Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ohne Steckdose und Batterie

05.06.2008
Kabelbruch oder ein verschmutzter Stecker? Streikt in einer Fabrik eine Maschine, kann das zahlreiche Ursachen haben. Autarke Sensoren, die sich selbst mit Energie versorgen, sollen die Maschinen robuster machen.

Versagt eine Maschine in einer Fabrik, ist guter Rat oft teuer. Häufig steht die Produktion still, bis der Fehler endlich gefunden ist – mitunter stundenlang. Ursachen gibt es viele, häufig sind einzelne Kontakte unterbrochen.

Viele Unternehmer wünschen sich daher schon lange eine Technik, die ohne empfindliche Strom- und Datenkabel auskommt. Grundsätzlich scheint das durchaus möglich: Mit kleinen Geräten, die Energie aus der Umgebung ernten und sich damit wie der Solartaschenrechner selbst versorgen – Experten sprechen von energieautarken Sensor-Aktor-Systemen. Diese Hightech-Bausteine bestehen meist aus einem Sensor, einer Recheneinheit und einem Funkmodul.

Sie messen Positionen, Kräfte oder Temperaturen und versenden die aktuellen Werte per Funk. Ganz ohne Verkabelung gelangen so wichtige Maschinendaten in die Steuerzentrale. Läuft die Maschine heiß? Ist die Antriebswelle verschlissen?

... mehr zu:
»Sensor »Steckdose »Vakuumgreifer

Bisher gibt es jedoch kaum einbaufertige energieautarke Lösungen. Forscher der Fraunhofer-Technologie-Entwicklungsgruppe TEG in Stuttgart haben jetzt gemeinsam mit Industriepartnern und Universitäten in dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekt EnAS einen transportablen Demonstrator gebaut: eine druckluftbetriebene Förderanlage im Miniformat, die kleine Bauteile im Endlos-Kreislauf transportiert.

Die runden Werkstücke werden von einem Vakuumgreifer aufgenommen, ein Stück transportiert und auf einem kleinen Träger abgelegt, der die Teile zum Ausgangspunkt zurückbefördert. Alle Prozessschritte werden wie üblich von Sensoren überwacht. Das Besondere dieses Demonstrators: Die Messfühler sind energieautark. Über Photodioden überprüft die Anlage beispielsweise, ob der Träger korrekt beladen wurde – bei ordnungsgemäßer Beladung werden die Dioden von den Werkstücken verdeckt. Solarzellen versorgen diesen Werkstückdetektor mit Energie. Ein weiteres Beispiel sind Drucksensoren, die die Arbeit des Vakuumgreifers überwachen.

Hier übernehmen Piezobiegewandler die Energieversorgung. Die Piezoelemente enthalten Keramiken, die Strom erzeugen, wenn man sie verformt. Diese Deformation findet während des An- und Ausschaltens der Vakuumpumpe statt. Der dadurch erzeugte Strom reicht aus, um ein OK-Signal an die Zentrale zu schicken. Der Sensor zieht seine Energie also aus Druckluft, die sowieso vorhanden ist. In den kommenden zwei Jahren sollen die verschiedenen System-Komponenten den Sprung in den Industriealltag schaffen.

Dr. Friedemann Tonner | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2008/06/Mediendienst062008Thema5.jsp

Weitere Berichte zu: Sensor Steckdose Vakuumgreifer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Dünnschichtphotovoltaik: ZSW-Technologie erobert den internationalen Markt
24.01.2017 | Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW)

nachricht IT-Kühlung: So schaffen Kleinbetriebe den Sprung in die IT-Profiliga
23.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie