Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geothermie-ZIP: Starker Schub aus Berlin für die Geothermie-Forschung

30.04.2002


Aus den Mitteln seines laufenden Zukunfts-Investitions-Programms (ZIP) stellt der Bund rund 26 Mio. Euro für die Weiterentwicklung geothermischer Technologien für insgesamt 15 Maßnahmen zur Verfügung. Beteiligt daran sind das Ministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) sowie über das Bundesumweltministerium (BMU). Im Vordergrund der geförderten Maßnahmen steht die Stromerzeugung aus der Energie aus der Tiefe.



Aus den Mitteln seines laufenden Zukunfts-Investitions-Programms (ZIP) stellt der Bund rund 26 Mio. Euro für die Weiterentwicklung geothermischer Technologien für insgesamt 15 Maßnahmen zur Verfügung. Beteiligt daran sind das Ministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) sowie über das Bundesumweltministerium (BMU). Im Vordergrund der geförderten Maßnahmen steht die Stromerzeugung aus der Energie aus der Tiefe.



Geothermische Kraftwerke könnten in der Zukunft auch in unseren Breiten einen interessanten Beitrag zu einer klimaschonenden und umweltfreundlichen Energieversorgung leisten. Interessant vor allen Dingen deswegen, weil mit ihr eine weitere unerschöpfliche Energieressource erschlossen werden kann, die zudem in der Lage ist, witterungsunabhängig zuverlässig Strom zu liefern.

Gefördert werden u. a. Vorhaben zur Weiterentwicklung der Hot-Dry-Rock-Technik. Insbesondere wird die Fortführung des erfolgreichen Europäischen HDR-Projektes in Soultz-sous-Forêts (Elsass) durch deutsche Mittel an die auf diesem Feld tätigen deutschen Arbeitsgruppen (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Hannover, Ruhr-Universität Bochum, GGA-Institut, Hannover, MeSy, Bochum und GTC Kappelmeyer, Karlsruhe) unterstützt. Allein 6.5 Mio. Euro werden in ein Folgevorhaben im schwäbischen Bad Urach investiert, mit dem die Übertragbarkeit der in Soultz gewonnenen Erkenntnisse auf andere geologische Verhältnisse untersucht werden soll. Erfolg vorausgesetzt, möchte man in Bad Urach ein erstes HDR-Kraftwerk errichten.

Ähnliche Ziele verfolgt ein Vorhaben des GeoForschungsZentrums in Potsdam nordöstlich von Berlin. In Groß Schönebeck in der Schorfheide wird eine ehemalige Erdgasbohrung als Feldtestlabor genutzt, um die Möglichkeiten geothermischer Stromerzeugung im tiefen Sedimentgestein zu untersuchen.

In Bremerhaven wird ein völlig anderer Weg beschritten, der aber auch in die gleiche Richtung führen soll, d. h. die Nutzung der Geothermie von Dampf- oder Heißwasserressourcen unabhängig zu machen. Hier entsteht eine über 5 Kilometer tiefe Bohrung, die Wärme aus dem Untergrund entnimmt und mit der dann der Neubau des Alfred-Wegener-Instituts beheizt werden kann. Das Projekt sieht vor, dass zusätzlich noch eine kleine Stromversorgung etabliert wird. Als Wärmeträger soll in dieser supertiefen Erdwärmesonde Ammoniak eingesetzt werden.

Bislang galten die deutschen Thermalwasservorkommen nicht als heiß genug, um sie für die Elektrizitätsversorgung einspannen zu können. Mit neuen Turbinenentwicklungen könnte sich das ändern. ORC- und Kalina-Cycle-Maschinen arbeiten mit Flüssigkeiten, die schon bei Temperaturen ab 90 °C verdampfen und somit einen Turbinenprozess ermöglichen. Thermalwassertemperaturen ab 100 °C sind aber auch in Deutschland nicht ungewöhnlich. Im Voralpenland, im Oberrheintal oder in Nordostdeutschland können also, gewöhnlich in Verbindung mit Wärmeversorgungsanlagen, entsprechende innovative Turbinen aufgestellt werden. In Österreich wurden in den letzten Jahren zwei kleine Kraftwerke installiert. Inzwischen interessiert sich auch die Biomasse-Branche für diese Technologie. In der Geothermie müssen vor allem die geologischen Rahmenbedingungen genauer untersucht werden, um solche Projekte weiter verbreiten zu können. Für Forschungs- und Messprogramme stellt der Bund deshalb Mittel für Vorhaben u. a. in Bruchsal (Baden-Württemberg), Offenbach (Rheinland-Pfalz) und Unterhaching (Bayern) zur Verfügung.

Die Gelder stammen aus den Erlösen des Bundes beim dem Verkauf der UMTS-Lizenzen. Eine der treibenden Kräfte hinter diesem Beschluss war der forschungspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Hans-Josef Fell. Die Geothermische Vereinigung sieht mit diesem Programm ihre Anstrengungen hinsichtlich einer Stärkung der geothermischen Forschung in Deutschland bestätigt.

Weitere Informationen zum Geothermie-ZIP und zu allen anderen Bereichen der Geothermie finden Sie, ständig aktualisiert, auf unserer Homepage www.geothermie.de. Sie können sich in den Verteiler unseres Email-Newsletters geothermie.de aufnehmen lassen, das Sie normalerweise wöchentlich in Schlagzeilen kurz über die aktuellen Themen der Homepage und über aktuelle Entwicklungen aus der Geothermie informiert.

Werner Bussmann | idw

Weitere Berichte zu: BMWi Geothermie Geothermie-ZIP Kraftwerk Stromerzeugung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Flüssiger Treibstoff für künftige Computer
15.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Cybersicherheit für die Bahn von morgen

24.03.2017 | Informationstechnologie

Schnell und einfach: Edge Datacenter fürs Internet of Things

24.03.2017 | CeBIT 2017

Designer-Proteine falten DNA

24.03.2017 | Biowissenschaften Chemie