Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Überwachung des Drogenkonsums in der EU: Homburger Toxikologen an neuem Verbundprojekt beteiligt

07.03.2013
Das Ausmaß des Drogenkonsums durch Abwasser-Epidemiologie zu überwachen – dies ist das Ziel eines neuen Forschungsverbundes namens „SEWPROF“, der von der Europäischen Union in den nächsten drei Jahren mit über 4 Millionen Euro gefördert wird. Davon gehen ab März 300.000 Euro an die Abteilung für Experimentelle und Klinische Toxikologie in Homburg. Neben der Universität des Saarlandes sind weitere europäische Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen und Unternehmen beteiligt.

An einem neuartigen Überwachungssystem, welches das Ausmaß des Konsums von alten und neuen Missbrauchsdrogen innerhalb der europäischen Union mittels Abwasseranalyse registriert, arbeitet ein neuer EU-weiter Forschungsverbund im Projekt „SEWPROF“. Die Abkürzung steht für „A new paradigm in drug use and human health risk assessment: Sewage profiling at the community level“.

Ziel der beteiligten Wissenschaftler es, eine Art Landkarte des Drogenkonsums für bestimmte Regionen Europas zu erstellen und damit einen Beitrag zur Überwachung und Wahrung der öffentlichen Gesundheit zu leisten. „Die Analyse des Abwassers geschieht hauptsächlich durch den Nachweis von Abbauprodukten der konsumierten Substanzen, die über Urin und Fäkalien in das Abwasser gelangen“, erläutert Prof. Hans H. Maurer, dessen Abteilung für Experimentelle und Klinische Toxikologie der Medizinischen Fakultät und des Uniklinikums an dem EU-Projekt beteiligt ist.

Das innovative Vorhaben könne darüber hinaus auch als Frühwarnsystem für den Ausbruch von Krankheiten eingesetzt werden. Dazu würden spezielle Biomarker im Abwasser gesucht und nachgewiesen.

Die Forschungen an der Saar-Uni leitet Maurers Mitarbeiter Dr. Markus R. Meyer. Mittels modernster Massenspektrometrie suchen er und sein Team nach Markern, die eindeutig auf den Konsum bestimmter Substanzen hinweisen. „Diese Marker können Stoffwechselprodukte der Drogen im Urin des Menschen sein oder die daraus durch Mikroorganismen umgewandelten Endprodukte“, erklärt Meyer. Um geeignete Marker aufzuspüren, wollen die Homburger Toxikologen entsprechende Modelle entwickeln und Studien mit Mikroorganismen aus den Wasserproben der Projektpartner durchführen.

„SEWPROF“ ist Bestandteil der Marie Curie-Maßnahme „Initial Training Networks – ITN“ im Spezifischen Programm Menschen des 7. EU-Rahmenprogramms für Forschung und technologische Entwicklung. Neben der Universität des Saarlandes sind Universitäten aus England, Belgien, Holland, Spanien, Norwegen und Dänemark an dem Projekt beteiligt sowie weitere Partner aus Norwegen, Italien, Schweiz, England, Spanien und Portugal.

Link zum Projekt: http://sewprof-itn.eu/

Kontakt:
Dr. Markus R. Meyer
Abteilung für Experimentelle und Klinische Toxikologie (Prof. Dr. Dr. h.c. Hans H. Maurer)
Tel. 06841 1626430
E-Mail: Markus.Meyer@uniklinikum-saarland.de

Gerhild Sieber | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-saarland.de
http://sewprof-itn.eu/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zirkuläre RNA wird in Proteine übersetzt
24.03.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen
24.03.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise