Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Halbleitertechnik: Forschung für die LED-Lichtrevolution

13.03.2015

Startschuss für »Epitaxy Competence Center – ec²« an der TU Braunschweig

Die Welt des künstlichen Lichtes ist im Umbruch: Zunehmend löst LED-Technologie herkömmliche Glühlampen und Leuchtstoffröhren ab. Experten sprechen von einer Revolution in der Beleuchtungstechnik, die sich nicht nur auf die Wohnung oder das Fahrzeug beschränkt, sondern auch neue Möglichkeiten in der Kommunikations- und Medizintechnik eröffnet.


Mit einer Messspitze kontaktierte dreidimensionale LEDs aus Indiumgalliumnitrid im Rasterelektronenmikroskop

ec²/TU Braunschweig

Zur Erforschung und Weiterentwicklung der LED-Technologie wurde am 12. März 2015 der Startschuss für ein neues Forschungszentrum an der Technischen Universität Braunschweig gegeben.

„Wir reden von nichts Geringerem als einer Revolution in der Beleuchtungstechnik, die im besten Wortsinn nicht nur in alle alltäglichen Lebensbereiche, sondern auch in die Anwendungsentwicklung und Grundlagenforschung zurückstrahlt“, erklärt Prof. Andreas Waag von der Technischen Universität Braunschweig.

Waag ist Leiter des Instituts für Halbleitertechnik, an dem auch das neue Forschungszentrum „ec²“ angesiedelt ist. „Mit dem ec² werden wir in der Lage sein, künftig noch besser die LED-Technologie auf höchstem internationalem Niveau zu erforschen und weiterzuentwickeln“, so Prof. Waag weiter.

Das „epitaxy competence center (ec²)“ wurde seit Ende 2013 mit Unterstützung des Landes Niedersachsen und dem Industriepartner OSRAM Opto Semiconductors GmbH an der TU Braunschweig aufgebaut und nimmt nun den Forschungsbetrieb auf. „Wir freuen uns über die Unterstützung von einem der weltweit größten LED-Hersteller und Technologieführer der Branche.

Mit dem neuen Forschungszentrum nimmt die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit Gestalt an, die wir künftig auf noch höherem Niveau fortsetzen“, erklärt Waag. Bereits seit mehreren Jahren arbeitet das Institut für Halbleitertechnik mit dem süddeutschen LED-Hersteller in unterschiedlichen Forschungsprojekten zusammen.

Gemeinsames Ziel: Erforschung und Entwicklung dreidimensionaler LEDs

Eines dieser Forschungsprojekte, das mit dem ec² weiter verfolgt werden wird, ist die Entwicklung von „3D-LEDs“, also Leuchtdioden, bei denen das Halbleitermaterial eine dreidimensionale Struktur aufweist. „Wenn wir uns vorstellen, dass moderne Industrienationen circa 20 Prozent ihrer elektrischen Energie für Beleuchtung aufwenden und LEDs rund zehn Mal effektiver als herkömmliche Leuchtmittel sind, dann sprechen wir mit Recht von einer Zukunftstechnologie“, erklärt Dr. Sönke Fündling, Leiter des ec²-Forschungszentrums und ergänzt:

„Es gibt unterschiedliche Ansätze zur Weiterentwicklung der LED-Technologie. Wir gehören zu den weltweit wenigen Einrichtungen, die dreidimensionale Leuchtdioden erforschen und entwickeln.“ Die LED-Technologie, so Fündling, basiere auf der Herstellung künstlicher kristalliner Schichten und Strukturen, der so genannten Epitaxie.

Bei gebräuchlichen LEDs werden diese Kristallstrukturen flach auf einem Trägermaterial aufgebracht. Im neuen Braunschweiger Zentrum wollen die Braunschweiger LED-Experten nun auf derselben Fläche Kleinststrukturen in die Höhe „bauen“, um so insgesamt eine größere Oberfläche und damit eine entsprechende Leistungssteigerung zu erhalten, erläutert ec²-Leiter Sönke Fündling.

Zum “epitaxy competence center (ec²)”

Das epitaxy competence center (ec²)“ am Institut für Halbleitertechnik wurde mit insgesamt etwa zwei Millionen Euro zu gleichen Teilen von der Technischen Universität Braunschweig zusammen mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie dem Industriepartner OSRAM Opto Semiconductors GmbH finanziert.

Es ermöglicht die Erforschung und Entwicklung auf dem aktuellen Stand der Technik und verfügt dafür über eine Metallorganische Gasphasen-Epitaxie-Anlage (MOVPE), in der auf bis zu acht 4-Zoll-Substraten gleichzeitig Halbleiterschichten und -Strukturen auf Gallium-Nitrid-Basis hergestellt werden können. Das ec² ist bereits in verschiedenen Projekten zur Grundlagenforschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit einem Gesamtumfang von rund zwei Millionen Euro eingebunden und in die universitäre Ausbildung integriert.

Kontakt

Prof. Dr. rer. nat. Andreas Waag
Dr.-Ing. Sönke Fündling
epitaxy competence center (ec²)
Institut für Halbleitertechnik
Technische Universität Braunschweig
Hans-Sommer-Straße 66
38106 Braunschweig
Tel.: 0531/391- 3774
E-Mail: IHT@tu-braunschweig.de
www.tu-braunschweig.de/iht

Weitere Informationen:

http://blogs.tu-braunschweig.de/presseinformationen/?p=8738
http://www.tu-braunschweig.de/iht

Stephan Nachtigall | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht IT-Kühlung: So schaffen Kleinbetriebe den Sprung in die IT-Profiliga
23.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Plug & Play: Drei auf einen Streich
29.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EU-Projekt: Bilder leistungsstark und energieeffizient verarbeiten

24.01.2017 | Förderungen Preise

„Allen Unkenrufen zum Trotz“ Neues Projekt sorgt für Schutz der Gelbbauchunken in Bayern

24.01.2017 | Förderungen Preise

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten