Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ursprung von Malaria bei Schimpansen

04.08.2009
Übertragung auf den Menschen wahrscheinlich vor 10.000 Jahren

Wissenschaftler der University of California haben laut eigenen Angaben den genetischen Beweis dafür gefunden, dass Malaria über Moskitos vom Schimpansen auf den Menschen übertragen wurde.

Bei der Untersuchung von Blutproben entdeckte das Team um Francisco Ayala, dass alle Stämme des Parasiten Plasmodium falciparum von einem Malariaparasiten bei den Schimpansen abstammen. Die Forscher beschreiben in den Proceedings of the National Academy of Sciences, wie der Sprung von einer Art zur anderen vermutlich vor 10.000 Jahren abgelaufen ist, als die Menschen sich dem Ackerbau zuwandten. Konkret wird der Eingriff in den natürlichen Lebensraum der Schimpansen im Wald verantwortlich gemacht.

Dieser Eingriff brachte die beiden Arten in einen engen Kontakt und die Abholzung begünstigte die Entstehung von stehenden Wasseransammlungen und anderen Bedingungen, die für die Vermehrung der Moskitos günstig sind. Die Wissenschaftler warnen, dass der Mensch heute noch weiter in die letzten Lebensräume im Wald eingreift und so ein höheres Risiko der Übertragung neuer Pathogene entsteht. Dazu gehörten auch neue Malariaparasiten.

Bisher war der Ursprung der Malaria beim Menschen unbekannt. Die aktuelle Untersuchung legt jedoch nahe, dass Malaria wie HIV den Sprung von einer Art zur anderen bei einem unserer nächsten Verwandten geschafft hat. Es war zwar bekannt, dass die Schimpansen mit Plasmodium reichenowi einen Parasiten in sich tragen, der eng mit Plasmodium falciparum verwandt ist. Dennoch nahmen viele Wissenschaftler an, dass diese beiden Parasiten getrennt voneinander existiert hatten. Bluttests bei 94 wilden und in Gefangenschaft lebenden Schimpansen in Kamerun und der Elfenbeinküste legten jedoch nahe, dass sich falciparum aus reichenowi entwickelt hat.

Ayala gelang es gemeinsam mit seinen Kollegen, acht neue reichenowi-Stämme zu identifizieren, die eine frappierende Ähnlichkeit mit falciparum hatten und die genetischen Vorläufer der Krankheit beim Menschen darstellten. Das Überspringen könnte auch vor zwei bis drei Mio. Jahren stattgefunden haben. Am wahrscheinlichsten ist jedoch ein viel näherer Zeitraum, die Jungsteinzeit vor rund 10.000 Jahren. Die Wissenschaftler hoffen, dass ihre Erkenntnisse einen Beitrag zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe leisten können.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uci.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Bakterieller Untermieter macht Blattnahrung für Käfer verdaulich
17.11.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

nachricht Neues Werkzeug für gezielten Proteinabbau
17.11.2017 | Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte