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Energierechtler der Universität Jena erforschen die Energieversorgung der Zukunft

17.04.2008
Appetitzügler für den Hunger nach Energie

Wie sieht die Energieversorgung der Zukunft aus? Welche neuen Möglichkeiten gibt es, dem stetig steigenden Energiebedarf gerecht zu werden?

Antworten auf diese Fragen soll das Projekt "eTelligence" liefern, bei dem ein Konsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam agiert. Beteiligt ist das Institut für Energiewirtschaftsrecht an der Friedrich-Schiller-Universität Jena - das einzige Institut seiner Art in den neuen Bundesländern.

"Unsere Forschungen erhalten mit diesem neuen Projekt auf den Gebieten der dezentralen und effizienten Energieversorgung einen zusätzlichen Schub", sagt Prof. Dr. Walter Bayer, der geschäftsführende Direktor des Instituts.

Angeführt vom Energieversorger EWE AG in Oldenburg setzte sich das Konsortium beim Technologiewettbewerb "E-Energy: IKT-basiertes Energiesystem der Zukunft" durch, den das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) ausgerufen hatte. Insgesamt sind sechs Siegerprojekte gekürt worden, die in verschiedenen Modellregionen Deutschlands tätig sein werden.

Für "eTelligence" wurde die Region Cuxhaven ausgewählt. "Dort gibt es ein breit gestreutes Feld von Energieanbietern und Kunden", sagt Prof. Dr. Michael Lippert vom Jenaer Institut für Energiewirtschaftsrecht. So gebe es Kühlhäuser, Schwimmbäder und eine Wohnungsgesellschaft im Raum Cuxhaven. Neben Strom aus fossilen Brennstoffen gehören Strom aus Windkraft und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zum Energiemix der Region. Mitte April fällt der Startschuss für "eTelligence", das auf vier Jahre angelegt ist und mit fünf Millionen Euro gefördert wird. In dieser Zeit soll auf einem regionalen Energie-Marktplatz mit Hilfe moderner IT-Technik das Netzwerk aus Stromerzeugern, Netzbetreibern, Energiedienstleistern und Kunden intelligent gesteuert werden. Ziel ist es, die Energieeffizienz zu erhöhen und damit einen Beitrag zu den ehrgeizigen politischen Vorgaben zum Klimaschutz zu leisten.

"Die Beschlüsse der Klausurtagung der Bundesregierung in Bad Meseberg im August 2007 zogen ein ganzes Paket neuer Gesetze und Verordnungen nach sich", sagt Lippert. Die Jenaer Wissenschaftler wollen nun untersuchen, wie diese Gesetze praktisch umgesetzt werden. Ausgelotet werden außerdem die Einsparpotenziale, die das moderne Energiemanagement bietet. Als technischen Baustein wird das Fraunhofer Anwendungszentrum Systemtechnik in Ilmenau Netzwerktechnik beisteuern. Prof. Dr. Dirk Westermann von der TU Ilmenau gehört als Direktor dem Jenaer Institut für Energiewirtschaftsrecht an. "Unser Institut arbeitet als einziges neben Bochum interdisziplinär", betont Michael Lippert, der frühere Staatssekretär und heutige Honorarprofessor für Energiewirtschaftsrecht an der Universität Jena.

Unter Federführung der EWE AG sind u. a. das Institut für Energiewirtschaftsrecht an der Uni Jena, das Ökoinstitut Freiburg, das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme, das Fraunhofer Anwendungszentrum Systemtechnik Ilmenau sowie weitere Industriepartner an "eTelligence" beteiligt. Insgesamt wurden vom BMWi für alle sechs Modellprojekte 40 Millionen Euro bereitgestellt.

Die Jenaer Energierechtler erwarten Erkenntnisse, die sich auf andere Regionen übertragen lassen. Interessant könnten die Ergebnisse auch für Thüringen werden, dessen Struktur kleinräumig, ländlich und mittelständisch geprägt ist. Außerdem nimmt der Anteil der regenerativen Energie im Freistaat zu, was deren reibungsloses Einspeisen in die vorhandenen Netze erforderlich macht. Zudem wird in Thüringen seit langer Zeit die Wasserkraft genutzt.

Walter Bayer kündigte an, dass sich die Jahrestagung des Instituts für Energiewirtschaftsrecht am 12. Juni 2008 auf den Dornburger Schlössern ebenfalls dem Thema dezentrale Energieversorgung widmen werde. Schon am 24. April wird das Institut in Jena einen Workshop zum Thema "Höchstspannungsleitung durch den Thüringer Wald?" veranstalten.

Kontakt:
Prof. Dr. Michael Lippert
Institut für Energiewirtschaftsrecht an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 942146
E-Mail: michael.lippert[at]jenalex.de

Stephan Laudien | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

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