Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ehrgeiziges Ziel: Kalifornien will bis 2010 ein flächendeckendes Netz von Wasserstofftankstellen schaffen

15.06.2004


Wasserstoffautos mit Verbrennungs-motor wie dieser BMW werden den Bedarf an Wasserstoff ansteigen lassen, ehe Brennstoffzellenfahrzeuge in großen Stückzahlen auf den Markt kommen. Foto: EIN


Alle 20 Meilen eine Wasserstofftankstelle: Dieses ehrgeizige Ziel will bis zum Jahr 2010 in Kalifornien die Koalition Energy Independence Now (EIN) erreichen. Verwirklicht werden soll das von Gouverneur Arnold Schwarzenegger unterstützte Projekt in Zusammenarbeit privater und öffentlicher Träger.


Kalifornien ist schon jetzt eines der "Mutterländer" der Wasserstofftechnologie: Die "Californian Fuel Cell Partnership" mit Sitz in Sacramento erprobt seit einigen Jahren Brennstoffzellenfahrzeuge und ist ein weltweit wichtiges Zentrum dieser Technologie. Vier Wasserstofftankstellen gibt es bereits in Sacramento und im Großraum San Francisco. In Los Angeles und Umgebung sind es 13 Tankstellen. Neun weitere sollen in diesem Jahr hinzukommen.

Angefahren werden die Tankstellen von den wenigen brennstoffzellengetriebenen Testfahrzeugen deutscher, japanischer oder amerikanischer Autokonzerne, die derzeit schon auf den kalifornischen Straßen unterwegs sind. Mit dem Ausbau dieser Testflotten könnten in den kommenden vier Jahren noch einige Fahrzeuge hinzukommen, schätzen die Planer der Initiative EIN. Zusätzlicher Bedarf an Wasserstoff könnte durch wasserstoffbetriebene Autos mit Verbrennungsmotor entstehen, die möglicherweise schon 2006/2007 auf den Markt kommen. An solchen Fahrzeugen arbeiten neben BMW auch japanische Autokonzerne, beispielsweise Mazda mit seinem mit einem Wankelmotor ausgerüsteten Modell RX-8, der auch mit Wasserstoff betrieben werden kann.


Für das Jahr 2010 hoffen die Planer, die Vision eines flächendeckenden Netzes von Tankstellen verwirklicht zu haben: Entlang der Autobahnen sollen dabei im Abstand von 20 Meilen Wasserstofftankstellen entstehen, was eine nahezu flächendeckende Versorgung mit dem Brennstoff ermöglichen würde. Nötig wären dafür etwa 150 bis 200 Tankstellen. Nach Angaben der EIN würde dies einen Investitionsaufwand von 50 bis 90 Millionen US-Dollar erfordern. Der in den Tankstellen verkaufte Wasserstoff wird dabei zunächst vor allem aus Erdgas stammen. Langfristig wird jedoch eine Herstellung des Brennstoffs vor allem aus regenerativen Energiequellen angestrebt.

Mit dem Projekt soll nicht nur die Schadstoffbelastung in kalifornischen Städten gesenkt werden, es soll auch mehr Unabhängigkeit vom Import von Erdöl bringen. Dies ist auch ein Ziel der Energiepolitik des amerikanischen Präsidenten George W. Bush, der Anfang 2003 das inzwischen umbenannte Projekt "Freedom Fuel" propagierte. Darin wird eine von ausländischem Erdöl weitgehend unabhängige Energieversorgung der USA angestrebt. Erreicht werden soll diese durch die Förderung von Brennstoffzellenfahrzeugen und den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur. Offen ist dabei jedoch, wie der dafür in riesigen Mengen benötigte Wasserstoff erzeugt werden soll. Neben Erdgas und regenerativen Energiequellen wird dabei auch an Kernenergie und an eine Herstellung mithilfe heimischer Kohle gedacht.

Ulrich Dewald | Initiative Brennstoffzelle
Weitere Informationen:
http://www.unhcr.ch
http://www.wfp.org
http://www.initiative-brennstoffzelle.de/de/live/start/1.html

Weitere Berichte zu: Erdöl Tankstelle Wasserstoff Wasserstofftankstelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Flüssiger Treibstoff für künftige Computer
15.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen