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CeBIT-Trendthemen der Unterhaltungselektronik

15.01.2008
  • Flachbildschirme setzen ihren Siegeszug fort
  • Netzwerk-Anschlüsse gehören bei immer mehr Herstellern zur Standardausstattung
  • Durchbruch für das Internet-Fernsehen IPTV steht bevor

Digitales Entertainment ist gefragt wie nie zuvor. Mit mehr als 4,4 Millionen verkauften Flachbild-Fernsehern rechnet die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) in diesem Jahr. Für 2008 erwartet der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) trotz fallender Preise ein Rekordmarktvolumen von knapp fünf Milliarden Euro. Dazu kommt ein zunehmendes Interesse an "professionellen" Flachbildschirmen, die zum Beispiel als Kunden- oder Besucher-Informationssystem in Unternehmen, Flughäfen, Bahnhöfen, Hotels und in der Medizin genutzt werden.

Auch Digitalrecorder und -player für die hochwertigen DVD-Formate Blu-ray und HD DVD können 2008 weiter zulegen. Für diese Produktgruppe wird bis 2011 ein jährliches Wachstum von 12,5 Prozent vorausgesagt. Ähnlich positiv sieht es bei digitalen Set-Top-Boxen für das hoch auflösende HD-Fernsehen aus. Mit Spannung wird deshalb die CeBIT vom 4. bis 9. März 2008 erwartet, wo drei Monate vor dem Anpfiff zur Fußball-Europameisterschaft neueste digitale Consumer-Trends zu sehen sind.

Ein weiteres Trendthema im neu geschaffenen "Home & Mobile Solutions"-Bereich der Messe heißt Digital Connectivity. Nach Angaben des BITKOM werden in den USA mit der Einrichtung und Vernetzung von CE-Geräten im Wohnzimmer bereits acht Milliarden Dollar pro Jahr umgesetzt. 2008 wird er auch Deutschland erfassen: Der drahtlose Medien-Highway macht den Traum vom digitalen Zusammenspiel der verschiedensten Geräte wahr. So lädt der PMP (Portable Media Player) die gewünschten Songs oder Videos von der PC-Festplatte, der Heimserver serviert die Urlaubsfotos auf dem TV-Flatscreen und das Web-Radio empfängt dank Breitband-Anbindung Tausende von Sendern aus aller Welt. Bei der Übertragung wird sich neben Wireless LAN ein weiterer Standard etablieren: HomePlug AV. Damit lassen sich Musik, Bilder und Videos komfortabel im ganzen Haus verteilen: über das Stromnetz. Die maximale Übertragungsleistung (200 Megabit pro Sekunde) entspricht Wireless LAN.

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Initiative für bundesweite Breitbandversorgung / Deutschland noch nicht EU-Spitze

Ende 2007 waren hierzulande rund 18 Millionen Haushalte mit einem DSL-Anschluss ausgerüstet. Doch bis zur flächendeckenden Versorgung ist es noch weit. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) und der Deutsche Landkreistag (DLT) kritisieren, dass zurzeit noch etwa fünf Millionen Bürger keine Möglichkeit haben, mit Breitbandtechnik im Internet zu surfen. Die Folge für die rund 2 200 betroffenen Gemeinden sei eine dramatische Beschleunigung der Landflucht sowie die Abwanderung von Gewerbetreibenden. Der Geschäftsführer des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), Jürgen Grützner, will nun die Kräfte aller Beteiligten bündeln. Ein gemeinsamer Aktionsplan soll sicherstellen, dass die weißen Flecken auf der deutschen Breitbandkarte schnell verschwinden. Tatsächlich liegt Deutschland laut einer aktuellen EU-Rangliste bei den privaten Highspeed-Internetzugängen lediglich im europäischen Mittelfeld. Nur jeder Zweite zwischen Kiel und Konstanz verfügt über einen DSL-Anschluss, während es in Holland 74 Prozent sind und in Dänemark 70 (Quelle: Eurostat).

Internet-Fernsehen erfreut sich zunehmender Beliebtheit / Trend zu offenen Standards

Offene Plattformen sind Voraussetzung für viele erfolgreiche Geschäftsmodelle im World Wide Web. Auf der CeBIT wird diese Vermarktungsstrategie sicherlich für heiße Diskussionen sorgen. Ein aktuelles Beispiel ist das Open IPTV Forum: Dieses Gremium, dem Firmen aus der Telko-, Hardware- und Infrastruktur-Branche angehören, hat sich zum Ziel gesetzt, weltweit gültige Standards für das Internetfernsehen (IPTV) zu vereinbaren. Auch die Deutsche Telekom ist seit kurzem Mitglied des Forums. Schließlich geht es um einen umsatzträchtigen Zukunftsmarkt: Einer aktuellen Untersuchung des Marktforschungs­unternehmens Informa Telecom & Media zufolge sollen bis zum Jahr 2012 bereits 38,5 Millionen Haushalte TV-Programme per Breitbandleitung empfangen können. 2006 waren es noch 5,3 Millionen. Deutschland wird in fünf Jahren hinter China, den USA, Frankreich und Japan zu den fünf wichtigsten IPTV-Märkten weltweit gehören. Damit wird IPTV zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die klassische TV-Landschaft - und zu einem Top-Thema auf der CeBIT 2008.

Anne-Kathrin Seibt | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.cebit.de

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