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Gemeinsame Online-Forschung zur Atomenergie

02.12.2003


Mehrere Forschungsorganisationen für Reaktorsicherheit haben jetzt in einem Gemeinschaftsprojekt eine Datenbank mit wertvollen experimentellen Daten angelegt. Diese neue Online-Datenbank steht nun allen interessierten Organisationen für den Upload und Download von Daten zur Verfügung.



Die Energiegewinnung durch Kernspaltung bietet zahlreiche Vorteile gegenüber herkömmlichen Energiequellen wie etwa dem Verbrennen von Kohle. Der Hauptvorteil liegt in der Reduktion der Treibhausgas-Emissionen. So kann Europa seine jährlichen Kohlendioxidemissionen beträchtlich senken, indem ein großer Teil des europäischen Energiebedarfs durch Kernenergie gedeckt wird. Dies ist nicht nur im Hinblick auf den Klimawandel, sondern vor allem auch auf das Kyoto-Protokoll von Bedeutung.



Gleichwohl muss die Betriebssicherheit der bestehenden Anlagen gewährleistet sein. In diesem Kontext hat ein von der Europäischen Kommission mitfinanziertes Themennetzwerk (TN) versucht, ein einheitliches Rahmenwerk für die in puncto Reaktorsicherheit relevanten thermohydraulischen Daten aufzubauen, die in europäischen Einrichtungen für Integralsystemtests gesammelt wurden. Dabei wurde im Projekt moderne IT-Technologie eingesetzt, die einfache Speicher-, Zugangs- und Abruffunktionen bietet und so zu Bewahrung und Verteilung wichtiger internationaler Forschungsergebnisse beiträgt, die in den letzten Jahrzehnten erzielt wurden. Das TN und somit auch der gesamte Bestand an Forschungsergebnissen setzt sich aus heutigen und künftigen EU-Mitgliedstaaten sowie mehreren neuen unabhängigen Staaten zusammen. Die Größe dieses Teilnehmerkreises gewährleistet die Einbeziehung vieler verschiedener Reaktortypen in das Programm, denn in den einzelnen Ländern werden höchst unterschiedliche Technologien angewandt.

Um einen öffentlichen Zugriff auf die Daten zu schaffen, hat das CERTA-TN die STRESA-Software implementiert, die im Rahmen anderer Joint Research Centre-Projekte für den dezentralen Zugriff auf Datenbanken entwickelt wurde. Die Internetadresse lautet here.

Dem Netzwerk liegt die Idee zugrunde, dass europäische und außereuropäische Forschungsorganisationen, die sich mit Reaktorsicherheit beschäftigen, über diese Plattform untereinander experimentelle Daten austauschen können. Diese Daten betreffen häufig Unfalluntersuchungsfragen, die Überarbeitung von Sicherheitsvorschriften und Vergleichsanalysen, aber auch eine Vielzahl anderer Themen. Die Möglichkeit zum gemeinsamen Zugriff auf dieses Wissen bringt der gesamten Atomwirtschaft einen beträchtlichen zusätzlichen Nutzen.

Die Teilnehmer des CERTA-Themennetzwerks sind überzeugt, dass ihre Projekterfahrungen und die erzielten Ergebnisse auch in anderen Bereichen der wissenschaftlichen Forschung Anwendung finden können. Die Softwarelösung STRESA wurde auch bereits von mehreren Forschungsorganisationen für Reaktorsicherheit übernommen, die dem CERTA-Themennetzwerk nicht angehörten.

Kontakt:

Carmelo Addabbo
Joint Research Centre/IE
Via Enrico Fermi 1, 21020 Ispra, Italien
Tel: +39-0332-789812, Fax: -785584
Email: carmelo.addabbo@jrc.it

Carmelo Addabbo | ctm
Weitere Informationen:
http://www.jrc.it

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