Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäische Forscher entwickeln gemeinsam Abscheidungstechnologien für nachhaltige Energiesysteme

12.05.2010
Verbund EIMRA zur Membranforschung gegründet

Saubere und nachhaltige Energiesysteme mittels Abscheidungstechnologien sind ein Fokus der europäischen Membranforschung. Um die aktuelle Entwicklung zu beschleunigen, haben das Forschungszentrum Jülich und vier weitere führende Energieforschungszentren ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet und wollen so ihre Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Membrantechnologie konsolidieren und weiter stärken. Die "European Inorganic Membrane Research Alliance" (EIMRA) will den Transfer von Erkenntnissen der Grundlagenforschung in die Anwendung vorantreiben. Damit ist EIMRA Teil der weltweiten Anstrengungen, die Energieeffizienz in der Industrie zu verbessern und gleichzeitig den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern.

Die Zusammenarbeit mit Partnern in der Industrie ist für diese Kooperation von herausragender Bedeutung. EIMRA will die industrielle Anwendung neuartiger Membrantechnologien fördern, indem sie ihre Expertise bei der Entwicklung und Realisierung von Prototypen und Pilotanlagen einbringt. Zu den geplanten Aktivitäten zählen die Entwicklung neuartiger Membranwerkstoffe sowie Herstellungstechnologien und -verfahren für Membranmodule und die Integration einzelner Bauteile in Systeme. Ein weiteres Ziel ist es, die Allianz auf europäischer Ebene als wichtige Ansprechpartnerin für die Industrie zu etablieren. In EIMRA schließen sich führende Gruppen im Bereich der Membrantechnologie aus ganz Europa zusammen. Vertreten sind das Energy Research Centre of the Netherlands (ECN), das dänische Risø National Laboratory for Sustainable Energy (DTU), das Flemish Institute for Technological Research (VITO) in Belgien, das SINTEF in Norwegen und das Forschungszentrum Jülich.

Anorganische (keramische) Membranen eignen sich für eine Vielzahl industrieller Trennungsprozesse, etwa für die Gewinnung von Wasserstoff und flüssigem Kraftstoff aus erneuerbaren Energiequellen. Ein weiteres Anwendungsfeld ist die Kohlendioxid-Abscheidung in fossilen Kraftwerken. Der relativ niedrige Energieverbrauch durch die Membrantechnologie macht sie zu einem wichtigen Bestandteil einer sauberen, umweltfreundlichen und nachhaltigen Energieversorgung.

Ansprechpartner:
Dr. Wilhelm Meulenberg,
Tel. 02461 61-6323, E-Mail: w.a.meulenberg@fz-juelich.de
Pressekontakt:
Kosta Schinarakis,
Tel. 02461 61-4771, E-Mail: k.schinarakis@fz-juelich.de
Das Energy Research Centre of the Netherlands (ECN) ... forscht und entwickelt in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und saubere Nutzung fossiler Brennstoffe für eine nachhaltigere Energieversorgung. Das ECN will eine Brücke schlagen von der Grundlagenforschung im Labormaßstab hin zur großtechnischen Anwendung. Entscheidende Schritte in diesem Prozess sind die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Endnutzer und die Formulierung noch offener Probleme als Herausforderungen für Forschung, Entwicklung und Erprobung. Der Bereich Membrantechnologie entwickelt energieeffiziente Abscheidungstechnologien, die auf keramischen Membranen beruhen. Derzeit konzentriert sich die Forschung auf die HybSi®-Membrantechnik (siehe www.hybsi.com) und auf Module zur Wasserstoffabscheidung, die auf Palladium basieren (siehe www.hysep.com).
Das Risø DTU
... ist das Nationale Forschungszentrum für Nachhaltige Energie der Technischen Universität von Dänemark (DTU). Das Hauptaugenmerk der Forschung liegt auf der Entwicklung von Energietechnologien und Systemen mit möglichst geringen Auswirkungen auf das Klima; darüber hinaus leistet die Forschungseinrichtung einen Beitrag zu Innovation, Ausbildung und Politik. Das Risø DTU verfügt über eine interdisziplinäre Forschungsumgebung und Großversuchsanlagen, unter anderem auch das nationale Zentrum für Nukleartechnik. Der Bereich Brennstoffzellen und Festkörperchemie am Risø DTU betreibt Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Funktionskeramiken für die Energietechnik. Abgesehen von keramischen Gastrennmembranen zählen auch Hochtemperatur-Brennstoffzellen und Hochtemperatur-Elektrolyse zu den Forschungsgebieten des Risø DTU.
SINTEF
... ist eine multidisziplinäre Forschungseinrichtung, die auf Auftragsbasis arbeitet. Sie kann umfangreiche Aktivitäten im Bereich der Membrantechnologien vorweisen. Dazu gehören metallische Pd-Membranen für die Wasserstoffabscheidung, dichte Keramikmembranen für die Sauerstoff- und Wasserstoffabtrennung sowie poröse und zweiphasige Membranen aus keramischen Werkstoffen und Carbonaten für die Kohlendioxid-Abscheidung. SINTEF entwickelt auch katalytisch aktive Membrankontaktoren für die Wasseraufbereitung und (anorganisch-polymere) Hybridmembranen für die Pervaporation und Gastrennung. Ein weiterer wichtiger Arbeitsbereich ist die Membranemulgierung bei der Herstellung und Verwendung von Nanokapseln und Emulsionen. SINTEF verfügt über bestens ausgestattete Labors und Mitarbeiter mit Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der Industrie in der Werkstoffentwicklung, Charakterisierung und Prüfung aller genannten Membranen in kleintechnischen Modulen.

Das Flemish Institute for Technological Research (VITO) ... ist eines der führenden unabhängigen Forschungs- und Beratungszentren Europas, das nachhaltige Technologien in den Bereichen Energie, Umwelt, Werkstoffe und Fernerkundung entwickelt. Die Einrichtung liefert qualitativ hochwertige Lösungen und gibt so Unternehmen jeglicher Größe einen Wettbewerbsvorsprung. Mit seinen Aktivitäten in den Bereichen nachhaltige Chemie, Umwelt und Gesundheit, Energieeffizienz und intelligente Stromnetze, Abbildung und Überwachung der Auswirkungen des Klimawandels, Analyse-Dienstleistungen, Werkstofftechnik und Fragen der internationalen Politik bietet das VITO objektive Forschungsergebnisse und Beratung und unterstützt so Wirtschaft und Politik bei der Entwicklung ihrer zukünftigen Ausrichtung. Das VITO beschäftigt sich bereits seit seiner Gründung mit Membrantechnologie für die unterschiedlichsten Anwendungen. VITO: Technologie für Ökologie und Ökonomie. Siehe www.vito.be

Das Forschungszentrum Jülich
... und hier insbesondere das Institut für Energieforschung untersucht Fragestellungen aus den Bereichen Photovoltaik, Brennstoffzelle, verbesserte Kraftwerkstechnik und Kernfusion unter Beachtung der ökologischen und ökonomischen Randbedingungen. Die Membranforscher entwickeln anorganische Gastrennmembranen, untersuchen ihre Eigenschaften bis hinunter auf die atomare Ebene und arbeiten an deren Integration in Kraftwerksprozesse. (Siehe http://www.fz-juelich.de/ief)

Kosta Schinarakis | FZ Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik
17.02.2018 | Max-Planck-Institut für Polymerforschung

nachricht Verborgene Talente: Mit Bleistift und Papier Wärme in Strom umwandeln
16.02.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics