Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CeBIT 2017: AR-Technik soll internationale Zusammenarbeit im Stahlwerk erleichtern

13.03.2017

Die Fakultät Elektrotechnik der Westsächsischen Hochschule Zwickau hat gemeinsam mit der Salzgitter AG einen Augmented-Reality-Schutzhelm entwickelt. Dieser hilft, Mitarbeiter verschiedener Kulturen einzuarbeiten und Arbeitsprozesse effektiver zu gestalten. Vorgestellt wird die Entwicklung ab 20. März 2017 auf der Cebit.

Der Agumented-Reality-Schutzhelm besteht aus einem integrierten Rechner mit eigener Stromversorgung, einer Datenbrilleneinheit sowie Sensoren zur Erfassung der Umgebungsbedingungen, eigener Gesten und der Position im Raum. Alle Komponenten sind durch ein robustes Industriedesign an einen Standard-Schutzhelm integriert.


Der Agumented-Reality-Schutzhelm besteht aus einem integrierten Rechner mit eigener Stromversorgung, einer Datenbrilleneinheit sowie Sensoren zur Erfassung der Umgebungsbedingungen.

Westsächsische Hochschule Zwickau

Durch den Einsatz der Augmented Reality (AR) können, abhängig von den aktuellen Arbeitsaufgaben in einem Stahlwerk, Informationen eingeblendet werden. So kann beispielweise eine virtuelle Liste der abzuarbeitenden Werkstücke zur Qualitätskontrolle oder Anlagenbestandteile, wie Verbrauchsmaterialien, Walzenzustand und Auslauf der Anlage angezeigt werden. Bei der Datenbrille kann z.B. eine Störung am aktuellen Standort des Mitarbeiters eingeblendet und somit die Fehlerbehebung beschleunigt werden.

Technologie made in Germany

Da die verbale Kommunikation mit Mitarbeitern im Stahlwerk schwer ist, kann durch die Schutzhelmdatenbrille ein Audio- und Video-Mitarbeiterchat bereitgestellt werden. Ebenfalls ist der Einsatz im Zusammenhang mit Remote Support möglich. Dabei verbindet sich der Nutzer vor Ort mit einer Fernwartungszentrale und wird über eine bidirektionale Audio- und Videoverbindung durch die Reparatur, Instandhaltung oder Bedienung geleitet.

Zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter können Einarbeitungs- und Trainingsanleitungen dargestellt werden. Diese Informationen können in verschiedenen Sprachen sowie durch bildliche Darstellungen ausgegeben werden. Die virtuelle Technik erleichtert dabei die Integration von Mitarbeitern unterschiedlicher Kulturen.

„Ein virtuell angezeigter Schraubenschlüssel, der die reale Schraube überlagert, ist kulturübergreifend besser verständlich als auf Papier gedruckte Anleitungen“, erklärt Prof. Rigo Herold, der an der Westsächsischen Hochschule Zwickau für das Projekt verantwortlich ist. Die Besonderheit ist auch, dass die Datenbrilleneinheit komplett in Deutschland entwickelt wurde. Dies sei beim Thema AR-Technologie eher selten. „Meist kommen die Datenbrillen aus Übersee von Google, Microsoft oder Vuzix und die deutsche Innovation ist dabei lediglich die zugehörige App“, sagt Prof. Rigo Herold.

Durch Kooperationen mit Schutzhelmherstellern und Elektronikfirmen könne bei diesem Projekt die gesamte Wertschöpfungskette in Deutschland abgebildet werden.

Bei der Entwicklung des AR-Schutzhelms arbeitete der Zwickauer Professor mit dem Unternehmen GESIS - Gesellschaft für Informationssysteme mbH, einer 100%igen Tochter der Salzgitter AG, zusammen. 2016 wurde innerhalb dieses Projekts ein einfacher Schutzhelm mit Datenbrillenoptik zur Anzeige von Gefahrenmeldungen über ein Smartphone vorgestellt. Basierend auf dieser ersten Lösung wurden in einer Pilotphase die Potentiale zum Einsatz der modernen AR-Technik im Stahlwerk evaluiert und weiterentwickelt.

Simulation eines virtuellen Ganges durch ein Stahlwerk

Präsentiert wird der Augmented-Reality-Schutzhelm ab 20. März 09:00 -18:00 auf der Cebit. Die Westsächsische Hochschule stellt dort gemeinsam mit der GESIS GmbH die Demonstration am Gemeinschaftsstand FORSCHUNG FÜR DIE ZUKUNFT in Halle 6 auf Stand B24 aus. Am Messestand kann der Besucher die Schutzhelm-Datenbrille aufsetzen und damit einen virtuellen Gang durch ein Stahlwerk machen. Der „neue“ Mitarbeiter muss einen Tag als Stahlarbeiter verbringen und möglichen Gefahren, die an seinem ersten Tag auf ihn lauern, aus dem Weg gehen. Zudem steht Prof. Rigo Herold am Messestand für Fragen zum Thema Lehre und Forschung der Fakultät Elektrotechnik bereit.

Informationen und Kontakt:
Westsächsische Hochschule Zwickau Fakultät Elektrotechnik
Prof. Dr. Rigo Herold
Dr.-Friedrichs-Ring 2a
Telefon: +49 375 5361443
Fax: +49 375 5361403
E-Mail: Rigo.herold@fh-zwickau.de
www.fh-zwickau.de

GESIS Gesellschaft für Informationssysteme mit beschränkter Haftung
Thorsten Schulz
Eisenhüttenstraße 99
38239 Salzgitter
Telefon +49 5341 21-7255
Telefax +49 5341 21-4660
E-Mail: Thorsten.schulz@gesis.de
www.gesis.de

Weitere Informationen:

http://www.fh-zwickau.de

Silke Dinger | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2017:

nachricht Schnell und einfach: Edge Datacenter fürs Internet of Things
24.03.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Lifecycle IT: Erfolgsstory für Datacenter
22.03.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2017 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie