Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Suche nach neuen Solarzellen: Bund fördert Projekt am Energie-Forschungszentrum

17.07.2008
Kaum eine Branche ist in den vergangenen Jahren so stürmisch gewachsen wie die der erneuerbaren Energien. Trotzdem zapfen noch verhältnismäßig wenig private Haushalte das Kraftwerk Sonne an.

Für eine flächendeckende Nutzung müssten die Solarzellen effizienter und kostengünstiger werden. Daran arbeiten nun Clausthaler Wissenschaftler am Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN). Eingebunden in das Projekt sind auch die Universitäten Bremen und Bonn sowie die Industrie. Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt den Forschungsansatz von Oktober an mit 1,25 Millionen Euro.

René Gestus und Lienhard Wegewitz experimentieren in einem Labor im EFZN an kleinen Drähten mit großer Wirkung. Fingerspitzengefühl ist gefragt bei den beiden Physikstudenten der TU Clausthal. „Es ist sehr motivierend, bereits im Studium in die Forschung eingebunden zu werden“, berichten sie unisono. Die beiden unterstützen die Arbeitsgruppe von Professor Wolfgang Schade, der das Projekt „NanoSol – Zinkoxid-Nanodraht-basierte Weißlichtquellen und Solarzellen“ koordiniert und am Energie-Forschungszentrum leitet.

Bisher werden Solarzellen auf Siliziumbasis erstellt. Der Energieaufwand für den Herstellungsprozess, erläutert Professor Schade, ist ziemlich groß, während der Wirkungsgrad dieser herkömmlichen Solarzellen relativ klein ausfällt. Nur 15 Prozent des Lichts wird in Strom umgewandelt. Außerdem ist hochreines Silizium teuer und nicht beliebig vorhanden. Deshalb sucht die Wissenschaft nach billigeren und energieeffizienteren Alternativen zu Silizium-Solarzellen.

Der Clausthaler Ansatz richtet sich dabei auf eine Materialkombination aus Zinkoxid-Nanodrähten, die zum Teil mit Licht absorbierenden Polymeren beschichtet sind. Das Besondere an den verwendeten Werkstoffen: Sie sind einfach zu beschaffen. Zum Beispiel bei den Goslarer Unternehmen Grillo (Zinkoxid) und HC Starck (Polymere), die ebenfalls in das Forschungsprojekt eingebunden sind. Scheint nun die Sonne auf diese Solarzelle neuen Typs, entsteht eine Spannung, die über elektrische Kabel aufgenommen werden kann. „Bei ersten einfachen Versuchen war bereits eine lichtinduzierte Spannung von bis zu 0,1 Volt zu beobachten“, ist Physiker Schade zuversichtlich.

Überzeugt hat diese Solarzelle der neuen Generation die Jury im Innovationswettbewerb „InnoNet“. Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt damit Verbundprojekte industrieller Forschung. Insgesamt 64 Ideen wurden eingereicht, 24 erhalten eine Förderung, darunter der Ansatz unter Federführung der EFZN-Wissenschaftler der TU Clausthal. Das Energie-Forschungszentrum, das 560.000 Euro der Fördersumme bekommt, bringt sich mit Clausthaler Kernkompetenzen ein: mit den Bereichen Energie und Material.

Seitens der Industriepartner sind Solvis Solar (Braunschweig) sowie Splitter Lichttechnik (Goslar) für die spätere Marktumsetzung zuständig. Neben den bereits genannten Unternehmen bringen sich auch Europtec (Goslar) sowie Protronic aus Sachsen in das ehrgeizige Projekt ein. Bisher wird in Deutschland ein Zehntel des Stromverbrauchs durch regenerative Energien gedeckt – dank Clausthaler Forschung könnte es mehr werden.

Kontakt:
TU Clausthal
Pressereferent
Christian Ernst
Telefon: 05323 / 72-3904
E-Mail: christian.ernst@tu-clausthal.de

Christian Ernst | TU Clausthal
Weitere Informationen:
http://www.tu-clausthal.de

Weitere Berichte zu: Energie-Forschungszentrum Solarzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht SmartMeter analysieren mit Algorithmen den Stromverbrauch
01.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS

nachricht Energiehybrid: Batterie trifft Superkondensator
01.12.2016 | Technische Universität Graz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie