Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verpackungsschicht aus Molkeprotein kann sich zur "Cash Cow" entwickeln

15.12.2008
Mit Molkeproteinen beschichtete Plastikfilme können hervorragende Barrieren gegen Sauerstoff und Feuchtigkeit sein. Antimikrobielle Bestandteile in der Verpackung sind dazu geeignet, die Qualität von Frischeprodukten länger zu erhalten.
Ziel des EU-Projektes "Wheylayer" ist die Entwicklung eines wirtschaftlichen Herstellungsverfahrens für ein solches Verpackungsmaterial.

Beschichtung mit Molkeproteinen verbessern Lebensmittelhaltbarkeit und Verpackungsrecycling.

Eine gute Verpackungslösung ist mehr als eine Werbefläche für Produktinformationen. Sie fungiert als Schutz gegen Feuchtigkeit, Gerüche und Sauerstoff, die den Geschmack, den Nährwert und das Aussehen von Lebensmitteln beeinträchtigen. Durch den Einsatz von Hightech-Materialien lassen sich weitere Funktionalitäten sicherstellen: Im Projekt "Wheylayer" soll ein Material entwickelt werden, das durch antimikrobielle Inhaltstoffe von Molkeproteinen die Haltbarkeit steigern und ein ranzigwerden durch den Aufbau einer natürlichen Sauerstoffbarriere verzögern soll. Darin liegt ein erheblicher Mehrwert für Hersteller und Handel.

Der Forschungsansatz basiert auf dem fundierten Know-how über Trends in der Verpackungsbranche, das Partner aus sieben EU-Ländern zusammenführen. Neben Verpackungsherstellern (1) und Branchenverbänden (2) sind Prozessingenieure(3), Forschungsanbieter (4)sowie Molkereibetriebe (5) vertreten. "Wir sind stolz, zusammen mit PIMEC dieses hochinnovative Forschungs- und Entwicklungsprojekt zu leiten. Im Bereich Verpackungen gibt es viele interessante Ansätze und Fortschritte bei der Beschichtung mit einem natürlichen Stoff könnten für die Verpackungsindustrie eine bedeutende Auswirkung haben", erklärt Oonagh Mc Nerney, Geschäftsführerin von IRIS.

Eine europaweite Umfrage unter Verpackungsherstellern, Lebensmittelproduzenten und Zulieferern soll im Rahmen des Projektes durchgeführt werden. Die Ergebnisse fließen in die Entwicklung des aktiven Materials ein, um die Lösung bestmöglich auf Marktbedürfnisse abzustimmen. Mit Molkeprotein beschichtete Plastikfilme könnten einen Wendepunkt in der Geschichte der Verpackungstechnologie markieren, da ein Naturstoff künstlich erzeugte Co-Polymere ersetzt. In der Sortierungs- und Reinigungsphase des Recyclingvorganges erleichtern diese Schichten zwischen PE- und PP-Lage möglicherweise die Auftrennung der Einzelkomponenten.

Bei konventionellen Verpackungslösungen aus Polyethylen und Polypropylen, die mit synthetischen Polymeren und Co-Polymeren beschichtet sind, bleibt 40% Restmaterial zurück, das keine Verwendung mehr findet. Der Einsatz natürlicher Materialien verringert die CO2-Emissionen bei der Verpackungsherstellung und erlaubt eine materialsparende Produktion. Die Milchindustrie erschließt durch die Verwendung von Molkeprotein einen neuen lukrativen Markt für ein bisher entsorgtes Nebenprodukt der Käseherstellung. Als Lieferant eines wertvollen Rohstoffs für die wachsende Verpackungsindustrie verbessert sich die Wettbewerbsfähigkeit der durch klein- und mittelständische Betriebe geprägten Milchindustrie. Auch die Situation von KMUs im Verpackungsbereich kann sich dank des innovativen Verfahrens nachhaltig verbessern.

Im Rahmen des Projektes Wheylayer soll die Beständigkeit verschiedener Polymerbeschichtungen ebenfalls untersucht werden. Das Haftvermögen der Molkeproteinschicht soll mit Hilfe einer "Sandwichkonstruktion" verbessert werden. Alternativ können die Auswirkungen einer Koronabehandlung auf eine Erhöhung der Haftbarkeit untersucht werden. In einem späteren Projektstadium werden drei Prototypen für Standard-Verpackungen entwickelt: eine Folie zur Verpackung von z. B. Obst, ein standfester Beutel für Saucen, Dressings etc. und eine Plastikschale für Joghurt, Käse, Fleisch oder Fischfilet. Die Formvielfalt des Materials erschließt zahlreiche Anwendungen. Um die Handhabung unter Praxisbedingungen zu testen, wird die Produktionsanlage bei dem Partner TUBA aufgestellt. Das gesammelte Know-how wird im dritten Jahr der Laufzeit in Trainingseinheiten interessierten Anwendern vermittelt.

(1) Verpackungshersteller: Centre for the Development of Plastic Application (CE-SAP), Lajovic Tuba Embalaza d.d. (TUBA), MÜKI LABOR Plastic testing and development Ltd (MÜKI)

(2) Verbände der Verpackungsindustrie: Italian plastics recyclers' Association (AS-SORIMAP), Slovenian Plasttechnics Cluster (PSC), Association of Hungarian Plastic Industry (HUPLAST), Petita i Mijana Empresa de Catalunya (PIMEC)

(3) Forschungsunternehmen: Fraunhofer Institute for Process Engineering and Packaging (FRAUNHOFER), University of Pisa (UNIPI), ttz Bremerhaven (TTZ), Innovacio i Recerca Industrial i Sostenible (IRIS)

(4) Ingenieurbüro: Dunreidy Engineering Ltd. (DUN)

(5) Milchverarbeitende Betriebe: Lleters de Catalunya, (LLET), Meierei-Genossenschaft eG Langehorn (MLANG)

Kontakt:
ttz Bremerhaven
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Britta Rollert
Telefon: 0471/4832-121/-124
Fax: 0471/4832-129
E-Mail: brollert@ttz-bremerhaven.de

Britta Rollert | idw
Weitere Informationen:
http://www.ttz-bremerhaven.de
http://www.pimec-sefes.es
http://www.iris.cat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Von Hefe für Demenzerkrankungen lernen
22.02.2018 | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

nachricht Rettender Ritter in goldener Rüstung
22.02.2018 | Exzellenzcluster Entzündungsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von Hefe für Demenzerkrankungen lernen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Sektorenkopplung: Die Energiesysteme wachsen zusammen

22.02.2018 | Seminare Workshops

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics