Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Laser mit ultrakurzer Wellenlänge für Belichtungs-, Analyse- und Diagnosegeräte

12.06.2003


So weit verbreitet Laser inzwischen sind - bei kurzen Wellenlängen wie blau oder ultraviolett machen sie sich rar. Genau dieser Bereich ist für neue Belichtungs-, Analyse- und Diagnosegeräte sehr interessant. Eine Strahlquelle dafür wird vom 23. bis 26. Juni auf der Messe Laser in München vorgestellt.


Das Kristallplättchen zwischen den beiden Objektiven emittiert blaues Laserlicht, obwohl es in einem ganz anderen Spektralbereich angeregt wird. © Fraunhofer IPM



Das Kristallplättchen zwischen den beiden Objektiven emittiert blaues Laserlicht, obwohl es in einem ganz anderen Spektralbereich angeregt wird. ©Fraunhofer IPM

... mehr zu:
»IPM »Kristall »Laser »Wellenlänge

Licht rast durch Glasfasernetze. Licht vermisst in Scannern und Mikroskopen große und kleine Gegenstände oder bildet sie ab. Licht schreibt Informationen auf Datenträger und Oberflächen aller Art. Licht der besten Qualität liefern Laser, die damit auch in Medizin oder chemischer Analytik längst unverzichtbar geworden sind. Auch wenn viele Materialien existieren, mit denen sich ein Laserstrahl erzeugen lässt, - zu kurzen Wellenlängen werden sie immer rarer. Einen Laser, der bis ins nahe Ultraviolett bei 370 Nanometern vorstößt, stellen Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM auf der Messe Laser in München vor: vom 23. bis 26. Juni in Halle C1 am Stand 260. Erreicht wird eine derart kurze Wellenlänge durch eine Frequenzverdopplung.

Andreas Hofmann, der das IPM-Geschäftsfeld Laserbelichtung betreut, zieht zur Erklärung einen entfernteren Vergleich heran: "Solche Obertöne - also meist das Doppelte der Grundfrequenzen - sind auch in der Akustik bekannt. Gute Gitarrenspieler entlocken sie ihrem Instrument, indem sie an bestimmten Stellen der Saite die Grundschwingung gezielt dämpfen." Eine ähnliche Selektion erreichen die Forscher im laserfähigen Kristall aus Lithiumniobat mit elektrischen Feldern. Durch eine vom IPM patentierte Ansteuerung wird erstmalig eine Ausgangsleistung von bis zu einigen Milliwatt erreicht. Aus der Frequenzverdopplung ergibt sich ein klarer Vorteil: Als Energie liefernde Pumpe lassen sich weit verbreitete Laserdioden einsetzen. Sie strahlen im technisch leicht erreichbaren sichtbaren bis nahen infraroten Bereich, also bei 740 bis 1 100 nm Wellenlänge. Dabei liefern sie bei 100 Milliwatt Leistung die erforderliche hohe Strahlqualität, damit der kurzwelligere Hauptlaser in Belichtungs-, Analyse- und Diagnosegeräten überhaupt verwendet werden kann.


Zudem ist der Strahl lenkbar und kann moduliert werden. Diese Freiheit in der Strahlgestaltung erreichen die Forscher, indem sie die molekulare Struktur im Lithiumniobat gezielt beeinflussen. Dazu bringen sie mit den etablierten photolithographischen Verfahren metallische Elektroden an den beiden Oberflächen der Kristallplatten auf. Wird ein elektrisches Feld angelegt, kehrt sich die Kristallachse zwischen den Elektroden dauerhaft um. Mit dieser Domäneninversion genannten Methode entstehen laserfähige Bereiche einstellbarer Geometrie im Kristall. Diese Technik ist eine wichtige Voraussetzung, um Kristall-Wafer in großen Stückzahlen serienmäßig produzieren zu können.

Ansprechpartner:

Andreas Hofmann
Telefon: 0761 - 8857-136
Fax: -224
E-mail: andreas.hofmann@ipm.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ipm.fraunhofer.de/gfelder/druck_medien/index.html
http://www.fraunhofer.de/mediendienst

Weitere Berichte zu: IPM Kristall Laser Wellenlänge

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wie Protonen durch eine Brennstoffzelle wandern
22.06.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Omicron Diodenlaser mit höherer Ausgangsleistung und erweiterter Garantie
20.06.2017 | Omicron - Laserage Laserprodukte GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften