Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektromobilität für Wohnquartiere

15.03.2017

Informatiker der Universität Jena stellen vom 20. bis 24. März auf der CeBIT 2017 neues Forschungsprojekt WINNER vor

Im 21. Jahrhundert denken immer mehr Menschen darüber nach, wie sie unseren Planeten entlasten können. Neben der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sind Elektroautos heute eine Möglichkeit, eine übermäßige Umweltbelastung durch Schadstoffemissionen zu vermeiden. Auch das Zurückgreifen auf erneuerbare Energien, um Strom zu beziehen, ist längst Kennzeichen einer ressourcenschonenden, nachhaltigen Lebensweise.

Beide Ansätze verbindet nun das Forschungsprojekt WINNER, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie über drei Jahre mit 2,5 Mio. Euro gefördert wird. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) realisiert das Projekt gemeinsam mit sechs Partnern aus Mitteldeutschland und präsentiert das Vorhaben vom 20. bis 24. März auf der CeBIT 2017 in Hannover.

„Wir wollen Elektromobilität direkt in Wohnquartiere bringen, indem wir Mietern Ladesäulen für Elektroautos bereitstellen“, berichtet Steffen Späthe, Leiter des Teilprojekts „WINNER Potential“, das am Lehrstuhl für Softwaretechnik der FSU angesiedelt ist. Genau das wird nun erstmalig erprobt – und zwar keinesfalls nur theoretisch.

Denn im sächsischen Chemnitz wird derzeit ein Mehrfamilienhaus komplettsaniert, das künftig „Demonstrator“ für das WINNER-Modell sein soll. „Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage angebracht und an den Parkplätzen werden vier Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge aufgestellt“, erzählt Späthe.

Hinzu kommen zwei Elektroautos, die die Anwohner gemeinsam nutzen können – umweltbewusstes Carsharing mit den Nachbarn. Der über das Dach produzierte Strom könne zusätzlich Heizungspumpen antreiben, Treppenhäuser oder Außenanlagen beleuchten oder zur Energieversorgung für die Mieter genutzt werden.

„Tetris mit Strom“

Spannend ist es für das Team von der Universität Jena vor allem, eine Energiebilanz zu erstellen und Einsparpotenziale bei der Energienutzung zu identifizieren. „Über einen längeren Zeitraum den Stromverbrauch eines Gebäudes mit 32 Mietparteien zu ermitteln, bietet vielversprechende Einsichten für uns als zentrale Messdatenstelle im Projekt. So können wir nachvollziehen, zu welchen Zeiten der Verbrauch besonderes hoch oder niedrig ist und regulierend eingreifen, wann der Strom aus dem Netz genommen wird und wann der vom Dach“, erklärt Steffen Späthe. Nachts sei der Strom vom externen Versorger beispielsweise günstiger, dahingegen könnte zu teureren Zeiten der lokale, durch Lichtenergie produzierte Strom eingespeist werden. „Das ist dann wie Tetris mit Strom“, freut sich der Jenaer Informatiker auf die Tests zur Optimierung der Energiebilanz, die, wenn die Sanierung gut läuft, noch Ende 2017 beginnen können.

In der Langfassung steht WINNER für „Wohnungswirtschaftlich integrierte netzneutrale Elektromobilität in Quartier und Region“. Zu den Partnern gehören u. a. die Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft eG, die HEOS Energy GmbH und die Mobility Center GmbH. Das Projekt präsentieren Späthe und seine zwei Kollegen, die von den 485.000 Euro Förderanteil für das Teilprojekt „Potential“ über die komplette dreijährige Laufzeit eingestellt werden können, auf der CeBIT erstmals einem größeren Publikum.

SMART CITY LOGISTIK Erfurt präsentiert Projektergebnisse

Am Stand „Forschung für die Zukunft“ der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist von der FSU zudem erneut die Projektgruppe SMART CITY LOGISTIK Erfurt vertreten. Das Team um Dr. Volkmar Schau hat sich ebenfalls dem Ziel verschrieben, Elektromobilität als Alternative ins öffentliche Bewusstsein zu rücken – allerdings im Rahmen von Logistikleistungen statt privater Nutzung. Schau stellt auf der weltweit größten IT-Messe nicht nur die Ergebnisse des 2016 abgeschlossenen Projekts vor, sondern auch noch einmal das Exponat selbst: einen umgebauten und mit modernster Technik ausgestatteten Multicar-Fahrsimulator, der Interessierten die Besonderheiten von Elektrofahrzeugen anhand logistischer Szenarien spielerisch nahebringt und Elektromobilität live erfahrbar macht.

Am Stand auf der CeBIT stehen die Jenaer Wissenschaftler außerdem gern für Fragen von Studieninteressierten zur Verfügung. „Unsere Projekte sprechen auf jeden Fall für sich und führen bestens vor Augen, welche Möglichkeiten sich durch ein Informatikstudium an der Uni Jena eröffnen“, ist Steffen Späthe, der selbst an der FSU studiert hat, überzeugt.

Auf einen Blick:
Die Universität Jena stellt ihre Projekte auf der CeBIT 2017 vom 20. bis 24. März am Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ der Hochschulen und Forschungseinrichtungen Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens in Halle 6 Stand B24 vor. Weitere Informationen sind zu finden unter: http://www.winner.uni-jena.de/ und http://www.smartcitylogistik.de/.

Kontakt:
Steffen Späthe
Institut für Informatik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 2, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 946337
E-Mail: steffen.spaethe[at]uni-jena.de, winner[at]uni-jena.de

Dr. Volkmar Schau
Institut für Informatik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 2, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 946351
E-Mail: volkmar.schau[at]uni-jena.de

Weitere Informationen:

http://www.winner.uni-jena.de/
http://www.smartcitylogistik.de/

Juliane Dölitzsch | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2017:

nachricht Schnell und einfach: Edge Datacenter fürs Internet of Things
24.03.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Lifecycle IT: Erfolgsstory für Datacenter
22.03.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2017 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie