Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digital Drehen

25.02.2005


Hollywood läutet das digitale Kinozeitalter ein: Statt auf 35-Millimeter Film werden Kinostreifen mehr und mehr auf digitale Datenträger gebannt. Dazu werden jedoch hochwertige digitale Filmkameras benötigt. Auf der CeBIT (10-16. März in Hannover) stellen Fraunhofer-Forscher in Halle 9, Stand B36 eine Entwicklung für ARRI Cine Technik, die digitale Filmstil-Kamera ARRI-D20 und einen digitalen, portablen Speicher vor.

... mehr zu:
»ARRI »D20 »Digital »Dreh »Filmstil-Kamera »Megapixel

Hollywood aber auch europäische Filmemacher rüsten auf. Die Filmindustrie setzt auf eine neue Technologie – das Digitale Kino. Statt auf 35-Millimeter Film sollen Kinostreifen zukünftig auf digitale Datenträger gebannt werden. Ein Grund für den geplanten Umstieg von analog auf digital: Das Cinema will sich auch in Zukunft deutlich vom Fernsehen absetzen. Das Digitale Kino soll vor allem durch eine hervorragende Auflösung überzeugen – der entscheidende Mehrwert, wenn es darum geht, Zuschauer ins Kino zu locken. Kinofilme sollen künftig mit 4096 x 2160 Bildpunkten, das sind 8 Megapixel, auf die Leinwand gebracht werden. Zum Vergleich: Das herkömmliche Fernsehbild hat eine Auflösung von 0,4 und das hochauflösende HDTV von 2 Megapixel.

In der Allianz Digital Cinema haben sich fünf Fraunhofer-Institute zusammengeschlossen, um die Schlüsselkomponenten für alle Teile der Kinokette zu entwickeln – von der Produktion über Sound, Postprocessing, Übertragung und Projektion. Als Mitglieder renommierter Organisationen wie SMPTE (Society for Motion Picture and Television Engineers), FKTG Fernseh- und Kinotechnische Gesellschaft und International Standardization Organisation ISO bieten sie Forschung und Entwicklung auf der Basis international anerkannter Standards. Beispiel für eine Entwicklung des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS ist die digitale Film-Kamera. Sie ermöglicht den ersten Schritt in die Digitale Produktion. Wissenschaftler des IIS in Erlangen entwickeln und testen in Zusammenarbeit mit dem Kamerahersteller ARRI Cine Technik die ARRI D20, eine digitale Filmstil-Kamera. Die D20 ermöglicht den Einstieg ins digitale Drehen und wird bereits für hochwertige TV-Produktionen eingesetzt. Derzeit beträgt die Auflösung sechs Megapixel. Für die geforderte Kinoauflösung sind noch weitere Entwicklungen notwendig.


Bei der D20 profitieren Kameraleute schon heute von einem CMOS-Sensor, der die gleichen Bildabmessungen wie der 35-Millimeter-Film bietet. Der Vorteil: Die Kameraleute können die hochwertigen Objektive konventioneller Kameras weiter nutzen. Auch sonst lässt sich die D20 ähnlich wie eine analoge Kamera handhaben. Sie ist mit einem optischen Sucher ausgestattet, durch den der Kameramann wie gewohnt sehen kann, was er filmt. "Die Kamera hat eine gute Auflösung, naturgetreue Farbwiedergabe und eine variable Bildaufzeichnungsrate, die vor allem bei Zeitrafferaufnahmen wichtig ist", erläutert Hans Bloß, Leiter der Fraunhofer-Allianz. Zudem hat die D20 den gleichen Tiefenschärfebereich wie herkömmliche Kameras. Das ermöglicht den typischen Filmlook. Der Kameramann kann die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf ein bestimmtes Detail im Bild lenken. Das Messer in der Hand des Mörders ist deutlich zu erkennen, während der Tatort nur unscharf zu sehen ist. Andere digitale Kameras können das nicht. Sie zeigen die gesamte Szene gleichmäßig gestochen scharf.

Die digitale Technologie erleichtert künftig auch das Arbeiten am Set. Bisher kann der Regisseur nur wenige Minuten am Stück drehen – dann muss die Filmrolle gewechselt werden. Ob eine Aufnahme gelungen ist, erfährt er erst Stunden später, wenn der Film entwickelt ist und die Tageskopie vorliegt. Anders beim digitalen Dreh: Die Aufnahmen können sofort begutachtet werden. Dazu bedarf es jedoch leistungsfähiger Speicher. Denn eine einzige Minute digitaler Kinofilm erzeugt 40 Gigabyte Daten. Forscher des IIS haben einen handlichen Speicher entwickelt, mit dem sich bis zu 30 Minuten unkomprimierter Film aufnehmen lassen. Die Daten werden auf sechs Notebook-Festplatten gespeichert. Via FireWire werden sie auf einen PC übertragen. Dort kann sich der Regisseur die Aufnahmen am Bildschirm anschauen. Auf der CeBIT werden die digitale Filmstil-Kamera und der portable Speicher vorgestellt.

Doch was bringt das Digitale Kino dem Zuschauer? Wie profitieren Filmemacher und Kinobetreiber von der neuen Technologie? Antworten auf diese Fragen gibt das Fraunhofer-Forum am Stand am 11. März ab 14.00 Uhr.

Fraunhofer-Allianz "Digital Cinema"

Fünf Fraunhofer-Institute haben ihre Kompetenzen gebündelt, um Schlüsselkomponenten für digitale Kinotechnik zu entwickeln:

  • Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Erlangen
  • Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT, Ilmenau
  • Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik, FIRST, Berlin
  • Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI, Berlin
  • Fraunhofer-Institut für Medienkommunikation IMK, St. Augustin

Angela-Susanne Raguse-Fößel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iis.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: ARRI D20 Digital Dreh Filmstil-Kamera Megapixel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2005:

nachricht Fraunhofer-Institute legen Lösungsarchitektur zur elektronischen Gesundheitskarte vor
17.03.2005 | Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik - ISST

nachricht CeBIT 2005 hat Erwartungen der Aussteller voll erfüllt
17.03.2005 | BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2005 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie