Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vielseitige Transistoren gesteuert durch Licht

26.06.2012
HU-Forscherteam fertigt „smarte“ Transistoren/Kostengünstige Bauelementherstellung möglich

Organische Halbleitermaterialien sind Schlüsselkomponenten für die Entwicklung leichter und flexibler elektronischer Bauelemente. Um jedoch komplexe Funktionen zu realisieren, müssen die Komponenten in verschiedenen Schaltzuständen vorliegen können, die selektiv und im Idealfall mit Hilfe unterschiedlicher Stimuli adressiert werden können.


Graphic: "Smarte Transistoren": maßgeschneiderte kleine Moleküle sind nach Bestrahlung mit UV-Licht in der Lage, den Stromfluss durch den Halbleiter im Transistor zu blockieren.
Stefan Hecht (HU)

Licht ist dabei einer der attraktivsten Stimuli, da es hohe räumliche und zeitliche Kontrolle ermöglicht und mit moderner Optik gekoppelt werden kann. Allerdings muss die benötigte Lichtempfindlichkeit der Bauelemente zunächst in die verwendeten Materialien eingebaut werden.

Ein internationales Forscherteam, an dem sowohl der Chemiker Stefan Hecht als auch der Physiker Norbert Koch – beide Mitglieder des IRIS Adlershof der Humboldt-Universität zu Berlin – beteiligt sind, hat nun erstmalig derartige „smarte“ Transistoren gefertigt, die durch Licht adressiert werden können. In ihrer aktuellen Veröffentlichung in Nature Chemistry demonstrieren die Autoren ein neues Konzept, bei dem photoschaltbare "Fallen" für Ladungsträger, sogenannte „traps“, direkt in den herkömmlichen Halbleiter integriert werden.

Diese maßgeschneiderten kleinen Moleküle sind nach Bestrahlung mit UV-Licht in der Lage, den Stromfluss durch den Halbleiter im Transistor zu blockieren. Bestrahlung mit sichtbarem Licht schaltet die Fallen wieder ab, so dass der Strom wieder in gewohnter Weise durch das Bauelement fließen kann. Die entwickelte Methode, bei der die lichtempfindlichen Moleküle mit dem organischen Halbleiter einfach vermischt werden, ist sehr effektiv und erlaubt eine kostengünstige Bauelementherstellung. Die über Licht programmierbaren Transistoren könnten somit in Zukunft als multifunktionale opto-elektronische Bauelemente in logischen Schaltkreisen fungieren.

Zur Veröffentlichung in der Zeitschrift “Nature Chemistry“
(online ab 24. Juni 2012) unter:
http://dx.doi.org/10.1038/NCHEM.1384
„Optically switchable transistor via energy-level phototuning in a bicomponent organic semiconductor”

von: E. Orgiu, N. Crivillers, M. Herder, L. Grubert, M. Pätzel, J. Frisch, E. Pavlica, D. T. Duong, G. Bratina, A. Salleo, N. Koch*, S. Hecht*, P. Samorì*“

WEITERE INFORMATIONEN
Prof. Stefan Hecht, Ph.D.
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Chemie
Brook-Taylor-Str. 2
12489 Berlin
Tel.: 030 2093-7365
E-Mail: sh@chemie.hu-berlin.de
URL: http://www.hechtlab.de
Prof. Dr. Norbert Koch
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Physik
Brook-Taylor-Str. 6
12489 Berlin
Tel.: 030 2093-7819
E-Mail: norbert.koch@physik.hu-berlin.de
URL: http://www-sms1.physik.hu-berlin.de//

Constanze Haase | idw
Weitere Informationen:
http://www-sms1.physik.hu-berlin.de//
http://www.hechtlab.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen
20.09.2017 | Veterinärmedizinische Universität Wien

nachricht Molekulare Kraftmesser
20.09.2017 | Max-Planck-Institut für Biochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik