Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schüler sollen Lehrern per Handy sofort Rückmeldung geben können

09.03.2009
Idee aus dem CeBIT-Innovationslabor des HPI

Auf der CeBIT hat das gemeinsame Innovationslabor der beiden Hasso-Plattner-Institute aus Potsdam und Palo Alto (Kalifornien) eine Möglichkeit entwickelt, Handys sinnvoll in den Schulunterricht einzubinden.

Schüler sollen mit ihren Mobiltelefonen den Lehrern sofort signalisieren können, wie gut der vermittelte Unterrichtsstoff bei ihnen ankommt. "Dann können die Lehrer auf ihrem eigenen Handy-Display unmittelbar erkennen, wie sie auf das anonym übermittelte Stimmungsbild reagieren müssen", erläuterte Prof. Ulrich Weinberg am Samstagmorgen auf der CeBIT.

Weinberg ist Leiter der School of Design Thinking am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut. Nach seinen Worten könnten für verschiedene Lern-Typen zudem passende Unterrichtsmaterialien bereitgestellt werden, etwa ein unterhaltsames Handy-Quiz. Das CeBIT-Innovationslabor schlug ferner vor, per Handy gedrehte Schüler-Videos auch für Projekte im Verbund mit ausländischen Klassen einzusetzen. "Damit kann zum Beispiel der Fremdsprachen-Unterricht anschaulicher und spannender gestaltet werden", sagte Weinberg. Sein deutsch-kalifornisches Team kreativer Querdenker erfindet an jedem Messetag innerhalb von 24 Stunden innovative Lösungen, die "IT menschlicher machen" - so der Anspruch.

Am Freitag hatten die übers Internet vernetzten Studenten aus Deutschland und Kalifornien auf der CeBIT die Idee kleiner, handlicher Strom-Messer entwickelt, die als Adapter zwischen die einzelnen Elektrogeräte im Haushalt und das Stromnetz geschaltet werden. "Die Einzeldaten des Nutzers sollen elektronisch zusammengeführt und in der Summe auf einer Anzeigetafel gezeigt werden, die bei hohem Gesamtverbrauch des Haushalts eine grelle Farbe annimmt. Bei niedrigem Verbrauch leuchtet die Anzeige grün", berichtete Weinberg. Der Verbrauch könne auch über einen lokalen Internetanschluss an einen zentralen Server übermittelt werden, ergänzte der Wissenschaftler. Für den Verbraucher seien somit Energieverbrauchs-Auswertungen und -Vergleiche möglich.

Energieversorgungsunternehmen sollten die Kunden vor allem durch Rückzahlungen und Gutschriften für sparsames Verhalten belohnen, meinten die kreativen Querdenker aus Potsdam und Palo Alto.

Zuvor hatte der Ideen-Frischdienst aus Halle 9 der CeBIT (Stand A01) innerhalb von 24 Stunden für den Bereich IT-Sicherheit das Konzept eines "Virtual Identity Reports" entwickelt. Dieser per Post oder E-Mail versandte Bericht soll jedem Internetnutzer einen Überblick darüber verschaffen, welche privaten Daten derzeit von ihm im Internet verfügbar sind. "Die befragten Nutzer in Deutschland und Kalifornien haben uns in diesem Zusammenhang auf die Idee eines elektronischen 'Radiergummi'-Service gebracht, der unerwünschte private Daten im Internet leicht löschen kann", erläuterte Weinberg am Donnerstag. Ob und wie ein solches elektronisches Radiergummi für Internetdaten technisch zu realisieren wäre, müsse in einem zweiten Schritt überprüft werden.

Am Mittwoch hatte das interkontinentale Innovationslabor der beiden HPIs eine Idee präsentiert, die helfen soll, den Stress bei Berufstätigen der "Webciety" abzubauen, die "always on" sind. Die Software, die auf mobilen Geräten zu installieren ist, würde alle Kommunikationskontakte des Nutzers bildlich anzeigen, also mit den Fotos der Kontaktpersonen. "Auf dem Bildschirm kann dann auf einen Blick das Verhältnis von beruflicher und privater Kommunikation dargestellt werden, so dass man an der Ausgewogenheit von Berufs- und Privatleben gezielt arbeiten kann", sagte Weinberg.

Die Studierenden der Potsdamer Innovationsschule am Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik hatten von Dienstag an am Abend eines jeden CeBIT-Tages ihre zusammen mit den Besuchern in Hannover erarbeiten Lösungsansätze in einer Live-Videokonferenz mit ihren Kommilitonen am Hasso Plattner Institute of Design at Stanford im kalifornischen Palo Alto (Silicon Valley) besprochen. Dort wurden die frischen Ideen über Nacht geprüft, bearbeitet und angereichert. Beflügelt von dem Input aus Kalifornien und nach ein paar Überarbeitungen kamen die kreativen Querdenker aus Potsdam dann jeweils am nächsten Morgen im CeBIT-Innovationslabor innerhalb der selbst gesetzten 24-Stundenfrist zu dem gefundenen neuen Lösungsansatz.

Seit Samstagmorgen tüfteln die jungen kreativen Querdenker aus Potsdam und Palo Alto an innovativen E-Government-Lösungen zur Stärkung des Bürgers. Die jungen IT-Innovatoren arbeiten unter Beteiligung des CeBIT-Publikums und von Internetnutzern (http://d-school-blog.hpi-web.de) an der Lösung des Problems "Wie könnten wir mit IT den Bürgern helfen, erfolgreicher im Umgang mit Behörden zu sein? Nachmittags um 15:30 Uhr werden die am Tag erarbeiteten innovativen Ansätze im "Future Parc" der CeBIT (Halle 9, A54) zusammen mit dem CeBIT-Publikum getestet.

Hans-Joachim Allgaier | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi.uni-potsdam.de
http://www.stanford.edu/group/dschool

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2009:

nachricht Hybrid-Scanner ordnet Dokumente nach Chaos-Prinzip
09.03.2009 | Xamance

nachricht Zum Abschluss der CeBIT 2009: Trends und Themen
09.03.2009 | Deutsche Messe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2009 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften