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Protein-Recycling entscheidend bei Tumorbildung

18.11.2011
Hoffnung auf neuen Forschungsansatz bei Krebsmedikamenten

Das Recycling von Proteinen im Körper könnte eine entscheidende Bedeutung bei der Bildung von Tumoren haben. Wissenschaftler des Albert Einstein College of Medicine haben nachgewiesen, dass das Proteinrecycling bei mehr als 30 Arten von kanzerösen Zellen deutlich beschleunigt war. Wurde dieser Prozess bei Mäusen mit Krebs unterbrochen, begannen die Tumore zu schrumpfen.


Zellmembran: Neues Verfahren macht Hoffnung (Foto: pixelio.de, A. Dreher)

CMA-Aktivität wichtig

Experten wie Andrew Thorburn von der University of Colorado Jayanta Debnath von der University of California sehen in diesen Studienergebnissen neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Medikamenten gegen Krebs, berichtet die BBC. Details der Studie wurden im Science Translational Medicine http://stm.sciencemag.org veröffentlicht. Der Recyclingvorgang wird als Chaperone Mediated Autophagy (CMA) bezeichnet. Er ist ein normaler Teil der Vorgänge in einer Zelle. Dabei werden beschädigte Teile entfernt und Rohmaterialien recycelt.

Ana Cuervo, eine der Autorinnen der Studie, geht davon aus, dass kanzeröse Zellen sich diesen Vorgang zunutze machen, um ihr rasches Wachstum zu ermöglichen. "Krebszellen scheinen gelernt zu haben, wie man dieses System so optimieren kann, dass die benötigte Energie zur Verfügung steht." Als die Wissenschaftler unterschiedliche Arten von Gewebe untersuchten, zeigte sich unter anderem bei Proben der Lunge, des Brustgewebes und der Leber, dass die CMA-Aktivität bei kanzerösen Zellen höher war als bei gesunden.

Wirkung des Virus nachahmen

In einem nächsten Schritt infizierten die Forscher Zellen mit kleinen Stücken genetischen Materials, das den Recyclingvorgang stoppte. Der Einsatz des Virus verlangsamte bei Mäusen mit menschlichem Lungenkrebs das Wachstum von Tumoren. Die Folge war laut Cuervo ein drastisches Schrumpfen der Tumore und eine fast vollständige Blockierung der Metastasenbildung. Das Team geht davon aus, dass diese Ergebnisse zu einem neuen Medikament gegen Krebs führen können. Durch das Finden einer Chemikalie, die den Recyclingvorgang beeinflussen kann, hoffen sie die Wirkung des Virus nachzuahmen.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.einstein.yu.edu

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