Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Schaerfster" 3D-Drucker Oesterreichs in Betrieb

15.11.2005


Österreichs höchstauflösender 3D-Drucker wurde von der Technischen Universität (TU) Wien und der Fachhochschule (FH) Wiener Neustadt installiert und ist seit Oktober dieses Jahres betriebsbereit.



Wien (TU) Drucker, mit denen dreidimensionale Objekte erstellt werden können, sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Berichtenswert erscheint jedoch die Tatsache, dass dank der Initiative von ForscherInnen der TU Wien und der FH Wiener Neustadt Österreichs "schärfster", sprich höchstauflösender 3D-Drucker betriebsbereit ist. Dieses hochpräzise System eröffnet der österreichischen Forschungslandschaft und auch der österreichischen Industrie neue Möglichkeiten zur Herstellung komplexer dreidimensionaler Miniaturbauteile wie sie in immer mehr Elektronikgeräten - z.B. Stecker und Halterungen in Mobiltelefonen - sowie in der Medizintechnik verwendet werden.



Der superpräzise 3D-Drucker existiert in dieser Form weltweit nur ein Mal. Er wurde nach den Spezifikationen der beiden Projektpartner in Deutschland gefertigt und kostete immerhin 200.000,- Euro. Das beantwort eine der Fragen nach der Kooperation zwischen der TU Wien und der FH Wiener Neustadt. Eine weitere Erklärung liegt in der Intensivierung der Forschungszusammenarbeit. Die Kooperation ist ein gutes Beispiel dafür, dass Unis und Fachhochschulen durch gemeinsame Investitionen begrenzte Forschungsmittel besser ausnützen können.

Die neue Mikro-Rapid-Prototyping-Anlage, die im Oktober dieses Jahres in den Institutslaborräumen in der Wiener Favoritenstraße in Betrieb genommen wurde, leistet viel: von der Produktion kostengünstiger Prototypen oder Kleinserien bis hin zu komplexen Bauteilen, die mit den herkömmlichen und gängigen Fertigungstechnologien nicht mehr realisierbar sind. Sie können mit einem stereolithografischen Verfahren unmittelbar aus einem 3D-CAD-Modell generieren. Ein CAD-Modell wird in Schichten zerlegt und aus diesen werden direkt die Daten zur flexiblen Prozesssteuerung ermittelt. Diese Daten steuern einen ultravioletten Laserstrahl in Bahnen über die Oberfläche eines flüssigen Polymers. Durch eine lokale Aushärtung können in einer Schicht beliebige Geometrien erzeugt werden. Durch die Vernetzung der einzelnen Schichten entsteht das Bauteil 1:1 als physisches Abbild des CAD-Modells. Beispiele: http://www.tuwien.ac.at/pr/download/download_pa_48_05.shtml

Bei einem Bauraum von 40x40x40mm kann das Gerät beliebige Geometrien mit einer Auflösung in der x-y-Ebene von bis zu 5 Mikrometer, was 5000dpi entspricht, und 10 Mikrometer in der z-Ebene strukturieren. Das Gerät ist mit diesen Spezifikationen somit das höchstauflösende Stereolithographiegerät in Österreich.

Derzeit laufen bereits drei aktuelle Projekte, die sich diese neuen Möglichkeiten zunutze machen. Während sich die FH Wiener Neustadt auf Anwendungen im Werkzeugbau und industrienahe Dienstleistungen konzentriert, nutzt die TU Wien die Anlage zur Entwicklung neuartiger Photopolymere mit gezielt einstellbaren optischen und biofunktionellen Eigenschaften. So sollen beispielsweise gezielt optische Leiterbahnen in Platinen zur Versorgung optoelektronischer Bauelemente eingeschrieben werden. Für Anwendungen in der Zellbiologie besteht die Möglichkeit der Herstellung dreidimensional strukturierter Gerüste zur Untersuchung und Kultivierung von Zellkulturen.

Die beiden Institute für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie sowie Angewandte Synthesechemie der TU Wien haben gemeinsam mit der Fachhochschule Wiener Neustadt dieses System angeschafft. Neben Forschungsaktivitäten steht der neue 3D-Drucker österreichischen Firmen im Rahmen von Forschungskooperationen, Projekten und als Dienstleistung für die Einzelstück- bzw. Kleinserienfertigung von Mikrostrukturen zur Verfügung. Damit soll dem internationalen Trend in Richtung Rapid Prototyping Folge geleistet werden. Gleichzeitig werden neue Akzente in der österreichischen Mikrosystemtechnik-Landschaft gesetzt.

Neben Eigenmitteln der TU Wien wurden Förderungen im Rahmen des FHplus-Projektes "Einsatz von Rapid Prototyping Verfahren für den Mikroformenbau" sowie Mittel aus der österreichischen Nano-Initiative (Projekt ISOTEC) in dieses zukunftsträchtige Vorhaben investiert.

Rückfragehinweis:
Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr. Jürgen Stampfl
Technische Universität Wien
Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie
T: +43-1-58801-30862
Email: jstampfl@pop.tuwien.ac.at

Dipl.-Ing. (FH) Stephanie Fischer
Fachhochschule Wiener Neustadt für Wirtschaft und Technik Ges. m. b. H.
Fachbereich Mikrosystemtechnik
Email: stephanie.fischer@fhwn.ac.at

Mag. Karin Peter | idw
Weitere Informationen:
http://www.tuwien.ac.at

Weitere Berichte zu: 3D-Drucker Prototyping Schicht Werkstoffwissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Hochleitfähige Folien ermöglichen großflächige OLED-Beleuchtung
29.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

nachricht Fraunhofer-Forscher entwickeln Hochdrucksensoren für Extremtemperaturen
28.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wellen schlagen

Computerwissenschaftler verwenden die Theorie von Wellenpaketen, um realistische und detaillierte Simulationen von Wasserwellen in Echtzeit zu erstellen. Ihre Ergebnisse werden auf der diesjährigen SIGGRAPH Konferenz vorgestellt.

Denkt man an einen See, einen Fluss oder an das Meer, so sieht man vor sich, wie sich das Wasser kräuselt, wie Wellen gegen die Felsen schlagen, wie Bugwellen...

Im Focus: Making Waves

Computer scientists use wave packet theory to develop realistic, detailed water wave simulations in real time. Their results will be presented at this year’s SIGGRAPH conference.

Think about the last time you were at a lake, river, or the ocean. Remember the ripples of the water, the waves crashing against the rocks, the wake following...

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Maßgeschneiderte Nanopartikel gegen Krebs gesucht

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wolken über der Wetterküche: Die Azoren im Fokus eines internationalen Forschungsteams

29.06.2017 | Geowissenschaften

Wellen schlagen

29.06.2017 | Informationstechnologie