Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf der Suche nach neuen Krebsgenen in papillärem Schilddrüsenkrebs

12.08.2008
Bösartige Neubildungen der Schilddrüse stellen die häufigste Krebserkrankung im menschlichen Hormonsystem dar. An den Instituten für Molekulare Strahlenbiologie und Pathologie des Helmholtz Zentrums München startet nun ein Forschungsprojekt, das von der Deutschen Krebshilfe mit 160.000 Euro gefördert wird.

Unter dem Titel "Nachweis neuer genetischer Marker zur Risikostratifizierung beim papillären Schilddrüsenkarzinom" sollen genetische Veränderungen identifiziert werden. Das Ziel ist dabei, neue Erkenntnisse über genetische Marker für den Einsatz bei Prognose und Therapie dieser Krebsart zu gewinnen.

Pro Jahr tritt bei etwa drei von 100.000 Menschen in Deutschland Schilddrüsenkrebs auf. Frauen sind dabei dreimal so häufig betroffen wie Männer. Abhängig vom Ausgangsgewebe unterscheidet man verschiedene Tumorarten, von denen das papilläre Schilddrüsenkarzinom mit etwa 40 Prozent aller Fälle am häufigsten auftritt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Krebserkrankungen der Schilddrüse findet man den papillären Typ bereits bei Patienten jüngeren Alters und bevorzugt nach Strahlenexposition wie zum Beispiel nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl.

"In dem Forschungsprojekt, das die Deutsche Krebshilfe finanziert, sollen neue genetische Veränderungen in papillärem Schilddrüsenkrebs nachgewiesen und mit dem Auftreten bereits bekannter genetischer Veränderungen in Verbindung gebracht werden", erklärt Projektleiter Prof. Dr. Horst Zitzelsberger. Er ist kommissarischer Direktor des Instituts für Molekulare Strahlenbiologie am Helmholtz Zentrum München. Als Beispiel für bereits bekannte Genveränderungen sei hier etwa die Umlagerung des "RET-Krebsgens" zu nennen. "Dieses Gen ist bei der Übertragung von Wachstumssignalen in der Zelle beteiligt und beeinflusst somit maßgeblich die Zellteilung und die Zelldifferenzierung." Außerdem sollen genetische Veränderungen aufgedeckt werden, die mit der Bildung von Metastasen einhergehen.

In dem bewilligten Projekt wird das gesamte Genom von papillären Schilddrüsenkarzinomen nach Zugewinnen und Verlusten von DNA-Sequenzen untersucht. Die nachgewiesenen Veränderungen werden statistisch ausgewertet und mit verschiedenen Eigenschaften der Tumoren in Verbindung gebracht. Da die veränderten DNA-Sequenzen bekannt sind, lassen sich auch Gene in den veränderten Bereichen lokalisieren. Durch eine Überprüfung der Genexpression wird ermittelt, inwieweit sich der DNA-Schaden auf die Ausprägung der genetischen Information in den Tumorzellen auswirkt. Die Wissenschaftler wollen darüber hinaus untersuchen, mit welcher Häufigkeit die nachgewiesenen Veränderungen in einer großen Anzahl von Tumorfällen auftreten. Auf der Grundlage genetischer Veränderungen lassen sich dann neue Strategien für Prognose und Therapie dieser Tumorerkrankung entwickeln.

Weitere Informationen:

Projektleiter: Prof. Dr. Horst Zitzelsberger (Institut für Molekulare Strahlenbiologie), Priv. Doz. Dr. Axel Walch (Institut für Pathologie), Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

Deutsche Krebshilfe e.V., Buschstr. 32, 53113 Bonn

Michael van den Heuvel | idw
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-muenchen.de
http://www.krebshilfe.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere
20.02.2018 | Forschungszentrum Jülich GmbH

nachricht Markierung für Krebsstammzellen
20.02.2018 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics