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Mit GREX in die Unterwasser-Welt - Internationales Forschungsprojekt zu Fahrzeugverbänden im Meer

20.07.2006
GREX ist das lateinische Wort für Schwarm oder Herde und symbolisiert den Kern des Forschungsvorhabens - den Entwurf und die Realisierung von Methoden zur Koordinierung und Steuerung von Teams, Gruppen bzw. Schwärmen unterschiedlicher unbemannter technischer Systeme in unbekannter Umgebung. Der Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz von Meeres-Fahrzeugverbänden (vorwiegend unter Wasser) zur Lösung von Aufgaben, die durch einzelne Fahrzeuge nicht oder nur mit großem Aufwand bewältigt werden können. Beispiele sind die Kartierung von Meereslebensräumen, die Suche nach hydrothermalen Schloten und das Aufspüren und Verfolgen von Fischschwärmen.

Das Projekt gliedert sich ein in Programme zur Erforschung der Ozeane für unterschiedliche europäische Industrien und für die Forschung etwa in der Biotechnologie, Pharmazie, im Energiesektor und im Umweltschutz.

Die technischen Probleme, die beim Einsatz von Fahrzeugverbänden im Meer gelöst werden müssen, sind komplexer als bei Anwendungen auf dem Land oder in der Luft.

Es fehlt ein verlässliches, GPS-basiertes Navigationssystem und es mangelt an verlässlicher Kommunikation. Zusätzlich können externe nichtvorhersehbare Störungen Probleme aufwerfen, die in dieser Form in anderen Bereichen nicht auftreten. Dennoch besteht die realistische Aussicht, die in diesem Projekt gefundenen Lösungen und entwickelten Systeme auch in anderen wissenschaftlichen und kommerziellen Bereichen anwenden zu können.

Koordinator des Konsortiums ist die auf dem Gebiet der Entwicklung unbemannter Unterwasserfahrzeuge in Europa führende Firma ATLAS ELEKTRONIK GmbH Bremen.

Die TU Ilmenau ist durch das Fachgebiet Systemanalyse der Fakultät für Informatik und Automatisierung vertreten, verantwortlich für die Konzeption und die Umsetzung der Steuersoftware für das Missionsmanagement. Dies beinhaltet die Missionsvorplanung durch einen menschlichen Bediener, die automatische Missionsüberwachung während der Durchführung und, wenn nötig, die Missionsumplanung. Das Manövermanagementsystem erteilt generelle Bewegungsbefehle, welche das gesamte Team betreffen. Das Missionsmanagementsystem überwacht und verändert gegebenenfalls den Teammissionsplan.

Weitere beteiligte Firmen bzw. Einrichtungen sind Ifremer (Frankreich), Innova S.p.A (Italien), MC Marketing Consulting (Deutschland), SeeByte Ltd. (Großbritannien), Technische Universität Lissabon (IST/ISR; Portugal), SCIANT (Bulgarien) und die Universität der Azoren (IMAR-DOP; Portugal).

Die Universität der Azoren beschäftigt sich mit biologischen Forschungen im Unterwasserbereich und organisierte das Kick-Off-Meeting in Horta auf der Azoreninsel Faial vom 12.-14. Juni 2006, wo mit der Beratung und Festlegung der Arbeitsschwerpunkte für die erste Arbeitsperiode der Startschuss für das Projekt erfolgte.

Neben dem "Seewolf" von ATLAS ELEKTRONIK Bremen sollen weitere Unter- und Oberwasserfahrzeuge der beteiligten französischen und portugiesischen Partner als Teammitglieder in einem Schwarm zum Einsatz kommen, wie z.B. das Unterwasserfahrzeug asterx der französischen Firma Ifremer.

Das Projekt hat eine Laufzeit von 37 Monaten (1. Juni 2006 bis 30. Juni 2009) und wird von der Europäischen Union mit insgesamt 2 890 314 Euro gefördert, wovon auf die TU Ilmenau 569 200 Euro entfallen. Damit können u.a. zwei wissenschaftliche Mitarbeiter sowie mehrere wissenschaftliche Hilfskräfte in dem Projekt beschäftigt werden.

Kontakt/Information an der TU Ilmenau:
Fakultät für Informatik und Automatisierung
Fachgebiet Systemanalyse
PD Dr. Peter Otto Tel. 03677 69-2773
peter.otto@tu-ilmenau.de

Wilfried Nax M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de
http://www.tu-ilmenau.de/fakia/Projekte.1615.0.html

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