Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Solarenergie: Mit neuem Werkstoff die Sonne direkt anzapfen

04.09.2001


Verbundprojekt der Universitäten Bremen und Oldenburg wird von der Stiftung Volkswagen mit 600.000 Euro gefördert:

Auch die Nutzung alternativer Energie bedarf manchmal alternativer Konzepte. So arbeiten Materialwissenschaftler der Partneruniversitäten Bremen und Oldenburg daran, neue Methoden solartechnischer Anwendungen zu erschließen.

Sie konstruieren aus unterschiedlichen Stoffen einen neuen Werkstoff, mit dem sich die Kraft der Sonne direkt in elektrische Energie umwandeln lässt. Für dieses Forschungsvorhaben hat die Stiftung Volkswagen kürzlich 600.000 Euro für den Zeitraum von drei Jahren bewilligt. Auch eine japanische Forschergruppe ist an dem Verbundprojekt "Komplexe Materialien: Verbundprojekte der Natur-, Ingenieur- und Biowissenschaften" beteiligt.

In der Materialforschung ist es heute möglich, die Synthese unterschiedlicher Komponenten bis in den Nanometerbereich hinein zu kontrollieren. Im gemeinsamen Arbeitsgebiet entwickeln die Bremer und Oldenburger Forscher neue Molekularverbindungen und beschreiben die Eigenschaften dieser neuen Materialien. Schwerpunktmäßig werden dünne Filme von Materialien untersucht, die Bedeutung als aktive Schichten für die Sonnenenergiekonversion und chemische Sensorik haben. Die norddeutschen Materialforscher führen keramische (halbleitende) und organische (lichtabsorbierende) Komponenten zu neuem Material zusammen. Die beiden Komponenten, so das Forschungsziel, sollen sich simultan zu einem Film zusammenschließen, der dann als photoaktive Elektrode dient. Diese Elektroden werden in photoelektrochemischen Zellen untersucht, weil sie der wesentliche Faktor sind, um Solarenergie direkt in elektrische Energie umzuwandeln. Die Forscher orientieren sich bei ihren Experimenten am Wirkungsprinzip der Photosynthese bei grünen Pflanzen.

Zur Realisierung des Projektes ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit unabdingbar. Daher sind Arbeitsgruppen der Physikalischen Chemie und der Energie- und Halbleiterforschung der Universität Oldenburg, das Institut für Organische und Makromolekulare Chemie und das Institut für Angewandte und Physikalische Chemie der Universität Bremen und des Bereichs "Environmental and Renewable Energy Systems" der "Graduate School of Engineering" der Universität Gifu (Japan) an der Forschung beteiligt. Auf diese Weise ist die kompetente Bearbeitung von Fragen sowohl zur Synthese neuer Materialien, der elektrochemischen und oberflächenphysikalischen Charakterisierung der erhaltenen Kompositfilme als auch die Charakterisierung von aufgebauten Bauelementen (Devices) gesichert.

Die bereits seit mehreren Semestern bestehende Kooperation der Universitäten Bremen und Oldenburg im Bereich der materialwissenschaftlichen Forschung zum Thema "Molekularelektronische Hybridmaterialien" hat sich zu einem wichtigen Forschungsschwerpunkt der Region entwickelt. In den vergangenen Monaten erfuhr diese Zusammenarbeit zunehmend Anerkennung auch von außen. Das Hanse- Wissenschaftskolleg mit Sitz in Delmenhorst lud die Gruppen zu einem wissenschaftlichen Workshop in ihr Haus ein. Neben dem wissenschaftlichen Programm diente dieser Workshop auch dazu, die Gruppe am Kolleg längerfristig zu verankern. Erste Gäste des Kollegs, die die Gruppen in Oldenburg und Bremen auch international weiter stärken sollen, werden im Laufe des kommenden Wintersemesters in Delmenhorst erwartet. Ein Workshop unter internationaler Beteiligung ist für das kommende Frühjahr vorgesehen. Auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt Projekte im Rahmen des neu eingerichteten Schwerpunktes "Organische Feldeffekttransistoren". Und auch die Lehre erhält zusätzliche Impulse. So können Studierende aus Bremen im fortgeschrittenen Semester Materialwissenschaften als Schwerpunkt wählen und auch Veranstaltungen der Materialwissenschaften in Oldenburg besuchen.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Dieter Wöhrle
Universität Bremen

... mehr zu:
»Solarenergie »Synthese

Institut für Organische und Makromolekulare Chemie
Tel. 0421 / 218 2805 oder 2809

und

PD Dr. Derck Schlettwein
Universität Oldenburg


Physikalische Chemie
Tel. 0441 / 798 3963

Kai Uwe Bohn | idw

Weitere Berichte zu: Solarenergie Synthese

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Forscher entwickeln effizientere Systeme für Brennstoffzellen und Kraft-Wärme-Kopplung
19.04.2017 | EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie e. V.

nachricht Forscher entwickeln Elektrolyte für Redox-Flow-Batterien aus Lignin aus der Zellstoffherstellung
18.04.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung