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Zitterfreier Mini-Beamer

01.06.2007
Wer eine Spielkonsole hat, der braucht üblicherweise auch einen Bildschirm. Die Konsole der Zukunft kann die Spiele jedoch direkt auf die Wand projizieren – mit einem Laserprojektor im Miniaturformat. Sogar mit dem Handy lassen sich Bilder zitterfrei an die Wand werfen.

Die Fahrt im Auto dauert schon Stunden, wer hinten sitzt, dem bleibt zur Ablenkung oft nur der Blick aus dem Fenster. »Sudoku« auf dem Handy spielen ist auf Dauer anstrengend, denn der Bildschirm ist klein und es wackelt ständig. Eine Entwicklung des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden könnte in solchen Situationen der Langweile ein Ende bereiten: Ein neuartiger Laserprojektor im Miniaturformat – quasi ein Mini-Beamer – lässt sich zukünftig in jedes mobile Endgerät einbauen und projiziert das Bildschirmbild in DIN A3-Größe auf jede Fläche. Der Clou: Ganz gleich, ob der Handynutzer zittert oder ob es im Auto wackelt – das Bild bleibt ruhig.

Den Forschern am IPMS ist es gelungen, den bereits von ihnen ge-meinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF entwickelten Miniatur-Projektor nun gegenüber geringen Bewegungen unempfindlich zu machen. »Wir kombinieren unser kompaktes Laserprojektionssystem mit Beschleunigungs- und Drehratensensoren«, erklärt Dr. Michael Scholles, Geschäftsfeldleiter am IPMS. »Dieses Sensorsystem detektiert jede Art von Bewegung und sendet die Daten an die Bildverarbeitung. Hier wird das projizierte Bild entgegen der Bewegung gedreht und Erschütterungen ausgeglichen.« In künftigen Handheld-Geräten, etwa eine Kombination aus Mobiltelefon, PDA und Spielkonsole, kann man mit dem System jede Anwendung wackelfrei auf eine angenehme Größe projizieren. »In ein bis zwei Jahren könnte das System marktreif sein«, schätzt Scholles.

Zudem wollen die Entwickler ihr System als aktive Steuerung nutzen, etwa als Maus-Ersatz oder Steuerknüppel. Das bietet sich vor allem zur Steuerung von mobilen Geräten an, etwa PDAs oder Handys, bei denen eine Maus ungünstig ist. Für Computerspiele haben die Forscher als Demonstrator ein handelsübliches Lenkrad mit ihrem Mini-Laserprojektor ausgestattet. Der Projektor, der auf der Achse des Lenkrads befestigt ist, wirft das Bild des Computerspiels an die Wand. Gleichzeitig ermittelt das Sensorsystem die Bewegung des Lenkrads und steuert darüber die Figuren im Spiel – ähnlich wie ein Joystick.

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Das Projektionssystem selbst ist mit einem ebenfalls am IPMS entwickelten mikromechanischen Scannerspiegel ausgestattet, der den Lichtstrahl zeilen- und spaltenweise ablenkt und so das Bild aufbaut. Der Beamer hat eine Größe von nur 17 x 7 x 5 Millimetern. Diese Miniaturisierung gelang den Forschern, indem sie anstelle von herkömmlichen Lampen Laserdioden als Lichtquelle nutzen.

Dr.-Ing. Michael Scholles | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ipms.fhg.de

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