Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Nanoblitze" werden erforscht - Zündkerzen künftig mit weniger Platin?

31.08.2006
Eine neue Generation von Elektroden- und Kontaktwerkstoffen soll elektrische Bauteile so zuverlässig und langlebig machen wie nie zuvor: Mit dem Phänomen der Elektroerosion beschäftigen sich Saarbrücker Werkstoffwissenschaftler unter Leitung von Prof. Dr. Frank Mücklich (Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe) zusammen mit den Konzernen Bosch, Heraeus, Siemens und Umicore sowie drei weiteren Forschungsinstituten. Das Bundesforschungsministerium fördert das Vorhaben mit mehr als vier Millionen Euro.

Unser täglicher Umgang mit Elektrizität ist von Blitzen begleitet: Beim Anlassen des Autos, Betätigen des Lichtschalters, dem Anwerfen des PCs oder Schalten von Haushaltsgeräten entstehen "Nanoblitze", die gegenüber Gewitterblitzen zwar nur mikroskopisch klein sind, aber dennoch zu gravierenden Schädigungen führen: Ein einzelner Nanoblitz kann Millionen von Atomen aus dem Werkstoff herausreißen, nanometergroße Krater entstehen. Oft genug wiederholt, beendet diese Werkstoffschädigung irgendwann plötzlich die Funktion der meisten Schalter und Kontakte - ein ständig wachsendes Problem für die Zuverlässigkeit wegen der immer komplexer werdenden elektrischen Geräte.

Einen extremen Modellfall der Elektroerosion stellen auch die wohlbekannten Zündkerzen im Automobil dar. Derzeit sorgt viel teueres Platin dafür, dass die Elektrode der Zündkerze gegenüber Elektroerosion lange widerstandsfähig bleibt. Optimierte Werkstoffe könnten künftig das Platin teilweise ersetzen und die selbe Lebensdauer der Zündkerze erheblich wirtschaftlicher gewährleisten.

Werkstoffwissenschaftler der Saar-Uni wollen nun im Verbund mit den vier Konzernen Bosch, Heraeus, Siemens und Umicore, dem Forschungsinstitut für Edelmetalle und Metallchemie, Schwäbisch Gmünd und den Lehrstühlen für Verbundwerkstoffe der Technischen Universität Chemnitz und für Elektrische Geräte und Anlagen der Universität Ilmenau extrem zuverlässige und langlebige Elektroden- und Kontaktwerkstoffe für elektrische Bauteile entwickeln: Das grundlegende Phänomen der Elektroerosion steht im Mittelpunkt des neuen Forschungsprojektes, das die Saarbrücker Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Frank Mücklich nach mehrjährigen Vorarbeiten mit der Bosch-Forschung ins Leben gerufen haben.

... mehr zu:
»Elektroerosion »Platin »Zündkerze

Von den Gutachtern des Bundesforschungsministeriums mit Bestnoten bewertet, wird das Projekt jetzt mit über vier Millionen Euro gefördert.

Sie haben Fragen? Dann setzen Sie sich bitte in Verbindung mit
Prof. Frank Mücklich (Tel: 0681 302-2048; muecke@matsci.uni-sb.de)
und Thomas Jörn (Tel: 0681 302-3408; t.joern@mx.uni-saarland.de

Claudia Ehrlich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de

Weitere Berichte zu: Elektroerosion Platin Zündkerze

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Ein Supermikroskop für ganz Nordbayern
17.01.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht ISFH-CalTeC ist anerkanntes Kalibrierlabor für die Bestätigung von Solarzellen-Weltrekorden
17.01.2018 | Institut für Solarenergieforschung GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Polymere aus Bor produzieren

18.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Humane Sachbearbeitung mit Künstlicher Intelligenz

18.01.2018 | Informationstechnologie

Modularer Genverstärker fördert Leukämien und steuert Wirksamkeit von Chemotherapie

18.01.2018 | Biowissenschaften Chemie