Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heiße Energiequellen

13.06.2005


Ein Brennstoffzellen-Stack besteht aus einem Stapel in Reihe geschalteter keramischer SOFC-Zellen. Metallische Interkonnektoren gewährleisten den elektrischen Kontakt. © Bayer AG


Stapel aus Keramikplatten können selbst Brennstoffe wie Erdgas elektrochemisch in Strom umwandeln. Hochtemperaturbrennstoffzellen eignen sich besonders für die Energieversorgung von Gebäuden und Fahrzeugen. Ein junges Unternehmen will sie in den Markt einführen.

... mehr zu:
»APU »IKTS »SOFC »Staxera

Hochtemperaturbrennstoffzellen produzieren im Gegensatz zu anderen Typen Strom und Wärme nicht nur aus Wasserstoff oder Methanol, sondern auch aus kostengünstigeren und besser verfügbaren Brennstoffen wie Erdgas, Benzin, Diesel oder Biogas. Diese wandelt ein vorgeschalteter Reformer in Wasserstoff und Kohlenmonoxid um. Um die hohe Betriebstemperatur von über 800 °C zu erreichen, ist allerdings eine entsprechend lange Aufheizzeit erforderlich. Daher spielt dieser Brennstoffzelltyp seine Vorteile im Dauerbetrieb aus - also besonders in der Stromversorgung von Gebäuden oder Kraftfahrzeugen. Oft kann dort auch die Prozesswärme genutzt werden - im optimalen Fall werden dann Wirkungsgrade von über 90 Prozent erreicht. An der Entwicklung solcher SOFCs (solid oxide fuel cells) arbeiten Forscher vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Sinterwerkstoffe IKTS seit 1992. Sie gießen oder siebdrucken keramische Pasten und sintern sie zu den benötigten dünnen Plattenelektroden. "Als erste beherrschen wir inzwischen eine Keramik, die die Lebensdauer der Platten gegenüber den bisherigen verzehnfacht", betont Institutsleiter Professor Alexander Michaelis. "Zudem liefern sie den höchsten bei SOFC bisher erreichten elektrischen Wirkungsgrad."

Eine mit Anschlüssen versehenes Membrane Elektrode Assembly von der Größe einer CD liefert etwa 20 Watt elektrische Leistung. Zu Stacks hintereinandergestapelt, erzeugen sie eine Gesamtleistung, wie sie für die jeweilige Anwendung erforderlich ist. Als Auxiliary Power Units (APU) lassen sich die mobilen Stromerzeuger etwa in Booten, Camping- und anderen Kraftfahrzeugen einsetzen. Besser als konventionelle Lichtmaschinen können sie den steigenden Stromverbrauch moderner Fahrzeuge decken.


Brennstoffzellen werden schon länger als Zukunftstechnologie gehandelt. Seit 2003 kooperiert das IKTS mit den Firmen Webasto AG und der Bayer-Tochter HC Starck GmbH. Mit ihrem vor wenigen Tagen gegründeten Joint Venture wollen sie Brennstoffzellen-Stacks für APUs zur industriellen Serienreife weiterentwickeln. "Wir sind zuversichtlich, dass nun die Zeit reif ist, auf SOFC basierende Energiesysteme zu vermarkten", betont Dr. Christian Wunderlich, Geschäftsführer der Staxera GmbH. "Besonders wichtig sind uns ein robustes Design, eine stabil laufende Fertigung und die Übergabe der Gesamtlösung an den Kunden." Diese drei Grundsäulen sollen sicherstellen, dass sich Staxera erfolgreich auf dem Markt der dezentralen Energietechnik positioniert, der im Bereich solarer Energiesysteme bereits stark expandiert.

Ansprechpartner:
Dr. Mihails Kuznecovs
Telefon: 03 51 / 25 53-7 07
Fax: 03 51 / 25 54-1 34
mihails.kuznecov@ikts.fraunhofer.de

Dr. Michael Stelter
Telefon: 03 51 / 25 53-6 48
Fax: 03 51 / 25 53-6 00
michael.stelter@ikts.fraunhofer.de

welcome@staxerafuelcells.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.ikts.fraunhofer.de/publications/presse/presseinfo_staxera.pdf

Weitere Berichte zu: APU IKTS SOFC Staxera

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht IT-Kühlung: So schaffen Kleinbetriebe den Sprung in die IT-Profiliga
23.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Plug & Play: Drei auf einen Streich
29.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie