Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Potenzielle Marker für eine verbesserte Vorhersage und Behandlung des Diabetes entdeckt

09.12.2011
Forscher des Deutschen Diabetes-Zentrums haben in einer wissenschaftlichen Studie neue Marker identifiziert, die an der Entstehung der Diabetes-Erkrankung beteiligt sein könnten und sich möglicherweise für deren frühzeitigen Nachweis einsetzen lassen.

Das Fettgewebe ist nicht nur ein wichtiger Energiespeicher, es ist auch eines der größten endokrinen Organe im menschlichen Körper. In dieser Eigenschaft setzt es eine Vielzahl biologisch aktiver Proteine (Eiweiße) frei, die als Adipokine bezeichnet werden. Über die Adipokine kommuniziert das Fettgewebe mit anderen Organen wie Leber und Skelettmuskel.

Diese Art der Kommunikation wird Organ-Crosstalk genannt. Veränderungen im Sekretionsverhalten des Fettgewebes, z. B. als Folge von Übergewicht, stören diese Kommunikation zwischen den Organen und können an der Entstehung komplexer Stoffwechselerkrankungen wie krankhaftes Übergewicht (Adipositas) und Diabetes mellitus entscheidend beteiligt sein. Die exakte Zusammensetzung der Adipokine sowie deren Regulation sind bislang jedoch nur unzureichend untersucht worden.

Wissenschaftler am Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf (DDZ) haben nun eine Studie an menschlichen Fettzellen durchgeführt, die erstmals einen tieferen Einblick in die Komplexität der Adipokine erlaubt und deren zentrale Rolle in der Regulation vielfältiger biologischer Prozesse im menschlichen Fettgewebe zeigt.

In der Arbeit “Identification and validation of novel adipokines released from primary human adipocytes”, die in der Januarausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Molecular & Cellular Proteomics“ veröffentlicht wird, identifizierten Forscher des DDZ in einer umfangreichen Massenspektrometrie-gestützten Studie mehr als 300 veränderte Proteine im sogenannten Sekretom der menschlichen Fettzelle. Mithilfe einer weiteren Analyse selektierten die Wissenschaftler hieraus Proteine mit hoher Relevanz für die Diabetes-Entstehung. „Im Rahmen unserer Untersuchungen konnten wir mehr als 40 neue Faktoren identifizieren, die eine mögliche Funktion in der Krankheitsentstehung haben oder als Marker für eine verbesserte Diagnose des Diabetes mellitus verwendbar sind“, erläutert Dr. Stefan Lehr, Leiter der Arbeitsgruppe für Proteomanalyse am DDZ, die Ergebnisse seiner Studie.

Die am DDZ durchgeführten Untersuchungen legen den Grundstein für eine verbesserte Vorhersage und liefern neue Ansätze zur Behandlung des Diabetes mellitus und seinen Folgeerkrankungen.

Pressekontakt:
Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ)
Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung
an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Dr. Olaf Spörkel
Tel.: 0211-3382-507
E-Mail: olaf.spoerkel@ddz.uni-duesseldorf.de
Prof. Dr. Hadi Al-Hasani
Institut für Klinische Biochemie und Pathobiochemie
E-Mail: hadi.al-hasani@ddz.uni-duesseldorf.de
Prof. Dr. Michael Roden
Wissenschaftlicher Geschäftsführer des DDZ
E-Mail: michael.roden@ddz.uni-duesseldorf.de
Das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) gehört der „Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz“ (WGL) an. In der Leibniz-Gemeinschaft sind derzeit 88 Institute vereint. Die wissenschaftlichen Beiträge des DDZ sind auf die Ziele der Verbesserung von Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus und seiner Komplikationen sowie der Verbesserung der epidemiologischen Datenlage in Deutschland ausgerichtet. Das DDZ versteht sich als deutsches Referenzzentrum zum Krankheitsbild Diabetes, indem es Ansprechpartner für alle Akteure im Gesundheitswesen ist, wissenschaftliche Informationen zu Diabetes mellitus aufbereitet und für die breite Öffentlichkeit bereitstellt. Das DDZ ist Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD).

Dr. Olaf Spörkel | idw
Weitere Informationen:
http://www.diabesityprot.org/
http://www.ddz.uni-duesseldorf.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Rettender Ritter in goldener Rüstung
22.02.2018 | Exzellenzcluster Entzündungsforschung

nachricht Schwarzen Hautkrebs in den Tiefschlaf versetzen
22.02.2018 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wirbelstürme im Herzen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Biomasseforscher nehmen Versuchsanlage zur Weiterentwicklung der Biomassevergasung in Betrieb

22.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics