Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher entwickeln neuartigen Heimenergiespeicher auf Basis der Vanadium-Redox-Flow-Technologie

30.11.2015

Einem Wissenschaftlerteam vom EWE-Forschungszentrum NEXT ENERGY ist es gelungen, die Vanadium-Redox-Flow-Technologie entscheidend für den kosteneffizienten Einsatz in Heimenergiespeichern weiterzuentwickeln. Die mögliche Tragweite dieses Konzepts hat auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufhorchen lassen: Mit der Bewertung als „herausragendes Gründungsvorhaben“ ist das Projekt in das „EXIST“-Forschungstransfer-Programm aufgenommen worden und soll in den kommenden zwei Jahren mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums und des Europäischen Sozialfonds (ESF) aus dem Forschungsbetrieb in eine innovative Unternehmensgründung überführt werden.

Unter dem Namen „ResiFlow“ will das Gründerteam um Jan große Austing, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich Energiespeicher bei NEXT ENERGY, auf Basis der Vanadium-Redox-Flow-Batterie (VRFB) einen neuartigen Heimenergiespeicher hervorbringen, der kostengünstig, umweltschonend und recyclebar ist.


Hayo Seeba, Frederick Haack, Timo di Nardo und Teamleiter Jan grosse Austing (von links) sind mit dem ResiFlow-Projekt in das „EXIST“-Forschungstransfer-Programm aufgenommen worden.

Foto: NEXT ENERGY

„Im Gegensatz zu den derzeit im Heimbereich eingesetzten Lithium-Ionen- und Blei-Gel-Batterien weist die VRFB eine extrem hohe Langlebigkeit von über 15.000 Vollzyklen auf – und das mit höchstmöglichen Sicherheitsstandards“, erklärt der Projektleiter.

„Zudem lassen sich Leistung und Energie bauartbedingt unabhängig voneinander optimal für jeden Anwendungsfall skalieren. Die einzelnen Komponenten sind nicht entflammbar, so dass die Systeme unter dem Aspekt der Sicherheit unbedenklich sind.“ Die Technologie basiert auf unterschiedlichen Oxidationsstufen des Vanadiums, wobei es sich bei den elektrochemisch aktiven Substanzen um wiederverwertbare Vanadiumsalze handelt.

Den Wissenschaftlern, die bei ihrem Vorhaben durch das Gründungs- und Innovationszentrum (GIZ) der Universität Oldenburg sowie von Tajo Adler (ADLER eMobility Services GmbH) unterstützt werden, ist es gelungen, die positiven Materialeigenschaften mit einer kostengünstigen Methode zur Leistungssteigerung der Batterie zu kombinieren.

Im Alltagseinsatz kann der VRFB-Speicher somit helfen, den Eigenverbrauchsanteil des selbst erzeugten Stroms von PV-Anlagen auf bis zu 80 Prozent zu steigern. Diese Eigennutzung wird angesichts der fortschreitend fallenden Einspeisevergütung für privat produzierten Strom zunehmend wirtschaftlich attraktiv. Entsprechend entsteht ein hochrentables Produkt, das für den Heimanwender eine wertstabile Investitionsmöglichkeit darstellt.

Im Heimbereich wird die VRFB einen völlig neuen Anwendungsort finden. Bislang wird dieser Batterietyp aufgrund seiner Ausmaße und der Herstellungskosten ausschließlich als industrieller Großspeicher eingesetzt.

Durch die Forschungsarbeiten des Gründerteams konnten jedoch im Labormaßstab Verbesserungen der Batterietechnologie erzielt werden, die die überlegende Technik auch für den Heimanwender zugänglich macht. Ein innovatives Verbundkonzept ermöglicht dabei die kostengünstige Produktion zentraler Systemkomponenten. Volumen und Materialeinsatz werden erheblich reduziert, so dass eine intelligente Raumintegration im Heimbereich möglich wird.

Die anstehende „ResiFlow“-Ausgründung verdeutlicht den Erfolg der anwendungsorientierten Forschungsausrichtung von NEXT ENERGY. „Die Ausstattung des Instituts bietet uns für das Gründungsvorhaben hervorragende Bedingungen. Hier verfügen wir über bereichsübergreifendes Know-how unter einem Dach“, sagt große Austing. „Es ist das ideale Umfeld, um die vorhandenen kleinskaligen Prototypen im Rahmen des EXIST-Forschungstransfers in ein markt- und konkurrenzfähiges Produkt zu überführen.“

http://www.next-energy.de

Heinke Meinen | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Flüssiger Treibstoff für künftige Computer
15.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise