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Erneuerbare Meeresenergien

05.12.2014

Seit April 2014 wurden insgesamt sechs Projekte ausgewählt, denen eine Gesamtförderung von 93,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt wird, davon 33,3 Millionen Euro aus dem PIA.

Im Rahmen dieser sechs Projekte werden die Zuverlässigkeit und die Leistungsfähigkeit von drei innovativen Technologien getestet, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu demonstrieren:

• Meeresströmungskraftwerke, die aus der natürlichen Meeresströmung Strom erzeugen
• Schwimmende Windenergieanlagen, die den Wind auch weit vor der Küste nutzen
• Meereswärmekraftwerke, die die Temperaturunterschiede zwischen Oberflächengewässer und Tiefengewässer nutzen

Die Projekte tragen dazu bei, den Einsatz erneuerbarer Meeresenergien in großem Maßstab zu gewährleisten und weiter zu fördern.

SeaTC: Die Übertragung von Elektrizität unter Wasser

Die Unterwasserkabel entlang des Meeresbodens werden verwendet, um die gewonnene Elektrizität zwischen Stromerzeuger und Verbindungsleitungen an Land zu transportieren. Dieser Prozess ist ein strategisches, jedoch auch sehr kostenaufwendiges Element für die Entwicklung der erneuerbaren Meeresenergien.

Die innovativen Technologien des SEATC-Projekts tragen deutlich dazu bei, bei der Stromversorgung die Kosten zu senken und trotz der vor Ort oft schwierigen Wetterbedingungen gleichzeitig ein hohes Maß an Leistung zu gewährleisten. Derzeit werden die neuen Technologien an einem Unterwassergenerator getestet und stellen eine zukunftsnahe industrialisierbare Lösung dar, die sogenannten “wetmate” Stromanschlüsse.

OCEAGEN: Entwicklung von kostengünstigen schwimmenden Windenergieanlagen

Im Rahmen des Projekts OCEAGEN soll das Verhalten der schwimmenden Full-Scale-Technologie der Firma IDEOL im realen Maßstab im Betonfundament getestet werden. Um die Kosten für schwimmende Windkraftanlagen zu reduzieren, setzt OCEAGEN auf die Industrialisierung dieser Lösung und damit auf die Entwicklung dieses Sektors. Die Demonstrationsanlage wird auf dem Gelände des SEMREV entlang der Küste von Le Croisic aufgebaut.

SEA REED: Entwicklung schwimmender Windkraftanlagen für entfernte Tiefseegebiete

Auf Grund der bedeutenden und flächenstarken Windenergieressourcen und erheblichen Wassertiefen vor der Bretonischen Küste und im Mittelmeerraum Frankreichs stellen schwimmende Windparks eine kostenattraktive Lösung dar. Offshore-Windenergie könnte somit signifikant zur Energieproduktion beitragen. In Tiefseegebieten ist das Energiepotenzial am höchsten. Das Projekt SEA REED entwickelt hierfür spezielle Technologien: halbtauchende schwimmende Windturbinen, die schnell marktfähig und wettbewerbsfähig sein sollen.

Zu diesem Zweck entwickelt SEA REED eine Turbine, die sich den hohen Windgeschwindigkeiten anpasst und zugleich die Sicherheit von Personen gewährleistet sowie die Auswirkungen auf die Umwelt begrenzt.

MARLIN: Entwicklung von Meereswärmekraftwerken

Die Temperaturdifferenz zwischen dem warmem Oberflächenwasser und dem kaltem Tiefenwasser kann zur Stromerzeugung genutzt werden. Das Projekt MARLIN zielt darauf ab, Lösungen für diese technologische Herausforderung zu entwickeln. Unter realen Bedingungen werden Wassertauscher entwickelt, getestet und validiert, um eine effektive Leitung im Tiefwasser zu erreichen (Kaltwassersaugleitung in 1 km Tiefe) und die Leistung zu verbessern. Diese Temperaturtauscher sind für die Entwicklung eines zentralen Meereswärmekraftwerks erforderlich, um die Wärme zwischen zwei Flüssigkeiten unterschiedlicher Temperatur (Oberflächen- und Tiefenwasser) zu übertragen.

Prismer: Im Rahmen des von Alstom geförderten Projekts wird ein spezifisches elektrisches Netzsystem für Offshore-Windparks entwickelt, das Knotenpunkte als Verbindung zwischen dem Unterwasser-Transformator und mehreren Windturbinen nutzt.

Pile & Tide: Im Rahmen des von GEOCEAN koordinierten Projekts wird eine zuverlässige technische und wirtschaftliche Lösung für die Vorbereitung des Meeresbodens und die Befestigung des Fundaments von Windturbinen erarbeitet.

Weitere Informationen:
– „Wissenschaft-Frankreich vom 22. Mai 2013: http://www.wissenschaft-frankreich.de/de/energie/erneuerbare-meeresenergien-neuer-aufruf-zur-interessenbekundung-der-franzosischen-regierung/
– Detaillierte Beschreibungen der einzelnen Projekte: http://www.presse.ademe.fr/2014/10/6-projets-pour-les-energies-marines-renouvelables.html

Quelle: Enerzine, “Energies marines renouvelables : 6 projets pour accélérer le déploiement” – 27.10.2014 – http://www.enerzine.com/7/17776+energies-marines-renouvelables—6-projets-pour-accelerer-le-deploiement+.html

Redakteurin: Daniela Niethammer, daniela.niethammer@diplomatie.gouv.fr

Daniela Niethammer | Wissenschaft Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

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