Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Turmproduktion für Windenergieanlagen in einem Wüstenzelt

27.07.2004



Hier regieren Trockenheit und eine Hitze von bis zu 45 Grad Celsius das spärliche Leben. Mitten in der Wüstenlandschaft steht ein riesiges Zelt. Die 8.000 m2 große Zeltfläche befindet sich in der Nähe von Jamnagar, im westlichen Teil Indiens. Hier entsteht die erste mobile Fertigteilbetonfabrik für Türme von ENERCON Windenergieanlagen. ENERCON ist Deutschlands Marktführer bei der Herstellung von Windenergieanlagen.


Das in der Form einer Acht angeordnete Doppelzelt hat im Hauptteil einen Durchmesser von 50 m und eine Höhe von 36 m. Von Ende August an werden dort E-40 Türme mit einer Höhe von 76 m und einem Durchmesser im Fußbereich von 5,50 m und an der Turmspitze von 1,80 m in 18 Segmenten produziert.

Für die Realisierung der mobilen Turmfabrik zeichnet sich Norbert Hölscher, Geschäftsführer der Fertigteilturmfertigung WEC Turmbau in Magdeburg, verantwortlich. „Diese Fertigung ist einfach perfekt. Wir haben damit eine Produktionseinheit, die wir in kurzer Zeit weltweit überall installieren können“, erklärt er. In den nächsten zwei bis drei Jahren wird die Fabrik jedoch in Jamnagar bleiben und dort Türme für mehr als 300 E-40 herstellen, die im Bundesstaat Gujarat errichtet werden. 150 bis 200 Mitarbeiter werden dort beschäftigt sein.


ENERCON India Advisor L. E. d’Cruz begrüßt die Errichtung einer mobilen Betonturmfabrik: „Auch in Indien wird der Stahl teurer. Und die Transportkosten für die Fertigteilturmabschnitte können auf diese Weise ebenfalls erheblich reduziert werden." Der 67-jährige gehörte bereits von der ersten Stunde an zum Team von ENERCON India. „Ich erinnere mich, im Oktober 1993 sind Yogesh Mehra, sein Onkel T. R. Mehra und ich zu ENERCON nach Aurich gereist. Yogesh war bereits im Textilgeschäft, wollte aber etwas Innovatives starten.“ ENERCON Geschäftsführer Aloys Wobben sei dann drei Monate später nach Indien geflogen und wenig später wurde ENERCON India gegründet. Inzwischen arbeiten dort über 1.000 Menschen und im März diesen Jahres wurde die 900ste ENERCON Anlage in dem asiatischen Land installiert. „Der Energiebedarf steigt in Indien jährlich um rund Mobile Fertigteilbetonfabrik für E-40 Türme in Indien Moderne Produktion in einem Wüstenzelt 11,2 Prozent. ENERCON India ist gewachsen, um den Bedürfnissen des Marktes gerecht zu werden", stellt d’Cruz zufrieden fest.

Nach einer intensiven Planungsphase begannen die Vorbereitungen. Seit Februar werden indische Ingenieure in der Fertigung von WEC Turmbau in Magdeburg und auf verschiedenen Baustellen geschult, um Erfahrungen in der Herstellung und Montage von Fertigteiltürmen zu sammeln. Im März wurden mehrere Container mit Arbeitsmaterial für die Montage der Produktion auf dem Seeweg nach Indien geschickt. Da es kaum eine Infrastruktur in der Region von Jamnagar gibt, gestaltete sich der Transport der Fertigteilformen schwierig. Die Straßen mussten teilweise befestigt werden. Inzwischen konnte mit der Errichtung des Zeltes begonnen werden. Dabei bildet ein Liebherr-Turmdrehkran die Mittelstütze. Er übernimmt gleichzeitig die Betonverteilung in der Produktion. Ein mobiler Betonmischer wird außerhalb des Zeltes eingesetzt. Die Mischanlage wird auch den Beton für die Fundamente liefern. Damit ist die einheitliche Qualität des Betons für die Fundamente gesichert. Darüber hinaus wird der Maschinenpark durch eine Eismaschine ergänzt, die bei hohen Temperaturen über 120 Tonnen Eis pro Tag zur Betonkühlung produziert. Das Wasser für die Eismaschine kommt aus einem nahe gelegenen Farmer-See und wird durch eine ENERCON eigene Wasseraufbereitungsanlage gereinigt. Auf der Baustelle selbst existiert ein Reservoire für 300 Kubikmeter Wasser in den ersten von Hand hergestellten Turmfußsegmenten. Norbert Hölscher ist mit dem Ergebnis am Ende zufrieden: „Es ist sehr beeindruckend, dass in einem Zeitraum von drei Monaten in einer Wüste eine moderne Produktionsstätte zu realisieren ist. Das war nur möglich durch großen Einsatz aller internen und externen Firmen und Beteiligten.”

Nicole Weinhold | ENERCON GmbH
Weitere Informationen:
http://www.enercon.de

Weitere Berichte zu: E-40 Windenergieanlage Wüstenzelt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Gedruckte »in-situ« Perowskitsolarzellen – ressourcenschonend und lokal produzierbar
17.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Ein elektronischer Rettungshund
17.05.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien

23.05.2018 | Physik Astronomie

Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie

23.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics