Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine Lampe zum Wohlfühlen - FH-Wissenschaftler entwickeln neuartiges Lichtsystem

03.11.2015

Wer möchte das nicht - sich in seinen eigenen vier Wänden wohlfühlen. Worte wie Behaglichkeit, Gemütlichkeit und Wärme kommen einem in den Sinn, und eine große Rolle dabei spielt das Licht. „Der Beleuchtungsmarkt wird immer stärker dominiert von LED-Lampen“, sagt Prof. Dr. Holger Heuermann von der FH Aachen, „dabei empfinden viele Menschen dieses Licht als kalt und ungemütlich.“ Gemeinsam mit den Doktoranden Stephan Holtrup und Christoph Schopp sowie dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Ulrich Gräser hat er eine Technologie entwickelt, die es erstmals erlaubt, Leuchtmittel herzustellen, die die Vorteile der LEDs mit einem warmen, behaglichen Licht verbinden.

Früher war es einfacher – da hatten die Kundinnen und Kunden eigentlich nur die Wahl, ob sie eine 60- oder 100-Watt-Birne in die Fassung ihrer Wohnzimmerlampe schrauben. Aber die konventionellen Glühbirnen waren echte Energiefresser, oder wissenschaftlich ausgedrückt: Der Effizienzgrad war gering (etwa 10 Lumen/Watt).


Das Bild zeigt den elektrodenfreien Glaskörper der Lampe, im Hintergrund die Steuerelektronik

FH Aachen / Arnd Gottschalk

Zudem hatten sie eine geringe Lebensdauer. Die Leuchtmittelhersteller brachten mit der Zeit eine ganze Reihe von innovativen Produkten auf den Markt – Halogenlampen, Gasentladungslampen (die sogenannten Energiesparlampen), LED-Lampen –, aber keine Variante vermag es, energiesparend zu sein und zugleich ein behagliches Licht abzugeben. Marktführer sind derzeit die LED-Lampen.

Sie sind mit rund 100 Lumen/Watt sehr effizient, sie sind preiswert herzustellen und langlebig, aber sie geben eben auch ein Lichtspektrum ab, das viele Menschen als unangenehm empfinden. Oft werden sie als ein- oder mehrfache Punktstrahler eingesetzt, die auftretenden Schatten werden als störend wahrgenommen.

Die neue Technologie, die am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik entwickelt worden ist, basiert auf dem Prinzip der Hochdrucklampen, das auch aus Beamern oder Xenonlampen bekannt ist: Elektrischer Strom fließt durch ein Gas und ionisiert es – ein Plasma in Form eines Lichtbogens wird erzeugt.

Dieses wiederum gibt Licht ab. Das Neuartige an der Entwicklung der FH-Wissenschaftler ist, dass die Elektrode und das Gas voneinander getrennt sind. „Dadurch erreichen wir eine sehr hohe Lebensdauer, weil der Verschleiß deutlich geringer ist“, erklärt Prof. Heuermann. Ein weiterer Vorteil ist, dass das neue Lichtsystem sehr effizient ist.

Die Aachener Forscher haben mit ihrem Demonstrationsmodell eine Ausbeute von 135 Lumen/Watt erzielt und sind damit in Bereiche vorgestoßen, die bisher den LED-Lampen vorbehalten waren. Und nicht zuletzt kann die Zusammensetzung des Gases in der Lampe so gewählt werden, dass sie ein warmes, an altbekannte Glühbirnen erinnerndes Licht abgibt.

Das neue Lichtsystem ist eines der Resultate eines dreijährigen Forschungsprojekts am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik, das im Rahmen des NRW-Programms „FH extra“ gefördert wurde. „Wir erzeugen das Plasma mit einer Frequenz von 2,45 Gigahertz“, erläutert Prof. Dr. Holger Heuermann, „bei unserem Forschungsprojekt haben wir erstmals auch andere Frequenzbereiche getestet“.

Vor allem die Ergebnisse bei 1,3 Gigahertz seien vielversprechend, sie sollen in zukünftige Entwicklungsprojekte in den Bereichen Licht, Medizintechnik und Automotive einfließen. Die Forschungsarbeit und die Entwicklung der neuen Lichttechnologie war ein Gemeinschaftsprojekt der FH Aachen mit der Ruhr-Universität Bochum und dem Lichttechnischen Institut des Karlsruhe Institute of Technology.

Team Pressestelle | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.fh-aachen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften
29.03.2017 | Technische Universität Dresden

nachricht Elektromobilität: Forschungen des Fraunhofer LBF ebnen den Weg in die Alltagstauglichkeit
27.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten