Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kampf den heimlichen Stromfressern im Haushalt

28.03.2007
Elektronische Geräte sollen ohne Standby auskommen, fordern Politiker. Doch ein solches Verbot ist unrealistisch, sagt das Fraunhofer ISI.

Statt dessen sollten alle Geräte einen echten Netzschalter haben und mit einem Standby-Label gekennzeichnet werden. Stromfresser lauern überall im Haushalt, wie ein Feldtest des Instituts zeigt, vor allem dort, wo man sie am wenigsten vermutet.

18 Milliarden Kilowattstunden - die Jahresproduktion von zwei Kernkraftwerken - verbrauchen elektronische Geräte in Deutschland im Standby-Betrieb. Politiker fordern deshalb ein Verbot der heimlichen Stromfresser. Doch das ist unrealistisch, sagt das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe. Standby bedeutet Komfort für den Verbraucher - Stichwort: Fernbedienung -, sorgt aber auch für die Speicherfunktion, für den Betrieb eingebauter Uhren, Kontrollanzeigen, Steuerungen und vieles andere. Dennoch könnten rund sechs Milliarden Kilowattstunden eingespart werden, wenn die Hersteller hierfür die modernste Technik einsetzen würden. Die geringen Mehrkosten zahlen sich durch eingesparte Stromkosten schnell aus.

Doch woran erkennt der Käufer ein energieeffizientes elektronisches Gerät? "Wir fordern ein Label, das den Energieverbrauch von Computern oder Fernsehern im Standby-Betrieb offenlegt", sagt Barbara Schlomann, Projektleiterin am Fraunhofer ISI. Außerdem sollten Obergrenzen für den Standby-Verbrauch festgelegt werden. Technisch sind heute Werte von unter einem Watt erreichbar. Die Verringerung des Standby-Verbrauchs ist aber nur ein Aspekt. Was die wenigsten Kunden wissen: Selbst wenn sie ein Gerät bewusst ausgeschaltet haben, kann es noch Strom verbrauchen. Dieser Schein-Aus-Zustand verschlingt weitere drei Milliarden Kilowattstunden. Hier empfiehlt das Institut eine gesetzliche Verpflichtung zum Einbau von echten Netzschaltern, die Geräte komplett vom Stromnetz trennen.

Weitere Beispiele für verborgene Stromfresser sind die für den Fernsehempfang immer häufiger erforderlichen Set-Top-Boxen, Internet-Router und Niedervolt-Halogenleuchten mit Transformator - alles Geräte, die häufig rund um die Uhr das ganze Jahr unnötig Strom verbrauchen. Ein Feldtest des Fraunhofer ISI hat gezeigt, dass Haushalte mit überwiegend Halogenlampen bis zu 20 Prozent der Stromrechnung für die Beleuchtung ausgeben, in Haushalten mit Energiesparlampen sind es dagegen nur fünf Prozent. Erfreulich: Glühlampen, die nur höchstens zehn Prozent der Energie in Licht verwandeln, sind in den untersuchten Haushalten auf dem Rückzug. Werden sie aber durch energieintensive Halogenlampen statt Energiesparlampen ersetzt, ist für Energiekostensparen und Klimaschutz nichts gewonnen.

Kontakt:
Barbara Schlomann
Telefon: 0721 / 6809 - 136
E-Mail: barbara.schlomann@isi.fraunhofer.de
Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersucht Marktpotenziale technischer Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinären Forschungsgruppen konzentrieren sich auf neue Technologien, Industrie- und Serviceinnovationen, Energiepolitik und nachhaltiges Wirtschaften sowie auf die Dynamik neuer Märkte und die Innovationspolitik.

Bernd Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm

Weitere Berichte zu: Energiesparlampe Standby Standby-Betrieb Stromfresser

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife
25.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Netzspannung und Lastströme live und präzise im Blick
24.04.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics