Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erneuerbare Energien schneiden im Test gut ab

04.10.2004


Top für Solarfarm, Photovoltaik, Wellen- und Windkraft sowie Biomasse


Erneuerbare Energien und ihre Herstellung hat die jüngste Ausgabe des Industriemagazins genauer unter die Lupe genommen und deren Erfolg und energetischer Ausbeute beurteilt. Demnach sind die Solarfarm, Photovoltaikkraftwerke, Wellen- und Windfarmen, Biomasse Vergasung und Vergärung sowie das Hot-Dry-Rock-Geothermieverfahren die Top-Aufsteiger. Andere Modelle wie etwa das Gezeitenkraftwerke im Konzept von St. Malo und der Wasserstofffusionsreaktor zählen hingegen zu den größten Flops.

Generell geben die Autoren der Studie der Solarenenergie gute Bewertungen hinsichtlich der Energieeffizienz. Dennoch sehen sie manche der Konzepte als Flops an - wie etwa das Aufwindkraftwerk, bei denen unter einem flachen Glasdach die Luft wie in einem Treibhaus erwärmt wird. In der Mitte des Turmes befindet sich ein Windrad, das angetrieben wird und Strom erzeugt. In Australien soll ein solches superlatives Kraftwerk mit einem Turm von 1.000 Metern Höhe entstehen. Allerdings gibt es für das 440-Mio.-Euro-Projekt bisher keinen Baubeginn. Besser schneiden hier die Solarfarmen, die mit einem Verdampfer arbeiten, ab. Auch die Photovoltaikanlagen am Hausdach für den so genannten Kleineinsatz schneiden sehr gut ab. Experten wie Tim Meyer vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme sehen in absehbarer Zeit eine Erhöhung der Wirkungsgrade durch den Einsatz von Gallium-Arsenid auf 35 Prozent.


Zu den erfolgversprechenden Methoden zählt nach Meinung von Experten auch das System der Wellenkraftwerke wie etwa jenes Prototyps, der im dänischen Aalborg konzipiert wurde. Das Potenzial dieser Kraftwerke sei groß, dazu kommen relativ niedrige Preise von etwa vier Cent pro Kilowattstunde. Bis 2007 soll der "Wave Dragon" fertig installiert sein. Schlechte Noten hingegen bekommt das Gezeitenkraftwerk im Stile des Werkes in St. Malo. Dabei werden große Wassermengen verschoben, was zu einer Gefahr für Flora und Fauna führt. Zudem gebe es weltweit nur an die 50 Standorte, die für ein solches Kraftwerk in Frage kämen.

Auch die Windkraft zählt zu den Top-Gewinnern der Untersuchung. Bis 2020 könnten rund zwölf Prozent des Strombedarfs aus der Windenergie kommen. Egal ob die Windräder am Land, in Küstennähe oder Offshore stehen, die Ausbeute ist gut. Bei den Windrädern am Land ist sie günstiger, da die Verkabelung am Meer teurer ist. In Deutschland drehen sich bereits rund 15.800 Dreiflügler und erzeugen ein Drittel der gesamten weltweit produzierten Windenergie. Auch der Biomasse, insbesondere den Vergasungskraftwerken stellen die Autoren gute Noten aus. Beispielhaft ist das Strom-Wärme-Kraftwerk in Güssing, das im April 1999 gestartet wurde. Dieses Kraftwerk verstromt 25 Prozent der Biomasse, der Gesamtwirkungsgrad liegt bei 80 Prozent. Die Stadt Güssing bezieht 100 Prozent des Primärenergiebedarfs aus Biomasse. Auch die Biomasse-Vergärungskraftwerke zählen zu den Toppern, vor allem, deshalb weil sie das Treibhausgas Methan verwenden.

Bei der Geothermie hat sich bis jetzt nur das Hot-Dry-Rock-Konzept seinen Spitzenplatz halten können. Bei diesem Verfahren wirkt das unterirdische Gestein wie ein Durchlauferhitzer: Wasser wird nach unten gepresst und kommt erwärmt nach oben und treibt eine Turbine an. Hingegen bewährten sich Geothermiekraftwerke für niedrige Temperaturen vor allem in Mitteleuropa nicht. Auch der Wasserstofffusionsreaktor scheint in immer weitere Ferne zu rücken. Im Rahmen eines Forschungsprojekts ist es zwar vor 13 Jahren gelungen für zwei Sekunden eine Fusionsleistung von 1,8 Megawatt zu erzeugen, eine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung scheint hingegen Utopie zu sein. Dazu fehlen nach Experten-Meinungen die Reaktoren. Selbst Forscher geben bei der Frage, wann diese Energiegewinnung Alltagstechnologie werden könnte, die Antwort, dass der Zeitrahmen bei 50 Jahren plus liege.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.industriemagazin.at

Weitere Berichte zu: Biomasse Kraftwerk Solarfarm Wasserstofffusionsreaktor Windrad

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Stromindikatorklemmen mit Push-in-Anschluss
24.07.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Leiterplatten-Steckverbinder werkzeuglos montieren
24.07.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops