Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Partikelemissionen aus Laserdruckern

02.12.2008
Geben Laserdrucker krankmachende Tonerpartikel an die Raumluft ab? Einige Menschen sind davon überzeugt. So wird dieses Thema in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Forscher haben nun untersucht, welche Partikel wirklich in die Luft gelangen.

Regelmäßig gibt es Meldungen, Laserdrucker würden gesundheitsschädlichen Tonerstaub in die Luft abgeben. Was ist dran an diesen Berichten? Welche und wie viele Partikel geben die Drucker wirklich ab?

Forscher des Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Instituts WKI in Braunschweig untersuchen diese Frage gemeinsam mit ihren Kollegen von der Queensland University of Technology QUT in Brisbane, Australien. Die Ergebnisse überraschen: Entgegen vielen Berichten geben Laserdrucker fast keine Tonerpartikel in die Luft ab. »Was einige Drucker jedoch emittieren, sind Ultrafeinpartikel, die sich aus flüchtigen organisch-chemischen Substanzen zusammensetzen«, sagt Prof. Dr. Tunga Salthammer, Fachbereichsleiter am WKI. »Eine wesentliche Eigenschaft dieser Ultrafeinpartikel ist ihre Verdampfbarkeit, die darauf hindeutet, dass es sich dabei nicht um Tonerstaub handelt.«

Doch woher stammen diese Ultrafeinpartikel dann? Und wie lässt sich ihre Entstehung erklären? Um dies herauszufinden, haben die Wissenschaftler mit fachlicher und finanzieller Unterstützung der Drucker- und Kopiererhersteller im BITKOM ein Verfahren entwickelt, mit dem sie die Menge, Größe und chemische Zusammensetzung der emittierten Teilchen bestimmen und vergleichen können. Je nach Abmessung stehen die Drucker in einer 1 oder 24 Kubikmeter großen Prüfkammer. Partikelanalysatoren zählen die Partikel und messen ihre Größenverteilung. Um die Quelle zu finden, untersuchten die Forscher auch modifizierte Drucker, die ohne Papier und Toner »drucken«. »Das Erstaunliche: Die Ultrafeinpartikel entstehen auch in diesem Fall. Ursächlich ist die Fixiereinheit – ein Bauteil, das sich beim Drucken auf bis zu 220 Grad Celsius aufheizt, um die Tonerteilchen auf dem Papier zu fixieren«, erklärt Dr. Michael Wensing, Wissenschaftler am WKI.

Durch die hohen Temperaturen verdampfen flüchtige Stoffe, etwa Paraffine und Silikonöle, die sich zu Nanoteilchen zusammenlagern. Ähnliche Phänomene – Bildung von Ultrafeinpartikeln aus flüchtigen organischen Stoffen bei Erhitzung – wurden von den Forschern auch bei typischen Haushaltsaktivitäten beobachtet, etwa beim Kochen, Backen oder Toasten. Um die Emissionen der Drucker zu verringern, sind Filter auf dem Markt.

Doch helfen diese auch? »Unsere Untersuchungen zeigen, dass die für Drucker angebotenen verschiedenen externen Filter in ihrer Wirkung sehr unterschiedlich sind. Da die Ultrafeinpartikel nicht gerichtet aus dem Drucker emittieren, sondern etwa auch aus der Papierausgabe, ist der Effekt eines Filters begrenzt.«

Prof. Dr. Tunga Salthammer | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.wki.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2008/12/Mediendienst122008Thema3.jsp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht UVB-Strahlung beeinflusst Verhalten von Stichlingen
13.12.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Mikroorganismen auf zwei Kontinenten studieren
13.12.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften