Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Industrieroboter "Baxter" kann Patienten pflegen

24.07.2014

Experten hoffen auch auf Einsetzbarkeit in Medizin und im Weltraum

Der 2012 von Rethink Robotics http://rethinkrobotics.com für die Arbeit in Fabriken entwickelte Roboter "Baxter" könnte auch zur Behandlung von Patienten oder in der Landwirtschaft beziehungsweise sogar im Weltraum eingesetzt werden.


Baxter: mehr als nur ein Industrieroboter

(Foto: rethinkrobotics.com)

Zwei Roboterarme und ein Computerhirn bringen einen motorisierten Rollstuhl zu einem Glas mit Erdnussbutter. Der rote Arm wird ausgestreckt und greift zu dem Glas. Der rechte Arm hält das Glas, während der linke den Deckel abschraubt.

Unterstützung im Alltag

Der querschnittsgelähmte David Whalen arbeitet mit John Wen vom Rensselaer Polytechnic Institute http://rpi.edu zusammen. Die beiden wollen Baxter zu einem mobilen Assistenzroboter weiterentwickeln. Dazu wurde der Roboter mit den Schaltungen eines elektrischen Rollstuhls verbunden. Whalen kann alles mit Hilfe einer sogenannten "Jamboxx" steuern.

Dabei handelt es sich um ein Gerät, das Whalen ursprünglich entwickelt hat, um ohne seine Arme Musik zu machen. "Stellen Sie sich vor, Sie sind in ihrem Haus acht Stunden lang alleine und können sich nichts zu trinken holen und auch nichts vom Boden aufheben", sagt Whalen. Das Projekt wird im August auf der Conference on Automation Science and Engineering http://case2014.org in Taipeh vorgestellt.

Diagnose-Tool für Ärzte

Wens Labor besitzt drei Baxter. Er arbeitet auch mit David Hornick vom Albany Memorial Hospital zusammen. Der Roboter soll in Zukunft auch durch einen Arzt ferngesteuert in der Lage sein, medizinische Untersuchungen durchzuführen. Baxter ist darauf ausgerichtet, dass er im Umgang mit Menschen sicher ist. Laut Wen und Hornick könnte die Maschine auch in der Medizin eingesetzt werden.

Am Anfang wird dem Roboter beigebracht, wie er ein elektronisches Stethoskop einsetzen kann, das ferngesteuert wird. Baxter-Roboter können neue Bewegungen ganz einfach dadurch beigebracht werden, dass seine Arme ergriffen und in die gewünschte Position gebracht werden. Die Einsatzgebiete fernab der produzierenden Industrie und der Medizin erstrecken sich unter anderem auch auf die Landwirtschaft.

Künftiger Weltraumtourist

Nikolaus Correll von der University of Colorado (UCB) http://colorado.edu will Baxter für die Landwirtschaft und im Weltraum einsetzen. Er erforscht derzeit, wie Roboter für die Versorgung von Pflanzen im Weltraum nutzbar sind. Sein Projekt wird von der NASA finanziert und soll helfen herauszufinden, wie sich Astronauten im Weltall selbst mit Nahrung versorgen und so länger von der Erde unabhängig sein können.

Roboter sind normalerweise nicht für den Umgang mit Pflanzen geeignet, da sie über keinen Tastsinn verfügen und die Beweglichkeit der Pflanzen ihre Handhabung weiter erschwert. Baxter verfügt jedoch über die Fähigkeiten für diese Art von Arbeit. Die konkrete Umsetzung wird derzeit im Zusammenhang mit der ISS erforscht.

Corell arbeitet aber auch mit Rob Knight von der UCB zusammen. Baxter soll in diesem Projekt lernen, Stuhlproben für die Forschung vorzubereiten. Der Experte sieht in dem 25.000 Dollar teuren Roboter ein großes Potenzial. Durch Kritik lässt er sich nicht entmutigen. "Als ich zur NASA gegangen bin und sie schlecht über Baxter redeten, habe ich nur gesagt: Wisst Ihr was? Eure Roboter kosten Millionen."

Michaela Monschein | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Forscher entwickeln effizientere Systeme für Brennstoffzellen und Kraft-Wärme-Kopplung
19.04.2017 | EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie e. V.

nachricht Forscher entwickeln Elektrolyte für Redox-Flow-Batterien aus Lignin aus der Zellstoffherstellung
18.04.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie