Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Boeing und COMAC fliegen mit altem Speiseöl

25.10.2012
Chinesisches Technologiezentrum startet Forschungsprojekt

In Zukunft werden Flugzeuge mit altem Speiseöl abheben, wenn es nach dem Luftfahrtkonzern Boeing und seinem chinesischen Pendant COMAC geht. Um dieses Ziel zu erreichen, hat ein gemeinsames Technolgiezentrum der beiden jetzt den Start eines Forschungsprojekts bekannt gegeben, das vom Alternative-Enerigen-Spezialisten Hangzhou Energy Engineering & Technology http://hzeeec.com/english durchgeführt wird.

Großes Chance

Ziel der Forschungsarbeit ist es, störende Verunreinigungen in gebrauchtem Speiseöl zu identifizieren und Verfahren zur effizienten, kostengünstigen Aufbereitung als Treibstoff für Jets zu entwickeln. Damit könnte ein alternatives Treibstoffkonzept, das sich im Straßenverkehr bereits bewährt hat, einen neuen Höhenflug erleben. Das ist eine große ökologische Chance: Allein China verbraucht jährlich 20 Mio. Tonnen Kerosin, doch werden pro Jahr 29 Mio. gebrauchtes Speiseöl als sogennantes "Gutter Oil" entsorgt.

"China ist der schnellstwachsende Luftfahrtmarkt der Welt und zugleich der größte Konsument von Speiseöl", betont Qin Fuguang, Präsident des COMAC-eigenen Beijing Aeronautical Science and Technology Research Institute. "Es gibt großes Potenzial für die Umwandlung des Abfall-Öls in nachhaltigen Treibstoff für Jets." Um dieses Potenzial zu erschließen, startet das gemeinsam mit Boeing finanzierte Forschungsprojekt. Denn ausreichend effiziente und günstige Umwandlungsverfahren könnten einen entsprechend großen Vorrat an Biotreibstoff erschließen.

Bewährtes Konzept

Im ersten Projektjahr geht es daher insbesondere darum zu zeigen, das seine signifikante Kostenreduktion bei der Umwandlung von Gutter Oil und anderen Ölabfällen in Treibstoff für Jets zu erzielen. Ansatzpunkt dafür ist insbesondere eine verbesserte Effizienz der Umwandlung und zugehöriger Technologien. Das Boeing-COMAC-Forschungszentrum arbeitet dabei auch mit chinesischen Universitäten zusammen. Ziel ist letztendlich eine effizientere kommerzielle Luftfahrt, die gleichzeitig weniger Schadstoffausstoß verursacht.

Zumindest auf der Straße ist der Ansatz, alte Speiseöle als Treibstoff zu nutzen, lang bewährt. Bei den Grazer Verkehrsbetrieben http://holding-graz.at/linien.html beispielsweise sind erste Busse schon 1994 mit gereinigtem Altspeiseöl gefahren, bis 2005 war die komplette Flotte umgestellt.

Der Ausstoß von Staubpartikeln konnte so um bis zu 50 Prozent gesenkt werden, gleichzeitig wird gebrauchtes Speiseöl sinnvoll entsorgt. Das Prinzip ist aber nicht einfach eins zu eins auf die Luftfahrt übertragbar. Denn im Straßenverkehr sind aufbereitete Speiseöle ein Dieselersatz. Ein Biotreibstoff, der Kerosin ersetzen soll, muss hingegen anderen Qualitätsanforderungen genügen.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://boeing.com
http://english.comac.cc

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Elektrische Felder steuern Nano-Maschinen 100.000-mal schneller als herkömmliche Methoden
19.01.2018 | Technische Universität München

nachricht Perowskit-Solarzellen: mesoporöse Zwischenschicht mildert Einfluss von Defekten
18.01.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie