Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf der weltweiten Suche nach 100 Personen im Alter von über 100 Jahren

02.11.2012
Heidelberger Wissenschaftler sind an einem internationalen Projekt zur Genomsequenzierung beteiligt

Heidelberger Wissenschaftler beteiligen sich an der weltweiten Suche nach 100 Personen im Alter von über 100 Jahren, die bereit sind, eine Blutprobe für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung zu stellen.

Damit können nun auch Hundertjährige in Deutschland angesprochen werden, an der Entstehung einer einzigartigen Datenbank mitzuwirken. Sie soll die komplett sequenzierten Genome von extrem alten, gesunden Menschen aus möglichst vielen Ländern der Welt umfassen und dazu dienen, die genetischen Grundlagen eines gesunden Alterns zu erforschen. An dem Projekt „100 über 100“ wirken Gerontologen der Universität Heidelberg sowie Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Universitätsklinikums Heidelberg mit.

„Aufgrund unserer bisherigen Arbeiten mit Hundertjährigen sind Wissenschaftler aus den USA mit der Bitte an uns herangetreten, dieses ungewöhnliche Projekt zu unterstützen“, sagt Prof. Dr. Daniela Jopp. Sie ist Leiterin der Zweiten Heidelberger Hundertjährigen-Studie, die am Institut für Gerontologie der Ruperto Carola durchgeführt wird. „Wir wollen zu diesem Vorhaben beitragen, weil wir hoffen, dadurch mehr über die biologischen Ursachen von Langlebigkeit zu erfahren. Es ergänzt unsere eigenen Arbeiten, bei denen wir uns eher auf die psychologischen Aspekte konzentrieren, die ein gutes Leben im Alter ermöglichen.“
Neben Deutschland beteiligten sich Forscher aus Japan, Australien, Indien, Italien, Spanien und den USA an der „Archon Genomics X PRIZE“-Studie, die auf einer Initiative der US-amerikanischen X PRIZE Foundation beruht. Der Senior Director dieses Projekts, Grant Campany, begrüßt ausdrücklich die Mitwirkung deutscher Wissenschaftler. Nach seinen Worten wird die internationale Datenbank einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung neuer Therapieformen und zum Fortschritt in der Präventivmedizin leisten.

Die Daten der „100 über 100“ werden von 2014 an durch die National Institutes of Health und dem National Institute for General Medical Sciences (USA) Wissenschaftlern aus aller Welt zur Verfügung gestellt. Damit sollen die genetischen Grundlagen gesunder Langlebigkeit untersucht und Gene identifiziert werden, die vor mit dem Alter assoziierten Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Krebs und Alzheimer-Demenz schützen. „Während sich viele Studien bislang auf Kandidatengene konzentrieren, die bereits mit bestimmten Erkrankungen wie zum Beispiel Alzheimer oder Diabetes in Beziehung stehen, ermöglicht diese umfangreiche Datenbank komplett sequenzierter Genome eine umfassendere Analyse“, sagt Prof. Dr. Barbara Burwinkel, die am Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Universitätsklinikum Heidelberg tätig ist und ebenfalls an diesem internationalen Projekt mitwirkt.

Zuvor dienen die Blutproben der „100 über 100“ als Grundlage für einen Wettbewerb, der von der X PRIZE Foundation ins Leben gerufen wurde. Um schnellere und präzisere Sequenziertechniken zu fördern, hat die Stiftung einen mit zehn Millionen Dollar dotierten Preis ausgelobt. Das Preisgeld geht an das Forscherteam, dem es gelingt, diese 100 Genome innerhalb von 30 Tagen zu sequenzieren, dabei höchste Qualitätsansprüche zu erfüllen und die Kosten pro Sequenzierung unter 1.000 Dollar zu halten. Der „Archon Genomics X PRIZE“-Wettbewerb findet im September 2013 statt.

Kontakt:
Vera d‘Heureuse
Institut für Gerontologie
Telefon (06221) 54-8185
vera.dheureuse@gero.uni-heidelberg.de

Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zebras: Immer der Erinnerung nach
24.05.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Wichtiges Regulator-Gen für die Bildung der Herzklappen entdeckt
24.05.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Krebs erregende Substanzen aus Benzinmotoren

24.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich

24.05.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Orientierungslauf im Mikrokosmos

24.05.2017 | Physik Astronomie