Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kalter Stoff für heiße Reifen

16.01.2003


Wie sieht das beste Konzept für den Aufbau eines zukunftsfähigen Tankstellennetzes für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge aus? Wo soll der Wasserstoff gewonnen, wie sollten die Tankstellen versorgt werden? Diesen Fragen sind Experten der Firma Linde in einer Studie nachgegangen.


Noch gibt es weltweit nicht viel mehr als ein Dutzend Wasserstofftankstellen. Doch mit der Marktreife der ersten Brennstoffzellenautos könnte sich das sprunghaft ändern. Foto: Linde



Wann die ersten Brennstoffzellenautos in den Schaufenstern der Autohändler stehen werden, darüber gehen die Aussagen zwar auseinander. Sicher ist: Für einen glücklichen Start muss eine Mindestversorgung mit Wasserstoff gewährleistet sein – ein "Henne-Ei-Problem" von Angebot und Nachfrage, denn Wasserstofftankstellen ohne Brennstoffzellenautos machen ebensowenig Sinn.

... mehr zu:
»Erdgas »Reifen »Tankstelle »Wasserstoff


Später können sich Tankstellenbetreiber und Autofahrer getrost auf die Regeln der Marktwirtschaft verlassen: Die steigende Nachfrage wird für ein immer besseres Angebot sorgen. Klar ist, dass der Aufbau eines flächendeckenden Wasserstofftankstellennetzes in erster Linie ein wirtschaftlicher Kraftakt ist. "Dazu müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen", betont Bernhard Valentin von der Linde AG, einer der Autoren der Studie. Technische Probleme sieht der Experte dagegen nicht: "Die Industrie ist den Umgang mit komprimiertem oder tiefkaltem Wasserstoff seit Jahrzehnten gewohnt, sie gilt als ausgereift und sicher", sagt Valentin.

Teuer ist diese Technik freilich, und das lässt sich leicht nachvollziehen: Für einen effektiven Einsatz muss der Wasserstoff entweder extrem verdichtet werden. Drücke von mehreren hundert bar sind nötig, um respektable Mengen des Brennstoffs in Gasform transportieren zu können. Die andere Möglichkeit ist, den Wasserstoff auf minus 253 Grad Celsius abzukühlen und dadurch zu verflüssigen. Dabei "schrumpft" sein Volumen um 99,9 Prozent, so dass sich auch größere Mengen transportieren lassen.

Es ist deshalb wichtig, von Anfang an mit dem richtigen Konzept einzusteigen, um für den weiteren Ausbau gerüstet zu sein. Die Experten des Gasspezialisten Linde haben deshalb die verschiedenen technischen Konzepte untersucht und miteinander verglichen. Dabei gingen sie von einer Wasserstoffgewinnung aus Erdgas und verschiedenen Marktanteilen der wasserstoffbetriebenen Fahrzeuge aus.

Das Ergebnis: Eine zentrale Wasserstoff-Produktion in großen Produktionsanlagen, von denen der Wasserstoff in flüssiger Form in Lastwagen an die Tankstellen ausgeliefert wird, ist am günstigsten. Dieses Verfahren ist weitaus effektiver als die Verdichtung auf einen Druck von mehreren hundert bar, haben die Experten errechnet. Kleine Anlagen, die den Wasserstoff direkt an der Tankstelle aus Erdgas erzeugen, sind zu teuer. Sie sind zudem unflexibel und können die Versorgung bei rasch steigender Nachfrage nicht gewährleisten.

Sebastian Moser | Initiative Brennstoffzelle

Weitere Berichte zu: Erdgas Reifen Tankstelle Wasserstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Meilenstein in der Kreissägetechnologie
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Solarenergie: Defekte in Kesterit-Halbleitern mit Neutronen untersucht
07.12.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit