Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirkungsvollere Medikamente mit Nanopartikeln

15.03.2013
Von ihrem Projekt "Nanokapseln zum kontrollierten Medikamenteneinschluss" erhoffen sich Augsburger Physiker ein über medizinische Applikationen weit hinausreichendes Anwendungspotential.
Mit dem Projekt "Akusto-fluidische Herstellung von Nanokapseln" verfolgen Forscher der Universität Augsburg gemeinsam mit Kollegen der Harvard University und der Universität Wien das Ziel, Nanokapseln zu entwickeln, mit denen sich Medikamente in kleinsten Portionen transportieren und zielgenau freisetzen lassen. Das Projekt, das auch biotechnologische Anwendungspotentiale birgt, wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit mit Personal- und Sachmittel in Höhe von rund 200.000 Euro gefördert.

Bei der gezielten Verabreichung von Medikamenten haben Nanopartikel großes Potenzial als sog. "drug carriers". Dabei handelt es sich um maßgeschneiderte Medikamententräger, die es ermöglichen, dass Wirkstoffe in kleinsten Portionen transportiert und gezielt freigesetzt werden können. Eine zentrale Rolle spielt dabei der kontrollierte und präzise Einschluss von diskreten Medikamentenvolumina und Konzentrationen in Nanokapseln. Nur eine exakte Kontrolle dieses Einkapselungsprozesses macht die spätere genau dosierte Abgabe des Wirkstoffs möglich - sei es in Form eines Aerosols, sei es intravenös oder als Implantat.

Vom Mikro- zum Nanometer-"drug carrier"

Bisherige Verfahren erlauben den Medikamenteneinschluss bis zu einigen Mikrometern. Für den Einsatz als "drug carrier" in der medizinischen Praxis sind aber meist Nanokapseln deutlich unter einem Mikrometer im Nanometerbereich erforderlich. Im Projekt "Akusto‐fluidische Herstellung von Nanokapseln" arbeitet die von Prof. Dr. Thomas Franke geleitete AG "Mikrofluidik/Biophysik " des Augsburger Lehrstuhls für Experimentalphysik I an neuen technischen Verfahren zur Herstellung von Kapseln dieser Nano-Größenordnung.

Über medizinische Applikationen hinausweisendes Anwendungspotential

"Wir glauben", so Franke, "mit unserer Arbeit ein über die medizinische Applikation hinausgehendes Anwendungspotential erschließen zu können, das beispielsweise auch hochinteressant für die Biotechnologie ist. Denn auch biologische Makromoleküle wie DNA oder Proteine werden sich auf diesem Weg gezielt einkapseln und darüber hinaus mit anderen Kapseln, die biologische Zellen enthalten, kombinieren lassen, so dass Reaktionen mit diesen Zellen studiert werden können."
Zusammenarbeit mit Harvard und Wien

Bei ihren Forschungsarbeiten kooperieren die Augsburger Wissenschaftler mit der „School of Engineering and Applied Sciences“ der Harvard University. "Unsere dortigen Partner gelten auf unserem Gebiet als weltweit führend, unsere enge Zusammenarbeit mit ihnen, stellt sicher, dass wir mit der rasanten Entwicklung in unserem Forschungsbereich Schritt halten werden", so Franke. Eine weitere Kooperation besteht mit der Gruppe von Prof. Dr. Franz Gabor am Department für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazeutik der Universität Wien. Diese Gruppe bringt ihre Expertise zur Funktionalisierung und Charakterisierung von Mikro- und Nanopartikeln in der Medizin ein.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Thomas Franke
AG Mikrofluidik/Biophysik
Lehrstuhl für Experimentalphysik I
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon +49(0)0821-598-3312
thomas.franke@physik.uni-augsburg.de
http://www.physik.uni-augsburg.de/lehrstuehle/exp1/mitarbeiter/franke_thomas/

Zur Förderung von Forschungsprojekten zu Risiken und Chancen der Nanotechnologie
durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit:
http://www.stmug.bayern.de/aktuell/presse/detailansicht.htm?tid=25254

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-augsburg.de/
http://www.stmug.bayern.de/aktuell/presse/detailansicht.htm?tid=25254

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Software mit Grips
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt am Main

nachricht Einen Schritt näher an die Wirklichkeit
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Digitale Medien für die Aus- und Weiterbildung: Schweißsimulator auf Hannover Messe live erleben

20.04.2018 | HANNOVER MESSE

Neurodegenerative Erkrankungen - Fatale Tröpfchen

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics