Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fortschritt bei der Kernfusion: Frankreich bietet ITER-Standort

26.07.2000


... mehr zu:
»ITER »ITER-Projekt »Kernfusion
Über Jahre hinweg stockte der politische Entscheidungsprozess zur Realisierung des nächsten großen Schrittes in der kontrollierten Kernfusion. In einer weltumspannenden Zusammenarbeit sollte längst die
Entscheidung zum Bau eines ersten energieliefernden Experimentalreaktors gefallen sein. Dazu hatten die Partner Europa, Japan, Russland und USA das Projekt ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) gegründet.

Mit ITER wollen die Forscher demonstrieren, dass die Prozesse, die im Sonneninneren die Energie liefern, auch auf der Erde nachgebildet werden können, um damit eine neue Energiequelle der Menschheit nutzbar zu machen. Die für den Fusionsprozess benötigten Rohstoffe Deuterium und Lithium sind nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich und weltweit gleichermaßen zugänglich. Sauberkeit (kein Treibhausgas) und Sicherheit (keine Kettenreaktion) sind weitere Pluspunkte der Fusionsenergie.

Ein neuer Konstruktionsentwurf für ITER liegt nun auf dem Tisch, der die ursprünglich angesetzten Investitionen etwa halbiert, womit Hoffnung besteht, den vor kurzem ausgestiegenen Partner USA wieder mit ins Boot zu bekommen. Mit etwas reduzierten Zielen soll ITER für unter 4 Milliarden Euro gebaut werden, was keine übermäßige Anstrengung für die nationalen Forschungsetats bedeutet würde, angesichts der starken Partner und eines Zeitraums von etwa zehn Jahren für den Bau.

Keiner der Partner hatte aber bisher einen Standort für ITER offeriert. Nur der Außenseiter Kanada bot Anfang des Jahres einen attraktiven Bauplatz in der Nähe von Toronto an. Nun haben die Franzosen überraschenderweise offiziell Interesse an einem Standort im südfranzösischen Cadarache bekundet, womit das ITER Projekt wieder deutlich an Fahrt gewinnt.

Die deutschen Fusionsforscher begrüßen die französische Initiative und erwarten, dass die Franzosen die Zeit ihrer EU-Präsidentschaft in diesem Halbjahr zur Förderung des ITER-Projekts nutzen werden. Europa ist führend in der Fusionsforschung und wird es wohl mit einem europäischen Standort weiterhin bleiben. Auch die Fusionsforscher im Forschungszentrum Jülich, das über internationale Kooperationen am ITER-Projekt beteiligt ist, zeigten sich über die Nachricht erfreut: "Das Angebot für einen Projektstandort bedeutet für die Kernfusion einen wichtigen Fortschritt", erläutert Prof. Ulrich Samm vom Jülicher Institut für Plasmaphysik. "Die Ergebnisse, die von ITER zu erwarten sind, werden Meilensteine in der Energieforschung darstellen, wenn sich beweisen lässt, dass kontrollierte Kernfusion tatsächlich eine neue Option zur Energieversorgung ist. Dann endlich können wir die Früchte Jahrzehnte langer Arbeit ernten."

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Peter Schaefer |

Weitere Berichte zu: ITER ITER-Projekt Kernfusion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Geräteschutzschalter erfüllt NEC Class 2
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Elektronikgehäuse für Anzeigeeinheiten
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten