Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rekord-Betriebsdauer der Brennstoffzelle HotModule am Universitätsklinikum Magdeburg

16.06.2006
Gemeinsame Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Als weltweit erstes Brennstoffzellensystem erreichte die Anlage HotModule am Magdeburger Universitätsklinikum im Mai 2006 eine Rekord-Betriebsdauer von 30.000 Stunden und demonstrierte damit, dass diese Technologie auf dem besten Weg zur wirtschaftlichen Stromerzeugung ist.


Quelle: MTU

Der Betrieb der Anlage wurde von Forschern der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und des Max-Planck-Institutes für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg begleitet und fand nun seinen Abschluss.

Die Brennstoffzellenanlage HotModule wurde 2002 im Universitätsklinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg installiert und von der IPF Heizkraftwerksbetriebsgesellschaft mbH betrieben - im Rahmen eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Feldversuchs. Ursprünglich war die Betriebsdauer des ersten Zellstapels auf 20.000 Stunden ausgelegt, das HotModule hielt deutlich länger als erwartet und ging erst nach 30.018 Betriebsstunden im Mai 2006 vom Netz. Damit wurde ein Weltrekord für die Lebensdauer von Schmelzkarbonat-Brennstoffzellenstapel aufgestellt.

Parallel zum Betrieb der Brennstoffzellenanlage lief von Mai 2002 bis Dezember 2005 ein Verbundforschungsprojekt, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und koordiniert von Prof. Dr.-Ing. Kai Sundmacher, Lehrstuhl für Systemverfahrenstechnik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Am Projekt arbeiteten neben den Ingenieuren der Universität Magdeburg eine Forschergruppe des Max-Planck-Institutes für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg sowie Ingenieurmathematiker der Universität Bayreuth. Ziel war die Entwicklung neuer Regelungsstrategien für Brennstoffzellensysteme.

Aus der Sicht von Prof. Sundmacher gestaltete sich die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie bei diesem Projekt einzigartig und idealtypisch: "Die Kooperationspartner gewährten den beteiligten Wissenschaftlern freien Zugang zur Anlage und ermöglichten die Erfassung der relevanten Messdaten über das Prozessleitsystem."

Mit diesem Forschungsprojekt bot sich die Möglichkeit, neue Werkzeuge für eine weitere grundlegende Brennstoffzellenforschung zu entwickeln. Der Weg für leistungsfähigere Brennstoffzellen mit längeren Laufzeiten wurde geebnet. Zudem sind im Zuge dieses Projektes Erfolge in der Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses zu verzeichnen: Die Vorlesung zum Thema Brennstoffzellensysteme fand unmittelbar neben der HotModule-Anlage statt. Promotionen und Habilitationen auf diesem Gebiet wurden erfolgreich abgeschlossen.

Der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Klaus Erich Pollmann, hob das enge Zusammenwirken von Grundlagenforschung und anwendungsbezogener Forschung in diesem Projekt hervor. Er unterstrich, "dass die Hochschulen zeigen müssen, wie wichtig sie für wirtschaftliche Entwicklungen im Land sind".

Darüber hinaus erwies es sich sowohl für den Hersteller MTU CFC Solutions GmbH als auch für die Partner aus der Wissenschaft als ein glücklicher Umstand, mit Joachim Berndt, Senior Chef der IPF Heizkraftwerksgesellschaft Magdeburg, einen "engagierten technologischen Vorreiter" mit unternehmerischer Initiative und Durchsetzungskraft getroffen zu haben, um dieses Vorhaben umzusetzen. Der Betrieb der Brennstoffzellenanlage HotModule ist ein "wichtiger Meilenstein zu einem ausgereiften, umweltfreundlichen System", so Diplom-Physiker Stefan Rolf, technischer Leiter der MTU CFC Solutions GmbH Ottobrunn.

Waltraud Riess | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-magdeburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Power-to-Liquid: 200 Liter Sprit aus Solarstrom und dem Kohlenstoffdioxid der Umgebungsluft
24.07.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Ein leistungsfähiges Lasersystem für anspruchsvolle Experimente in der Attosekunden-Forschung
19.07.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu Sprachdialogsystemen und Mensch-Maschine-Kommunikation in Saarbrücken

24.07.2017 | Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Power-to-Liquid: 200 Liter Sprit aus Solarstrom und dem Kohlenstoffdioxid der Umgebungsluft

24.07.2017 | Energie und Elektrotechnik

Innovationsindikator 2017: Deutschland auf Platz vier von 35, bei der Digitalisierung nur Rang 17

24.07.2017 | Studien Analysen

Netzwerke statt Selbstversorgung: Wiesenorchideen überraschen Bayreuther Forscher

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie