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Schizophrenie: Genetische Grundlagen entschlüsselt

02.07.2009
Vererbung spielt in rund 90 Prozent der Fälle entscheidende Rolle

Wissenschaftler unter Leitung der Harvard University haben winzige genetische Variationen identifiziert, die für mehr als ein Drittel des vererbten Schizophrenie-Risikos verantwortlich sein könnten. Sie wiesen auch nach, dass die Krankheit genetisch große Ähnlichkeit mit manischen Depressionen aufweist.

Die Ergebnisse wurden von drei unterschiedlichen Teams erarbeitet, die die DNA Tausender Menschen analysierten. Die laut BBC bisher größte Studie zu den genetischen Grundlagen der Schizophrenie wurde in Nature veröffentlicht.

Die Ergebnisse legen nahe, dass Schizophrenie wesentlich komplexer ist als bisher angenommen. Sie kann nicht nur durch seltene genetische Abweichungen, sondern auch durch verbreitete hervorgerufen werden. Mithilfe des neuen Wissens sollen neue diagnostische Tests und Behandlungsansätze entwickelt werden. Weltweit erkrankt bis zu einem Prozent der Erwachsenen an Schizophrenie. Die genauen Ursachen bleiben weiter unklar. Es wird jedoch angenommen, dass in bis zu 90 Prozent der Fälle die Vererbung eine entscheidende Rolle spielt.

Individuell spielen die vielen identifizierten genetischen Variationen nur eine winzige Rolle bei der Erhöhung des Schizophrenie-Risikos innerhalb der Generationen. Laut Shaun Purcell, einem der leitenden Wissenschaftler, spielen diese Abweichungen gemeinsam jedoch eine entscheidende Rolle. Sie sind für wenigstens ein Drittel des Risikos verantwortlich. Weitere Studien seien jedoch erforderlich, um die genaue Umwandlung der Abweichungen in eine Erkrankung zu erforschen. Alle drei Studien weisen auf Gene hin, die sich auf dem Chromosom 6 befinden, im so genannten Aupthistokompatibilitätskomplex. Er spielt eine Rolle beim Immunsystem und bei der Kontrolle der Aktivierung oder Deaktivierung anderer Gene.

Damit könnte laut den Wissenschaftlern auch erklärt sein, warum Umweltfaktoren bei dieser Krankheit ebenfalls eine Rolle zu spielen scheinen. Es gibt zum Beispiel Hinweise darauf, dass Kinder von Müttern die während der Schwangerschaft Grippe hatten, über ein höheres Risiko verfügen. Insgesamt identifizierten die Wissenschaftler 30.000 winzige genetische Abweichungen, die bei Menschen mit Schizophrenie häufiger auftreten.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.harvard.edu

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