Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikro- und Nanotechnik sind Innovationstreiber Nr. 1

13.04.2005


Wo steht Deutschland im internationalen Vergleich bei Zukunftstechnologien? Welche Technologien liefern die stärksten Innovationsimpulse? Fragen wie diese standen im Fokus des aktuellne Innovationsmonitors 2005 des VDE. danach werden von der Mikroelektronik und Nanotechnik sowie der Informationstechnik in den kommenden zwei Jahren die stärksten Impulse ausgehen. Rund 70 Prozent der befragten Unternehmen sehen die Mikro- und Nanotechnik als Innovationstreiber Nr. 1 an.



Die gute Nachricht vorab: Laut VDE-Innovationsmonitor 2005 hat Deutschland Spitzenplätze in der Elektro-, Energie-, Automations- und Medizintechnik erobern können. In der Mikroelektronik ist Deutschland heute Europameister. Mehr als jeder zweite europäische Chip stammt aus deutscher Produktion. Die neuen Bundesländer spielen hier eine hervorragende Rolle. Allein in Dresden sind in den letzten Jahren über 11.000 Arbeitsplätze in der Halbleiterindustrie rund um Dresden entstanden, unter anderem bei AMD, Infineon, AMTC, ZMD und Siltronic. In den bundesweit über zehn Chipfabriken werden so viele Halbleiter wie in keinem anderen Land der EU produziert.



Dipl. Ing. Michael Stadler, VDE-Präsident und Mitglied des Vorstandes von RWE Solutions appellierte anläßlich der Hannover Messe dafür, beim Innovationstempo die Zügel nicht lockerer zu lassen. “Deutschland wird seine teils souveräne Führungsposition in diesen Branchen bis 2010 zwar verteidigen, neben den USA holen aber vor allem asiatische Länder auf”, betonte er. Die zunehmende Innovationskraft Asiens bei der Elektrotechnik, Energietechnik und Automation gehe vor allem zu Lasten Deutschlands und Europas. Bei Innovationen der Mikro- und Nanotechnik liefere sich die Bundesrepublik zur Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den USA.

Die von den VDE-Mitgliedsunternehmen konstatierte Innovationskraft ist in der Bevölkerung bisher wenig bekannt. Nach einer parallel zum Innovationsmonitor durchgeführten repräsentativen Befragung (VDE-Studie Technikakzeptanz 2005) sprechen lediglich sechs Prozent der Bundesbürger Deutschland die höchste Innovationskraft in den Zukunftstechnologien zu. Spitzenreiter in punkto Innovationskraft ist laut Einschätzung der Bundesbürger Japan (37 Prozent), gefolgt von den USA (16 Prozent), Südostasien (15 Prozent) und China (14 Prozent). Rund 70 Prozent der befragten VDE-Mitgliedsunternehmen wollen den Anteil neuer Produkte am Gesamtumsatz erhöhen. Bei gut 30 Prozent soll der Anteil unverändert bleiben. Noch optimistischer zeigen sich Unternehmen, die ihren Firmensitz im Ausland haben. Hier gaben über vier Fünftel aller Befragten an, den Anteil neuer Produkte am Gesamtumsatz erhöhen zu wollen (bei inländischem Firmensitz 67 Prozent).

Etwa zwei Drittel der Befragten planen in den kommenden zwei Jahren keine Verlagerung von Kapazitäten ins Ausland. Etwa ein Drittel hält es für “gut möglich”, diese Option zu nutzen. Bei der Frage nach der Verlagerung nur des Bereichs Produktion schätzt fast die Hälfte der Unternehmen es als “gut möglich” ein, Kapazitäten ins Ausland zu verlagern. Der Bereich Forschung und Entwicklung dagegen ist fest mit dem Standort Deutschland verbunden. Über 80 Prozent der befragten Unternehmen halten eine Verlagerung dieses Bereichs für unwahrscheinlich.

Deutsche Unternehmen sind eng mit Hochschulen und Forschungsinstituten verbunden und pflegen Kooperationen mit anderen Unternehmen. Über 80 Prozent kooperieren mit Hochschulen, weit mehr als die Hälfte mit Forschungsinstituten. Etwa 70 Prozent gaben an, mit anderen Unternehmen intensiv zusammenzuarbeiten. Neun von zehn Unternehmen, die ihren Firmensitz im Ausland haben, setzen auf Kooperationspartner. Im Inland sind dies rund zwei Drittel. Die meisten der befragten Unternehmen wollen dabei ihre Kooperationen noch intensivieren.

Prof. Dr. Stephanus Büttgenbach, Leiter des Instituts für Mikrotechnik an der TU Braunschweig und Vorsitzender der VDE/VDI-Gesellschaft Mikroelektronik, Mikro- und Feinwerktechnik (GMM) bezeichnete in diesem Zusammenhang die Nanotechnik als Paradebeispiel für die zunehmende Interdisziplinarität der Technologien. “In diesem Bereich redet fachübergreifend heute jeder mit jedem”, betonte er. Dies gelte für den Displayhersteller ebenso wie für den Entwickler von Biochips.

Rolf Froböse | VDE
Weitere Informationen:
http://www.vde.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Flüssiger Treibstoff für künftige Computer
15.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen