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Erdgas oder Strom? Heizöl oder Holz?

19.06.2002


Heizsysteme im Vergleich: WINGAS stellt Ökoeffizienz-Studie vor



Vergleicht man im Sinne nachhaltigen Handelns die Gesamtheit aller Kosten und Umweltaspekte von Heizsystemen für Einfamilienhäuser, schneidet die Erdgasheizung am besten ab. Biomasse-Systeme sind bei dieser Betrachtungsweise weit abgeschlagen. Dies ergab eine gemeinsame Studie des Kasseler Erdgasunternehmens WINGAS und der BASF Aktiengesellschaft, die heute in Berlin vorgestellt wurde.



Verschiedene Heizsysteme zur Versorgung eines Einfamilienhauses wurden mit Hilfe einer Ökoeffizienz-Analyse untersucht - einer von der BASF Aktiengesellschaft entwickelten, weltweit anerkannten Methode. Diese erlaubt es, Produkte und Verfahren gleichzeitig vom ökologischen und ökonomischen Standpunkt aus miteinander zu vergleichen.

Die Methode: Ökoeffizienz-Analyse

Die Ökoeffizienz-Analyse betrachtet den Lebensweg eines Produkts "von der Wiege bis zur Bahre". Hier fließen nicht nur der Energieverbrauch beim Heizen selbst ein, sondern auch die für die Herstellung von Energieträgern und Heizsystemen benötigte Energie sowie die bei der Nutzung auftretenden Risiken und auch die in der Herstellungsphase möglichen Arbeitsunfälle oder Transportgefahren. Emissionen werden ebenso einbezogen wie Rohstoffverbrauch und Toxizitätspotenzial. Im Gegensatz zu Ökobilanzen, die nur den ökologischen Einfluss analysieren, schließt die Ökoeffizienz-Analyse auch das "nötige Kleingeld" und somit die Sicht des Endkunden mit ein.

Damit an der Objektivität der Analyse keine Zweifel aufkommen, wurde sie nach den verbindlichen Standards der DIN EN ISO 14040 durchgeführt und ist vom TÜV Rheinland/ Berlin-Brandenburg zertifiziert.

Die Analyse: Moderne Heizungssysteme im Vergleich

Im Auftrag der WINGAS hat das BASF-Kompetenzzentrum "Umwelt, Sicherheit und Energie" dieses neue Instrument jetzt auch auf den Bereich der Energieversorgung übertragen. Im Fokus stand dabei der ökologische und ökonomische Vergleich so unterschiedlicher Heizsysteme wie Erdgas-Brennwertkessel, Erdgas-Niedertemperaturkessel, Erdgas-Brennwertgerät kombiniert mit Solarkollektoren, Heizölkessel, Elektro-Speicherheizung, elektrische Wärmepumpe sowie holzbefeuerte Heizkessel. Neben dem Vergleich der Heizungssysteme auf der Basis aktueller technischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ging es auch um den Ausblick in die Zukunft: So wurden z. B. signifikante Änderungen der Energiepreise, drastische Energieeinsparungen oder weitere Reduzierungen von Abgasemissionen in der Ökoeffizienzanalyse durchgespielt.

Die Ergebnisse sind eindeutig: Erdgasbefeuerte Heizkessel haben in der ökonomischökologischen Gesamtbetrachtung einen deutlichen Vorsprung gegenüber allen anderen untersuchten Alternativen. In erster Linie der Erdgas-Brennwertkessel sowie die Erdgas- Niedertemperaturtechnik sind unter den gewählten Bedingungen die ökoeffizientesten Möglichkeiten der Wärmeversorgung. Ein Vorsprung, der selbst bei massiv veränderten Rahmenbedingungen bestehen bleibt. In der Einzelanalyse verursacht der Erdgas- Niedertemperaturkessel die mit Abstand geringsten Kosten bei der Wärmeversorgung. Die geringsten Umweltbelastungen gehen hingegen vom Erdgas-Brennwertgerät in Kombination mit Solarkollektoren aus. Die größte Überraschung in Sachen Ökoeffizienz ist jedoch das schlechte Abschneiden der Biomasseverbrennung. Die Antwort liegt auch hier in der ganzheitlichen Betrachtung. Ein hohes Emissions- und Toxizitätspotenzial kann bei der Holzheizung nicht durch das sehr niedrige Treibhauspotenzial ausgeglichen werden. Lediglich die Elektro-Wärmepumpe kann mit guter Energieeffizienz, aber letztlich etwas höheren Kosten mit den Erdgas-Alternativen mithalten.

Die Auswirkungen: Erdgaseinsatz wird weiter steigen - aus gutem Grund

Längst ist Erdgas zum Spitzenreiter im Wärmemarkt aufgestiegen - sowohl bei der Erneuerung bestehender Heizungsanlagen als auch im Neubau, wo mittlerweile rund drei Viertel aller Gebäude mit einer Erdgasheizung ausgerüstet werden. Diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen, wie eine Studie der Prognos AG ausweist. Der Erdgasverbrauch für die Erzeugung von Raumwärme und Brauchwarmwasser wird bis etwa 2010 noch leicht ansteigen. Nach 2010 wird der weitere Zuwachs durch die Energieeinsparungen beim Bau und bei der Heizungstechnik überkompensiert. Trotzdem steigt der Anteil des Erdgases am Energieverbrauch der privaten Haushalte auf rund 45 %.

Der verstärkte Einsatz von Erdgas hat im Rahmen der Klimaschutzpolitik nicht nur in Deutschland einen hohen Stellenwert: Diese strukturelle Verschiebung hin zu mehr Erdgaseinsatz hat, wie auch die Studie der Prognos belegt, eine weitere Absenkung der CO2- Emissionen zur Folge und trägt damit zur Erreichung der gesetzten Klimaschutzziele bei. Als bedeutende Import- und Ferngasgesellschaft ist WINGAS auch in Zukunft mit dem weiteren Ausbau ihrer Infrastruktur maßgeblich daran beteiligt, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der Erdgaseinsatz weiter zunehmen kann. WINGAS leistet damit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Absicherung der Energieversorgung in Deutschland.


Bei Rückfragen können Sie sich wenden an
WINGAS GmbH
Öffentlichkeitsarbeit
Antje Schabacker
Tel.: (0561) 301-1465

Antje Schabacker | Pressemitteilungen

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