Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Seesterne fressen viel CO2

08.01.2010
Bodenlebende Meerestiere nehmen mehr auf als bisher bekannt

Bodenlebende Meerestiere wie etwa Seesterne, Seegurken und Seeigel nehmen viel mehr Kohlenstoff auf als bisher bekannt. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Forschern der University of Southampton im Fachmagazin ESA Ecological Monographs. Rund 0,1 Gigatonnen Kohlenstoff werden von den Stachelhäutern - so der Name des Tierstamms - jährlich aufgenommen. Sie bilden damit eine beachtliche Kohlenstoffsenke.

Im Vergleich dazu nehmen die pelagischen Organismen - alle Phytoplankten und Algen - zwischen 0,4 und 1,8 Gigatonnen Kohlenstoff jährlich auf. Der Mensch pustet jährlich rund 5,5 Gigatonnen Kohlenstoff in die Luft.

Universell vorhandene Lebewesen

"Echinodermaten, so der lateinische Namen für die Stachelhäuter, gehören zu den vielfältigsten Lebewesen im Meer", so Bettina Riedel, Meeresbiologin an der Universität Wien, im pressetext-Interview. "Sie sind weltweit in jeder Zone, von den Tropen bis zu den subpolaren und polaren Meeren, vorhanden." Das Forschungsergebnis sei jedenfalls sehr überraschend, meint Riedel.

Stachelhäuter haben vielfältige Erscheinungsformen. Zum Tierstamm, der rund 6.300 Arten umfasst, gehören Seelilien, Seesterne, Schlangensterne, Seeigel und Seewalzen. Zum Aufbau ihres Kalkskeletts benötigen die Tiere Kalziumkarbonat, das sie aus dem Meerwasser nehmen.

Überraschendes Ergebnis

Das Forscherteam um Mario Lebrato hat bei adulten Stachelhäutern zunächst untersucht, welche Mengen an Kalziumkarbonat sie absorbieren und vor allem, was mit dem Kalk passiert, wenn die Tiere sterben. Dazu haben sie zahlreiche Stachelhäuter aus verschiedenen Regionen des Atlantischen Ozeans gesammelt, gereinigt, tiefgefroren, anschließend zu Pulver vermahlen und analysiert.

In ersten Berechnungen haben die Wissenschaftler für jene Tierarten, die sie gesammelt haben, die Kohlenstoffmenge festgestellt und sie anschließend hochgerechnet. Das Ergebnis bezeichnen auch andere Forscher, die nicht an der Studie teilgenommen haben, als überraschend. "Ich war überrascht über das Ausmaß der Werte. Der Forschungsansatz ist jedenfalls schlüssig", so der Ozeanograph Justin Ries von der University of North Carolina in Chapel Hill.

"Diese Werte öffnen uns die Augen. Ich denke, dass es sogar noch größere Mengen sind", meint der Meeresbiologe Craig Smith von der University of Hawaii in Manoa. "Der Grund dafür ist, dass in den äquatorialen Regionen eine noch höhere Stachelhäuter-Biomasse existiert, die bisher kaum erforscht ist."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.soton.ac.uk
http://www.esajournals.org
http://www.marine.univie.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Designerviren stacheln Immunabwehr gegen Krebszellen an
26.05.2017 | Universität Basel

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften