Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CeBIT 2009: Wie man digitales Fernsehen drahtlos ins Heimnetzwerk einbindet

17.02.2009
Die Urlaubsfotos mal eben direkt von der Digitalkamera auf dem Großbild-Fernseher zeigen?

Die Musik-Sammlung vom heimischen Computer auf der Audio-Anlage im Wohnzimmer wiedergeben? Filme auf der Spiele-Konsole schauen und das Handy als universelle Fernbedienung benutzen? Die "Digital Living Network Alliance (DLNA)", ein Zusammenschluss führender Hersteller von Multimedia-Geräten, will dies ermöglichen.

Bisher wurde dabei jedoch weitgehend vernachlässigt, wie man das digitale Fernsehen in das heimische Netzwerk einbindet. Das Team von Thorsten Herfet, Professor für Nachrichtentechnik der Universität des Saarlandes, hat dafür eine neue Software-Architektur entwickelt, mit der digitales Fernsehen auch drahtlos übertragen werden kann. Diese wird auf der CeBIT 2009 vom 3. bis 8. März in Hannover am Forschungsstand des Saarlandes (Halle 9, Stand B43) präsentiert.

Die Digital Living Network Alliance (DLNA) hat sich im Jahr 2003 das Ziel gesetzt, Computer, Unterhaltungselektronik und mobile Geräte nahtlos im Heimnetzwerk zu verbinden. Schon heute werden viele Geräte angeboten, die die Voraussetzungen dafür erfüllen. Über das Internet-Protokoll können digitale Medien wie Musik, Filme und Fotos auf verschiedene Endgeräte verteilt werden, ohne dass die Nutzer diese vorher umständlich konfigurieren müssen.

Allerdings fehlt dabei nach wie vor die qualitativ hochwertige Einbindung des klassischen Medien-Rundfunks, obwohl Radio- und TV-Inhalte bereits digital vorliegen und mit geringem Aufwand in das Heimnetzwerk eingebunden werden könnten. Genau das ist jedoch derzeit noch nicht Teil der Standardisierung innerhalb DLNA oder DVB (Digital Video Broadcasting). Diese Lücke schließen die Saarbrücker Nachrichtentechniker mit ihrer Lösung.

Das Problem der fehlenden Rundfunk-Vernetzung liegt im Charakter der Live-Medien: Im Gegensatz zu gespeicherten Mediendateien müssen sie strikt zeitbegrenzt übertragen werden. Sonst gibt es zum Beispiel beim Umschalten auf ein anderes Fernsehprogramm Verzögerungen oder es leidet die Bildqualität. Die Nachrichtentechniker der Universität des Saarlandes haben daher eine neue Software-Architektur entwickelt, mit der Wiedergabegeräte fehlerfrei synchronisiert werden können. Dadurch wird der Live-Datenstrom des digitalen Fernsehens und Hörfunks nicht unterbrochen.

Die Wissenschaftler haben dafür neue Protokolle entworfen, die anders mit der Fehlerrate und dem Zeitverhalten des Internets umgehen. Sie bringen unabhängig vom Übertragungsweg die Mediadaten in optimaler Qualität zum Empfänger. Über neue Algorithmen versucht man Redundanzen zu vermeiden, also nur so viele Daten zu übertragen, wie wirklich für die Anwendung notwendig sind. Außerdem gehen die Wissenschaftler flexibel mit der Fehlerrate bei der Übertragung über drahtlose Netzwerke um (über das RTP/UDP/IP-Protokoll).

Die Anwendung der vorgestellten Architektur ist dabei nicht auf das Heimnetzwerk beschränkt. Sie könnte auch in öffentlichen Szenarien wie WLAN-Hotspots oder in WiMAX-Infrastrukturen zum Einsatz kommen.

Auf der CeBIT 2009 steht das Team der Saarbrücker Nachrichtentechniker während der gesamten Messe am Stand der Universität des Saarlandes (Halle 9, Stand B43) für Interviews zur Verfügung.

Fragen beantworten Ihnen:

Prof. Dr. Thorsten Herfet
Tel.: 0681/302-6541
E-Mail: herfet@nt.uni-saarland.de
Friederike Meyer zu Tittingdorf
Kompetenzzentrum Informatik an der Universität des Saarlandes
Tel. 0681/302-58099
Tel. 0511/8959-7075 (Standtelefon CeBIT)
Email: presse@cs.uni-sb.de

Saar - Uni - Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.nt.uni-saarland.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2009:

nachricht Hybrid-Scanner ordnet Dokumente nach Chaos-Prinzip
09.03.2009 | Xamance

nachricht Zum Abschluss der CeBIT 2009: Trends und Themen
09.03.2009 | Deutsche Messe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2009 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften