des Bremer Konzepts ist, dass der Generator ohne Getriebe auskommt. "Wir haben eine langsam drehende Maschine, die direkt an den Rotor gekoppelt wird", erklärt Raffel. Da bei klassischen Windanlagen das Getriebe in der Regel das fehleranfälligste Element der Gesamtkonstruktion ist, verspricht das einen deutlich reduzierten Wartungsaufwand - was gerade Offshore einen merklich günstigeren Betrieb verspricht.

Doch auch die Konstruktion von Anlagen wird billiger. Denn Generatorgewicht und Volumen sollen bei gleicher Leistung um bis zu zwei Drittel geringer ausfallen als bei derzeit gebräuchlichen Maschinen. Zwar sei laut Raffel je nach Vergleichsgenerator nur in jeweils einem Parameter ein derart großer Sprung zu erwarten. Jedenfalls aber stehen merkliche Materialersparnisse bei Kupfer, Dynamoblech sowie insbesondere der Stahlkonstruktion des Turms und seines Fundaments in Aussicht.

Spar-Materialfrage

Das genaue Einsparungspotenzial, das sich durch den neuen Generatortyp ergibt, ist allerdings noch nicht klar. "Die Frage ist, welche Materialien wir für die Magnete und Einzelteile benötigen werden", sagt Raffel. Denn die Generatoren sollen in der Offshore-Anwendung auch langfristig der feuchten, salzhaltigen Luft und relativ großen Temperaturschwankungen standhalten. Daher wird sich erst im Projektverlauf genauer quantifizieren lassen, wie viel billiger Windstrom letztendlich werden kann.

Europaprojekt

Neben dem Bremer Sondermaschinenbauer Lloyd Dynamowerke sind an Wingy-Pro eine Reihe weiterer Partner beteiligt. Dazu zählt auch das rumänische Technologieberatungsunternehmen TRITECC. Somit sollen neue Investoren gefunden und der Technologietransfer auch zu osteuropäischen Herstellern und Betreibern von Windenergieanlagen erleichtert werden. Die Europäische Kommission fördert das Projekt mit knapp 2,5 Mio. Euro.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.mechatronik-bcm.de
http://www.wingypro.com

Weitere Berichte zu: Dynamoblech Getriebe Offshore-Windpark TRITECC Turbine Wartungsaufwand Wingy-Pro

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Geräteschutzschalter erfüllt NEC Class 2
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Elektronikgehäuse für Anzeigeeinheiten
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften