Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

NMI entwickelt Mikrofluidikchip zur Aufreinigung spezifisch zellbindender Biomoleküle

08.07.2015

Der am NMI entwickelte Chip samt zugehöriger elektronischer Peripherie und Softwaresteuerung kann für die Suche nach spezifisch an Zellbiomarker bindenden Biomolekülen eingesetzt werden und eröffnet damit ein weites Anwendungsspektrum in der zellbiologischen Forschung und insbesondere bei der Suche nach zellulären Biomarkern.

Künstliche Blutgefäße so blutverträglich machen wie körpereigene – das ist die Vision der Arbeitsgruppe um Prof. Hans Wendel an der Universität Tübingen.


Mikrofluidikchip zur Aufreinigung spezifisch zellbindender Biomoleküle

NMI

Dazu sollte die Innenseite dieser Blutgefäße mit Molekülen beschichtet werden, die selektiv Stammzellen aus dem durchströmenden Blut herausfischen, so dass auf der Innenseite des Blutgefäßes eine Schicht von Zellen anwächst und für die erwünschte hohe Blutverträglichkeit sorgt.

Als Zell-Fänger bieten sich sogenannte Aptamere an, Nukleinsäuremoleküle, die in großer Vielfalt synthetisch hergestellt und mit der sogenannten PCR-Technologie auch vervielfältigt werden können.

Um die am besten bindenden Aptamere zu identifizieren, mischen die Forscher die Aptamere mit einer Zellpräparation, waschen die Zellen, um weniger gut bindende Aptamere zu entfernen und vermehren die an den Zellen gebundenen Aptamere mittels PCR.

Doch leider hatte sich in früheren Arbeiten der Tübinger Wissenschaftler gezeigt, dass jede Zellpräparation einen gewissen Anteil toter Zellen enthält und Aptamere gerade dort besonders gut aber unspezifisch binden und damit die gesuchten, spezifisch bindenden Fängermoleküle unauffindbar machen.

Die Lösung für dieses zentrale Problem bei der Suche nach zellbindenden Aptameren wurde nun in der Zeitschrift Biomicrofluidics (Stoll et al., Biomicrofluidics 9, 034111 (2015)) veröffentlicht.

Mikrofluidik-Forscher um Britta Hagmeyer und Julia Schütte entwickelten am NMI in einem durch das MWK BW im Programm „Molekulare Bionik Baden-Württemberg“ geförderten Verbundprojekt (weitere Projektpartner:

Univ. Tübingen, Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, PD Dr. Hans Wendel; Universität Konstanz, Fachbereich Chemie, Prof. Dr. Andreas Marx) einen Mikrofluidikchip, der es ermöglicht, mittels elektrischer Felder ausschließlich vitale Zellen aus einer Zellsuspension zu fischen und festzuhalten, während die Aptamer-Suspension die Zellen umströmt.

Nachfolgend werden unspezifisch gebundene Aptamere durch Spülen und mittels eines elektrischen Gleichspannungsfeldes von den Zellen abgezogen. Dadurch wird die so problematische unspezifische Bindung von Aptameren an tote Zellen elegant und wirksam vermieden.

Weitere Informationen:

http://www.nmi.de/ueber-uns/aktuell/presse-news/detailseite-news/artikel/mikrofl...

Dr. Nadja Gugeler | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Salmonellen als Medikament gegen Tumore
23.10.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Add-ons: Was Computerprogramme und Proteine gemeinsam haben
23.10.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie